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"No Billag"-Abstimmung in den Knochen

SRG fährt auch 2019 ein striktes Sparprogramm

 

Im Jahr der "No Billag"-Abstimmung hat die SRG einen kleinen Gewinn in Höhe von 6,8 Millionen Franken eingefahren, das war deutlich weniger als noch 2017. Derzeit arbeitet man an weiter an einem umfassenden Sparprogramm.

von Timo Niemeier
11.04.2019 - 19:20 Uhr

Im März des vergangenen Jahres haben viele Medienmanager aus ganz Europa in die Schweiz geblickt. Damals stimmte die Bevölkerung über die sogenannten Billag-Gebühren ab - und damit de facto auch über den Fortbestand ihres öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Schweizer votierten letztlich für die Gebühren, doch durch die vielen Diskussionen im Vorfeld der Abstimmung war klar, das sich so oder so etwas ändern musste. Kurz nach der Abstimmung kündigte die SRG also ein 100-Millionen-Franken schweres Reformpaket an (DWDL.de berichtete).

Wie das Unternehmen nun bekanntgegeben hat, konnte man das Jahr 2018 mit einem kleinen Gewinn in Höhe von 6,8 Millionen Franken beenden. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 30 Millionen. Wie die SRG betont, habe man den Gewinn trotz "des Rückgangs der Einnahmen aus den Empfangsgebühren und der weiterhin rückläufigen kommerziellen Einnahmen" erwirtschaftet. Gleichzeitig sei der Programm- und Produktionsaufwand gestiegen, insbesondere aufgrund von sportlichen Großereignissen.

2019 wird nun ebenfalls unter den Vorzeichen des Reformpakets stehen, der Medienkonzern erwartet deshalb auch einen Fehlbetrag im laufenden Jahr. Man habe 2018 bereits 11,2 Millionen Franken für den Sozialplan und 34,1 Millionen Franken für weitere Restrukturierungskosten zurückgestellt, heißt es vom Unternehmen. Ziel sei es, "die Auswirkungen auf das Programmangebot und auf das Personal so gering wie möglich zu halten".

Ganz konkret will die SRG in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur, Technik, Produktionsprozesse und Verwaltung sparen. Neben bereits angekündigten Maßnahmen hat das Unternehmen nun auch angekündigt, das Technische Produktionszentrum tpc in den SRF zu integrieren. Damit sollen die Organisation und Koordination der Produktion zwischen den Unternehmenseinheiten vereinfacht werden - und vor allem Managementkosten gespart werden. Detlef Sold, CEO von tpc, wird den Konzern verlassen. Der Verwaltungsrat des Unternehmens hat zudem die Bildung eines Kompetenzzentrums für IT-Infrastruktur und IT-Services, Digitalproduktion und Distribution beschlossen. Laut SRG sollen durch diese Maßnahmen rund zehn Millionen Franken pro Jahr eingespart werden, 40 Stellen fallen künftig weg.

SRG-Generaldirektor Gilles Marchand sagt: "Wir reformieren die SRG weiterhin grundlegend, um die Flexibilität und Effizienz zu optimieren und gleichzeitig das Programmangebot zu maximieren. Mit der laufenden Umstrukturierung senkt die SRG ihre Kosten, optimiert ihre Produktionsprozesse und verkleinert die Generaldirektion, um sich ganz auf die strategische Führungsfunktion konzentrieren zu können."

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