Thomas Wagner und Matthias Dang © ProSiebenSat.1 / MG RTL D
Hoffnungsträger Addressable TV

ProSiebenSat.1 und RTL gründen gemeinsames Joint Venture

 

Der TV-Werbemarkt ist rückläufig, da kommt ein Bündeln der Kräfte gerade recht: ProSiebenSat.1 und die Mediengruppe RTL Deutschland wollen ein Joint Venture für Addressable TV und Onlinevideo gründen. Es geht um ein Milliardengeschäft.

von Alexander Krei
05.06.2019 - 18:00 Uhr

Die beiden großen deutschen Privatsendergruppen kommen sich näher - zumindest im Bereich der Vermarktung. Wie jetzt bekannt wurde, gründen ProSiebenSat.1 und die Mediengruppe RTL Deutschland ein Joint Venture, über das sie eine Plattform zur automatisierten Buchung von Addressable TV und Onlinevideo steuern werden. Beide Häuser werden jeweils 50 Prozent der Anteile an den Joint Venture halten. In einer gemeinsamen Mitteilung ist von einer wegweisenden Partnerschaft die Rede, "die in Deutschland einen nachhaltigen Wachstumsschub für die Zukunftsmärkte Addressable TV und Onlinevideowerbung auslösen" werde.

Tatsächlich sind die Hoffnungen groß - auch weil der TV-Werbemarkt zuletzt schwächelte. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 und RTL werde der Markt für Addressable TV und Onlinevideo bis 2022 voraussichtlich im einstelligen Euro-Milliardenbereich liegen. Schon jetzt sind rund 18 Millionen Fernsehgeräte im deutschsprachigen Raum für Addressable TV und somit individualisierte Werbung erreichbar. Die neue Plattform werde der werbetreibenden Wirtschaft hohe Reichweiten bieten und die technologische Unabhängigkeit beider Medienhäuser von globalen Tech-Plattformen stärken, frohlocken die Unternehmen in Unterföhring und Köln.

Die technische Grundlage kommt von der Demand-Side-Plattform Active Agent, die Teil der zu ProSiebenSat.1 gehörenden Virtual Minds Gruppe ist. Hierüber können Kunden und Agenturen künftig digitale Kampagnen programmatisch buchen. Ziel sei die vermarkter- und endgeräteübergreifende Kampagnenausrichtung, heißt es. Gleichzeitig stelle das Joint-Venture den Kunden- und Agentursupport bei Buchungen sicher und entwickle das Produktportfolio weiter. Damit es wirklich so weit kommt, müssen allerdings noch die Wettbewerbshüter zustimmen.

"Nach der Expansion unserer Ad Alliance gehen wir nun mit dem Joint Venture den nächsten konsequenten Schritt im Bereich der Werbetechnologie und runden den in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebauten Ad-Tech-Stack um die Demand Side ab", sagt Matthias Dang, Geschäftsführer Ad Alliance, der zugleich Vermarktungs-Geschäftsführer der Mediengruppe RTL Deutschland ist. "Dass wir diese qualitativ hochwertigen und 100 Prozent brandsafen Umfelder nun über eine einheitliche Technologie buchbar machen, bietet dem Markt ein starkes Angebot und eine echte Alternative zu internationalen Tech-Plattformen."

SevenOne-Media-Geschäftsführer Thomas Wagner sieht in dem Joint-Venture einen "Meilenstein für die deutsche Vermarktungsbranche" und spricht von einer "Win-Win-Situation". Wagner: "Wir bieten Werbekunden eine Plattform für One-Stop-Shopping und geben Addressable TV zugleich einen signifikanten Wachstumsimpuls. Zudem zahlt sich aus, dass wir die Relevanz von Werbetechnologien früh erkannt haben. Damit stellen wir heute die technologische Basis für das gemeinsame Joint Venture mit der Mediengruppe RTL."

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Ist Sesselsportler, von Bundesliga bis Darts-WM.

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