Stefan Raue © MDR/Marco Prosch
Deutschlandradio-Intendant in der "FAZ"

Stefan Raue: "Transparenz heißt mehr als Fehlerkultur"

 

In der "FAZ" spricht sich Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue für mehr Transparenz aus, die über die Fehlerkultur hinausgeht. Zudem macht er sich für einen anderen Umgang mit der AfD stark. Man solle die Partei nicht ständig zum Bezugspunkt machen.

von Alexander Krei
01.10.2019 - 09:10 Uhr

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue hat sich in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" dafür ausgesprochen, mit verstärktem Erklären für Transparenz zu sorgen. "Trans­pa­renz heißt mehr als Feh­ler­kul­tur", sagte Raue. "Wir müs­sen zu un­se­ren Feh­lern ste­hen, wir müs­sen auch er­klä­ren, wie sie zu­stan­de kom­men. Aber Trans­pa­renz geht noch wei­ter. Wir müs­sen er­klä­ren, war­um wir et­was tun, war­um wir mit der ei­nen Per­son ge­spro­chen ha­ben und mit der an­de­ren nicht, dass wir die­sen nicht er­reicht ha­ben oder je­ner nicht mit uns spre­chen woll­te. Wir ha­ben lan­ge ge­glaubt, uns nicht er­klä­ren zu müs­sen. Wir müs­sen aus un­se­rem Turm raus und er­klä­ren, was wir war­um tun."


Zur Glaubwürdigkeit soll das Duzen der Hörerinnen und Hörer in den Podcasts beitragen. "Wir du­zen die Hö­rer auch, nicht weil wir sie an­kum­peln wol­len, son­dern weil die Men­schen ger­ne di­rekt und per­sön­lich an­ge­spro­chen wer­den", so der Deutschlandradio-Intendant. "Es ist schon viel ge­won­nen, wenn man al­les nicht mehr so ge­schnie­gelt macht. Denn das ist Re­lo­ti­us – aber das ist, mit Ab­stri­chen, Hör­funk und Fern­se­hen auch. Wir ha­ben schon ganz schön po­liert. Nicht aus Täu­schungs­grün­den, son­dern weil es wie ein pu­lit­zer­preis­ver­däch­ti­ges Pro­dukt aus­se­hen soll. Hö­re­rin­nen und Hö­rer, Zu­schaue­rin­nen und Zu­schau­er kön­nen mit Un­eben­hei­ten viel bes­ser um­ge­hen, wenn wir sie er­klä­ren."

Mit Blick auf den Umgang mit der AfD spricht sich Stefan Raue für eine andere Herangehensweise aus. "Wir sind auf merk­wür­di­ge Wei­se zu fi­xiert auf das, was die AfD sagt und macht. In vie­len Ge­sprächs­for­ma­ten wur­den Run­den zu­sam­men­ge­stellt, in de­nen ei­ner die Op­po­si­ti­on stellt, und das war dann die AfD. Wenn ich al­le po­li­ti­schen und kul­tu­rel­len Be­zü­ge im­mer in Rich­tung AfD wen­de, be­kommt die­se Par­tei ein Vo­lu­men – nicht Sub­stanz, Vo­lu­men –, das ihr nicht zu­steht", so Raue in der "FAZ". "Wir soll­ten die AfD nicht stän­dig zum Be­zugs­punkt al­ler un­se­rer po­li­ti­schen Dis­kus­sio­nen ma­chen."

Dass das alte Radio auf absehbare Zeit abgelöst wird, glaubt Raue derweil nicht. "Es hat sei­ne Be­rech­ti­gung in vie­len Si­tua­tio­nen, es ist ein an­spruchs­vol­les Be­gleit­me­di­um. Den­ken Sie nur ans Au­to­fah­ren. Wir sind ein mo­bi­les Volk. Wir wer­den im Au­to auf ab­seh­ba­re Zeit nicht fern­se­hen, wir hö­ren Ra­dio und nut­zen – hof­fent­lich auf er­laub­te Wei­se – Smart­pho­nes. Als All­tags­me­di­um ist das Ra­dio un­schlag­bar." Die Radionutzung sei jedoch eine Generationsfrage. "Die Me­di­en­nut­zung von Men­schen un­ter und über fünf­und­drei­ßig Jah­ren un­ter­schei­det sich fun­da­men­tal", betonte Raue und zeigte sich doch zufrieden, schließlich sei die Nutzung der drei Deutschlandradio-Programme zuletzt gestiegen.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Gehobene Redakteurin (m/w/d) in Leipzig Projektmanager Content (m/w/d) in Augsburg Büroleiter/in / Referent/in in der Geschäftsführung (m/w/d) in Frankfurt am Main Product- und Workflow-Engineer (m/w/d) für Softwareprodukte im Bereich Filmproduktion in München Praktikant (m/w/d) Markt- und Wettbewerbsanalyse in Unterföhring bei München Trainee (m/w/d) New Business & GEO Sales in Berlin Manager Sendeplanung (w/m/d) in Oberhaching bei München Vertriebsassistent/Booker für Speaker freiberuflich (m/w/d) in Köln Produktionsleiter (m/w/d) in Oberhaching Contract Manager (m/w/d) in Teil- oder Vollzeit in Oberhaching bei München Gehobene Redakteurin (m/w/d) in Leipzig Produktionsleitung (m/w/d) in Berlin (Junior-)Redakteur/in in München Lektor / Schlussredakteur in Teilzeit (m/w/d) in Berlin Volontariat in der Newsredaktion in Berlin Creative Producer (m/w/d) in Ismaning bei München Entwicklungsredakteur-Konzeptioner (m/w/d) in Ismaning bei München Multimedia-Operator (w/m/d) in Köln Sales-Manager Digital (w/m/d) in München (Junior-)Redakteur/in Development (m/w/d) in München Assistent/in der Geschäftsführung und der Produzenten (m/w/w) in München Social-Media-Redakteur für stern TV (w/m/d) in Köln Produktionsassistenz / Aufnahmeleitung (m/w/d) in München Junior Redakteur (m/w/d) in Berlin Leitung Finanzen, Controlling & Administration (m/w/d) in München Redakteure (m/w/d) für ein Comedy-Format in Köln Redakteure / Rechercheure (w/m/d) für ein Primetime Format in Köln Redakteure (m/w/d) (RTL STUDIOS) in Köln Redaktionsassistenz (m/w/d) in Köln Redakteur/Realisator (w/m/d) in NRW Junior Performance Marketing Manager (Voll- oder Teilzeit) in München
Montags: Aktuelles aus dem Milliardengeschäft Sport - präsentiert von Eurosport zum Sports-Update Dienstags: Neuigkeiten aus der Fernseh- und Medienlandschaft Österreichs zum Austria-Update Mittwochs: Very british: Die News der Woche aus UK - präsentiert von ITV Studios Germany zum UK-Update Donnerstags: Die aktuellen Meldungen der Audio-Branche - präsentiert von Radio NRW. zum Audio-Update Freitags: Die wichtigsten Medien-Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zum US-Update Samstags: Ulrike Klode schreibt, was sie in ihrer Serienwoche bewegt hat zu Meine Woche in Serie Sonntags: Fernsehkritiker Hans Hoff über Aufreger und Programmperlen zum Hoff zum Sonntag
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 4 plus 4 ist

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.