Tote Mädchen lügen nicht, 13 Reasons why © Netflix
Zwei Jahre nach der Premiere

"13 Reasons why": Netflix entfernt Suizid-Szene doch

 

Einige Diskussionen später und kurz vor der Ausstrahlung der dritten Staffel von "13 Reasons why" lenkt Netflix ein: Die Szene, in der sich Hannah Baker die Pulsadern aufschneidet, wurde entfernt. Seit zwei Jahren hatte es Gespräche darüber gegeben.

von Kevin Hennings
16.07.2019 - 10:55 Uhr

Was lange vermutet wurde, scheint sich durch eine wissenschaftliche Studie bestätigt zu haben. So besteht offenbar ein kausaler Zusammenhang zwischen der Netflix-Serie "13 Reasons why", die hierzulande unter dem Titel "Tote Mädchen lügen nicht" gezeigt wird, und der Selbstmord-Rate in den Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgrund dieser Untersuchung und eindringlicher Ratschläge von Einrichtungen für Suchprävention, hat sich der Streamingdienst dazu entschlossen, die wohl kontroverseste Szene zu entfernen. 

Im Finale der ersten Staffel gab es er quälend lange Minuten, in denen der Zuschauer explizit mit anschauen konnte, wie sich die Protagonistin Hannah Baker (Katherine Langford) in einer mit Wasser gefüllten Badewanne die Pulsadern aufschneidet. Die Kameras hielten derart lange drauf, dass schnell Kritik an der Drama-Serie laut wurde: Labile Teenager könnten hier eine Anleitung zur Nachahmung vorfinden. Diese Sequenz ist im Original nun nicht mehr zu finden - die Erzählung springt lediglich an den Punkt, wo Hannah Baker leblos von ihrer Mutter vorgefunden wird.

Laut der Studie hat die Serie und vor allem eben jene Szene dafür gesorgt, dass die Selbstmordrate der zehn- bis 17-Jährigen im Monat der Erstveröffentlichung um mehr als 28 Prozent gestiegen ist. Dies sei der höchste Anstieg innerhalb der fünfjährigen Messzeit dieser Altersgruppe gewesen. Der Effekt soll sich danach nicht stark abgesenkt haben: Auch neun Monate nach der Premiere soll die Suizidrate jener Kerngruppe ungewöhnlich hoch gewesen sein. 

Wichtig ist aber zu erwähnen, dass die Forscherinnen und Forscher vom Nationwide Children's Hospital explizit darauf hinweisen, dass trotz der Befunde keine Aussagen über konkrete Zusammenhänge gemacht werden dürften. Unbekannte Drittfaktoren hätten genauso gut einen Einfluss haben können. Dennoch warnt Dr. Victor Hong, der Chefautor der Studie, davor, die Serie Jugendlichen an die Hand zu geben, die psychische Probleme haben. Bei Jugendlichen, bei denen keine Depression vorliegt, bestehe jedoch kein Risiko.

Netflix zeigt sich nun entgegenkommend, nachdem das Unternehmen lange den Standpunkt vertrat, "13 Reasons why" könne Teenagern mit privaten Problemen sogar helfen. So verwies der Streamingdienst anfangs auf eine Studie der University of Pennsylvania, die aufschlüsseln möchte, dass Schülerinnen und Schüler, die die Serien sehen, im Durchschnitt weniger gefährdet sind, sich selbst etwas anzutun. Auch hier muss gesagt werden, dass ein konkreter Zusammenhang nicht bestätigt werden kann. 

Neben der veröffentlichten Untersuchung dürfte auch der kommende Release der dritten Staffel ein Grund dafür gewesen sein, die Wogen zu glätten und den medizinischen Ratschlägen entgegenzukommen. Staffel drei wird laut CCO Ted Sarandos im dritten Quartal des Jahres erscheinen, also im Juli, August oder September.

Sollten Sie oder eine Ihnen nahestehende Person mit dem Gedanken spielen, sich das Leben zu nehmen, können Sie sich jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Sie erreichen Sie unter der Telefonnummer 0800 111 0 111. Im akuten Fall können Sie sich an den Notarzt wenden.

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