Marcus Bornheim © NDR/Thorsten Jander
Neuer Chef von ARD-aktuell

"Man kann die 'Tagesschau' nicht künstlich jünger machen"

 

Marcus Bornheim wird bald Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, damit ist er auch Chef der "Tagesschau". In einem Interview hat der designierte Nachfolger von Kai Gniffke nun erzählt, weshalb man die Sendung nicht künstlich verjüngen kann und wie man sich trotzdem um junge Menschen bemüht.

von Timo Niemeier
16.07.2019 - 08:22 Uhr

Ein durchschnittlicher Zuschauer der "Tagesschau" ist 61 Jahre alt. Vom Begriff "jung" ist die Sendung damit weit entfernt, das passt jedoch ganz gut zum gesamten Sender. Auch Das Erste insgesamt hat ein vergleichsweise altes Publikum, ebenso das ZDF. Marcus Bornheim, bald Erster Chefredakteur von ARD-aktuell und damit auch Chef der "Tagesschau", hat dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" ein Interview gegeben und darin auch über das Alter des Publikums gesprochen. 

Man sei recht strikt im Format der "Tagesschau", sagt Bornheim. "Die kann man nicht künstlich jünger machen – auch nicht mit Berichten über Miley Cyrus oder Justin Bieber oder wenn Jan Hofer mit Hoodie und Sneakers moderiert." Dennoch sei man auch beim jungen Publikum die erfolgreichste Nachrichtensendung und liege noch vor RTL II, so Bornheim. Seit RTL II seine News in den Nachmittag verschoben hat, ist das Interesse hier ohnehin spürbar zurückgegangen. Und die "Tagesschau" kann immerhin auf eine Ausstrahlung auf gleich mehreren Sendern setzen. 

Das lineare Fernsehen werde eben einfach vor allem durch ältere Menschen genutzt, sagt Bornheim. "Unser Anspruch ist es, dass die jungen Menschen unsere Inhalte wahrnehmen." Das könne gerne um 20 Uhr ganz klassisch im Fernsehen sein, oder eben auch durch die Mediathek, auf Youtube oder auch bei Instagram. Auf der Foto-Plattform sei man derzeit die erfolgreichste Nachrichtenmarke, freut sich Bornheim, der sein neues Amt zum 1. Oktober antritt. 

Bornheim spricht in dem kurzen Interview auch darüber, wie sich die "Tagesschau" im Verlauf der Zeit verändert hat. Er sagt, alleine im Vergleich zur Sendung vor 15 Jahren seien die Beiträge heute "lebensnäher". Bornheim: "Bei sozialen Themen wird beispielsweise gern personalisiert an einem Beispiel einer Person oder einer Familie in den Beitrag gegangen, und dann auf die politische Ebene gewechselt. Und seit letztem Jahr legen wir noch größeren Wert auf das Erklären. Wir haben eine eigene Erklärunit gegründet, die crossmedial Erklärstücke zu komplexen Themen erstellt."

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