ARD-Medienlese © AS&S
"ARD-Medienlese" in Berlin

ARD setzt auf Vertrauen und mehr Platz für "Brisant"

 

Die ARD will gerne das "Vertrauensmedium" sein. Den künftigen Sendeplatz für den "Weltspiegel" hatte Programmchef Volker Herres bei der ARD-Medienlese in Berlin jedoch nicht im Gepäck - dafür einen zusätzlichen Sendeplatz für "Brisant".

von Alexander Krei , Berlin
20.09.2019 - 10:30 Uhr

Als in der vergangenen Woche interne Überlegungen die Runde machten, den "Weltspiegel" deutlich früher auszustrahlen als bisher, schien die ARD-Welt zumindest für einige Tage aus den Fugen zu geraten. Zwei Briefe und eine öffentliche Debatte später schloss ARD-Programmdirektor Volker Herres eine Vorverlegung auf den Sendeplatz um 18:30 Uhr zugunsten einer späteren späteren "Sportschau" schließlich aus. "Wir sind uns in der ARD der Bedeutung und des Stellenwertes der Auslandsberichterstattung und unseres einzigartigen Korrespondentennetzes sehr bewusst", ließ sich Herres zitieren.

Wo genau der "Weltspiegel" ab April laufen wird, wenn durch das Ende der "Lindenstraße" die Umbauarbeiten im Vorabendprogramm notwendig werden, ließen die ARD-Verantwortlichen zunächst offen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, erklärte der Senderverbund. In einem anderen Fall herrscht dagegen schon jetzt Klarheit: Auf der ARD-Medienlese kündigte Herres am Donnerstagabend in Berlin eine zusätzliche Ausgabe des Boulevardmagazins "Brisant" an. Die Sendung soll ab April auch sonntags um kurz nach 17 Uhr ausgestrahlt werden und damit - über 25 Jahre nach ihrem Start - an allen Tagen der Woche laufen.

"Wir geben unser Privatleben demnächst auf", scherzte Mareile Höppner, die zum Moderatoren-Team von "Brisant" zählt. Das soll unterdessen noch im Herbst mit einem neuen animierten Studio auf Sendung gehen - erste Eindrücke von der künftigen Optik konnten sich die Gäste der Medienlese bereits machen. Einem "virtuellen Haus" soll das Studio gleichen und die einzigen realen Gegenstände seien ein Schreibtisch im Erdgeschoss und ein Promi-Sofa im ersten Stock, erklärten Herres und Höppner.

Volker Herres bei der ARD-Medienlese© DWDL.de/Alexander Krei
Abseits des neuen "Brisant"-Studios hatte der ARD-Programmdirektor erste Bilder der neuen Staffel von "Babylon Berlin" im Gepäck, die jedoch erst im Herbst 2020 den Weg ins Erste schaffen wird - zuvor wird die Serie erneut bei Sky ihre Premiere feiern. Schon Anfang Oktober wird es dafür anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls den von Oliver Berben produzierten Spielfilm "Wendezeit" zu sehen geben, in dem Petra Schmidt-Schaller eine Doppelagentin verkörpert, die in einen emotionalen Ausnahmezustand gerät, als sich das Ende der DDR ankündigt.

Mit eher leichtem Stoff ist derweil zu rechnen, wenn im Frühjahr nach der "WaPo Bodensee" auch die "WaPo Berlin" am Vorabend ermitteln wird und die Hauptstadt von einer ganz neuen Perspektive aus zeigen soll. Neuen Schwung erhofft sich Herres zudem für den "In aller Freundschaft"-Ableger "Die jungen Ärzte", der an Weihnachten mit dem Special "Ganz weiß" erstmals zur besten Sendezeit auf Zuschauerfang gehen wird. Das Kalkül: Durch den prominenten Ausstrahlungstermin soll die Vorabendserie noch erfolgreicher werden - ein Kniff, der sich ganz offensichtlich für leichte Serienstoffe umsetzen lässt, nicht aber für den "Weltspiegel".

Dabei betonte Volker Herres bei der ARD-Medienlese den Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ebenso wie RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. "Wir wollen das Vertrauensmedium sein", sagte Schlesinger in ihrer Rede und bezeichnete den Qualitätsjournalismus als Gegengewicht zu den Fake News, die in sozialen Medien die Runde machen. Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin des ARD-Vermarkters AS&S, schlug zuvor in eine ähnliche Kerbe. "Vertrauen ist etwas, das man nicht kaufen kann, sagte sie und versprach den anwesenden Werbekunden "Sicherheit für Ihre Marke".

Rundum glücklich war Schneiderbanger allerdings nicht. Trotz steigender Vorabend-Quoten leidet auch AS&S unter zurückhaltenden Buchungen. "Es ist kein einfaches Jahr", räumte sie in Berlin ein und sprach von einer "herausfordernden Zeit". Letzteres dürfte den Redaktionen des "Weltspiegels" auch bevorstehen. Von ihnen war bei der ARD-Medienlese allerdings keine Rede.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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