ARD-Sommerinterview mit Christian Lindner © Screenshot Das Erste
"Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?"

Hassel über Lindner-Frage: "Nicht grenzüberschreitend"

 

"Lieber Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?" Mit dieser Zuschauer-Frage brachte ARD-Moderatorin Tina Hassel den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner in einem Online-Format in Rage. Nun wehrt sich die Journalistin gegen die Kritik.

von Alexander Krei
23.07.2019 - 14:27 Uhr

Eigentlich haben die Sommerinterviews nur selten das Zeug zum großen Aufreger - im Falle von Christian Lindner war das allerdings anders. In einer Art Schnellfragerunde reichte ARD-Hauptstadtstudioleiterin Tina Hassel am Wochenende im ausgelagerten Online-Format "Frag selbst" mehrere Fragen des Publikums an den FDP-Chef weiter, die dieser möglichst kurz beantworten sollte. "Porsche oder Mercedes SLK?" lautete eine davon, eine andere: "Wie viel geben Sie im Monat für Kosmetik aus?" Vermeintlich unspektakuläre Fragen also, auf die Lindner entsprechend unspektakulär antwortete.

Eine der Zuschauer-Fragen sorgte allerdings dann doch noch für Wirbel. "Lieber Vermögenssteuer oder gleichaltrige Freundin?", fragte Hassel - offenkundig in Anspielung auf Lindners elf Jahre jüngere Lebensgefährtin. Vedutzt hakte der FDP-Chef noch einmal nach und wiederholte die zuvor gestellte Frage, ehe schmallippig ein einziges Wort entgegnete: "Geschmacklos!"

Hassel machte weiter, hatte die Rechnung aber ohne Lindner gemacht, der nach der Schnellfragerunde noch einmal auf die Frage zu sprechen kam. "Die Fragen, auch die Sie gestellt haben, sind alle ein bisschen einseitig, mit Scheinalternativen und auch parteiisch", erklärte Lindner und sagte, als Politiker müsse man es nicht hinnehmen, wenn Fragen nach dem Privatleben gestellt würden. Hassel entgegnete, sie sei Anwältin der Zuschauer-Fragen, räumte jedoch gleichzeitig ein, sie selbst hätte die Frage auch nicht gestellt.

Nach der Ausstrahlung hagelte es Kritik an der redaktionellen Auswahl der Frage. Gegenüber "Bild" sagte Tina Hassel nun, die Frage sei "hart an der Grenze, aber nicht grenzüberschreitend". Ziel des Formats sei es, "möglichst viele authentische Zuschauerfragen und Kommentare weiterzugeben, es sei denn, sie sind offen rassistisch oder zur Gewalt auffordernd". Hassel: "Rückblickend stellen wir uns natürlich die Frage, ob wir jenseits dieser Kriterien noch sensibler mit den Userfragen umgehen sollten. Das hatte ich Christian Lindner übrigens auch im Rausgehen persönlich gesagt."

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