Thomas Rabe - Bertelsmann © Bertelsmann
Content Alliance

Rabe schließt Fusion von Gruner + Jahr und RTL aus

 

Nach dem Start der Content Alliance hat Bertelsmann-Chef Thomas Rabe jetzt eine Fusion von Gruner + Jahr und RTL ausgeschlossen. Im "Spiegel" stellte er jedoch noch einmal die Vielzahl an Möglichkeiten der Zusammenarbeit heraus.

von Alexander Krei
15.03.2019 - 18:57 Uhr

Vor wenigen Wochen hat Bertelsmann die Gründung einer sogenannten Content Alliance angekündigt, die die Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte koordinieren soll (DWDL.de berichtete) - einer Fusion von Gruner + Jahr und RTL hat Bertelsmann-Chef Thomas Rabe jetzt allerdings im "Spiegel" eine Absage erteilt. Auf die Frage, ob die einzelnen Mediengattungen dauerhaft in ihren Geschäftseinheiten bestehen bleiben, sagte Rabe: "Defnitiv. Aber wir versprechen uns einen erheblichen Wettbewerbsvorteil, wenn wir intern stärker kooperieren."

Es gebe vie­le Mög­lich­kei­ten, eng zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, so Rabe. "Das wol­len wir nun sys­te­ma­ti­sie­ren, aber kei­ne Ko­ope­ra­ti­ons­pflicht ein­füh­ren. Kein an­de­res deut­sches Medienhaus ver­fügt über ein ver­gleich­ba­res An­ge­bot. Ich schät­ze, dass wir mit­tel­fris­tig 10 bis 15 Pro­zent un­se­rer In­hal­te ge­mein­sam über die Ber­tels­mann Con­tent Al­li­an­ce produzieren." So habe RTL Radio Deutschland vor wenigen Tagen eine zentrale Audioplattform für Deutschland angekündigt. "Auch mit Nena hat das be­reits gut funk­tio­niert. Sie ist als Sän­ge­rin bei un­se­rer Mu­sik­toch­ter BMG un­ter Ver­trag, mitt­ler­wei­le ha­ben wir mit ihr zu­sätz­lich ein Buch, Zeit­schrif­ten und meh­re­re Fern­seh­sen­dun­gen ge­macht."

Das Chefredakteursprinzip werde jedoch nicht infrage gestellt. "Nur müssen wir realistisch sehen, in welchen Zeiten wir leben", sagte Thomas Rabe im "Spiegel"-Interview. "Wir brauchen künftig noch ganz andere Kooperationen, um im Wettbewerb bestehen zu können." Der Bertelsmann-Chef zeigte sich davon überzeugt, auch Dritte in das Werbebündnis, die Ad Alliance, aufnehmen zu müssen. "Die Macht von Google und Facebook im deutschen Werbemarkt ist inzwischen so groß, dass wir nicht mehr in unseren alten Mediensilos denken können."

Auch beim Thema Video-on-Demand sei man offen für neue Partner. "Wenn wir wei­ter­hin nur ver­su­chen, un­se­re Ge­schäf­te al­lein zu be­trei­ben, und uns von der tra­di­tio­nel­len Kon­kur­renz ab­gren­zen, schau­feln wir un­ser ei­ge­nes Grab", betonte Rabe und stellte wenig später die Frage: "Macht es wirk­lich Sinn, dass RTL, Pro­Sie­ben­Sat.1 und die Öffent­lich-Recht­li­chen ihre ei­ge­nen Vi­deo­platt­for­men be­trei­ben? Mir scheint: Über kurz oder lang müs­sen wir in der ei­nen oder an­de­ren Form ko­ope­rie­ren. Wir sind da je­den­falls of­fen."

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