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Medienhüter haben Programm geprüft

"Teenie Mütter" sei Dank: RTLzwei bleibt ein Vollprogramm

 

Mehr als ein Jahr lang haben die Medienhüter geprüft, nun gibt es eine Entscheidung: RTLzwei darf sich auch künftig Vollprogramm nennen. Ein großer Teil des Programms besteht demnach aus "fernsehpublizistischen Angeboten". Dennoch wünscht sich die ZAK mehr klassische News.

von Timo Niemeier
21.10.2019 - 13:02 Uhr

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Im September 2018 hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) angekündigt, den Vollprogramm-Status von RTLzwei zu überprüfen. Damals, als sich der Sender offiziell noch RTL II schrieb, kürzte man erneut seine News und verschob sie auf einen unprominenten Sendeplatz. Seither laufen sie, mit ungleich schlechteren Quoten als zuvor, auf einem Sendeplatz gegen 17 Uhr. Mehr als ein Jahr zog also ins Land, ehe nun das Ergebnis vorliegt: RTLzwei agiert auch künftig unter dem Status eines Vollprogramms. Das haben ZAK und die zuständige Landesmedienanstalt, die LPR Hessen, auf Anfrage von DWDL.de bestätigt. 

Zuvor hatten die Medienhüter eine Programmstrukturanalyse bei RTLzwei durchgeführt. Durchleuchtet wurde das Programm im letzten Quartal 2018 sowie im ersten Quartal dieses Jahres. Diese Analyse hat ergeben, dass RTLzwei den Anforderungen eines Vollprogramms nach wie vor genügt. Wichtig sind demnach vor allem Formate, die der "Fernsehpublizistik" zuzurechnen sind, erklärt eine Sprecherin der LPR Hessen gegenüber DWDL.de. 

Die Ergebnisse der Programmstrukturanalyse im Detail: Das gesamte Programm von RTLzwei umfasst 79 Prozent redaktionell erstellte Inhalte welcher Art auch immer, 21 Prozent bestehen aus Werbung, Teleshopping und Trailern. Von den 79 Prozent redaktionellen Programms sind 30 Prozent den sogenannten "fernsehpublizistischen Angeboten" zuzurechnen. "Die Verlegung der ‘RTLzwei News’ ist in diesem Zusammenhang ausschlaggebend dafür gewesen, dass eine Untersuchung durch die ZAK für notwendig erachtet wurde. Angesichts des fernsehpublizistischen Umfangs von nahezu einem Drittel des Programms war im Ergebnis festzustellen, dass das Programm von RTLzwei vielfältige Inhalte aufweist, die insgesamt einen angemessenen Anteil von Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung enthalten und damit einen wesentlichen Teil des Programms bilden", so die Sprecherin der Landesmedienanstalt. 

Von "Autopsie" bis hin zu den "Hausenblas"

Spannend ist dabei vor allem der Blick auf die Art der sogenannten "fernsehpublizistischen Angebote". Laut LPR Hessen fallen neben den klassischen Nachrichten nämlich auch noch eine Reihe weiterer Formate darunter. So zählt "Grip - Das Motormagazin" ebenso dazu wie die Doku-Reihen "Hartz und herzlich" und "Armes Deutschland". Ebenfalls als "fernsehpublizistische Angebote" gewertet haben die Medienhüter unter anderem auch die Sendungen "Autopsie - Mysteriöse Todesfälle", "Der Jugendknast" und die "Pop-Giganten". 

Die LPR Hessen hat aber auch einige Reality-Sendungen in die Wertung mit einfließen lassen. So sind nach Ansicht der Medienhüter auch Sendungen wie "Teenie Mütter", "Einfach hairlich - Die Friseure" oder "Der Trödeltrupp" Angebote der Fernsehpublizistik. Auch das Format "Hausenblas - Die Staubsaugervertreter Deluxe" zählt dazu, davon zeigte RTLzwei im vergangenen Jahr lediglich sieben Ausgaben - fünf davon liefen nach Mitternacht. Die Dokusoaps "Zuhause im Glück" und "Die Bauretter" haben RTLzwei weitere paar Prozentpunkte in der Wertung eingebracht, auch wenn der Sender beide Formate inzwischen eingestellt hat. Eine vollständige Liste der laut LPR Hessen "fernsehpublizistischen Angebote" finden Sie auf Seite zwei. 

ZAK wünscht sich mehr klassische News

RTLzwei liegt mit den 30 Prozent "fernsehpublizistischen Angeboten" deutlich über der Grenze, die ein Vollprogramm aufweisen muss. Die ZAK fordert mindestens zehn Prozent, sonst kann einem Sender der Status des Vollprogramms aberkannt werden. Trotz der für RTLzwei positiven Entscheidung, haben die Medienhüter etwas zu kritisieren. Die ZAK hat bei ihrer Entscheidung nämlich auch zu erkennen gegeben, dass sie sich einen höheren Anteil an klassischer Nachrichtenberichterstattung wünscht. Das ist aber nur ein Wunsch, dem RTLzwei nicht nachkommen muss. Ohnehin hatte der Sender in der Vergangenheit nicht nur seine "News" gekürzt, sondern auch das wöchentliche "Nachrichtenjournal" eingestellt.

RTLzwei ist ein Sender, der ein breites Programmangebot mit gesellschaftlich relevanten Inhalten vorweisen kann.
RTLzwei-Sendersprecher

Bei RTLzwei freut man sich nun jedenfalls über die Entscheidung von ZAK und LPR Hessen. Schon in der Vergangenheit zeigte man sich recht selbstbewusst und verwies auf eine Reihe von Informationsangeboten, die man anbiete. Die Medienhüter haben das nun bestätigt. Ein Sendersprecher sagt jetzt gegenüber DWDL.de: "Wir begrüßen die Entscheidung der ZAK. RTLzwei ist ein Sender, der ein breites Programmangebot mit gesellschaftlich relevanten Inhalten vorweisen kann. Dazu zählen auch eine Vielzahl von Informationsformate, darunter unter anderem auch Nachrichten, produziert von infoNetwork. Mit diesem vielfältigen Angebot liefern wir als Privatsender einen wichtigen Beitrag für den Public Value, insbesondere für die junge Zielgruppe." Mit einem Ausbau der klassischen Nachrichtenberichterstattung ist aber wohl dennoch nicht zu rechnen.

Auf Seite zwei finden Sie eine Übersicht mit allen Formaten, die ZAK und LPR Hessen als "fernsehpublizistisch" eingestuft haben.

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