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Netflix bei Jüngeren erstmals unter Top 10

Medienanstalten: Relevanz von TV-Sendern nimmt ab

 

Die Medienanstalten haben die neueste Ausgabe ihres Medienvielfaltsmonitors veröffentlicht und erneut die schwindende Relevanz von klassischen Fernsehsendern betont. Bei den jungen Menschen spielt Netflix eine immer wichtigere Rolle, wenn es um Meinungsmacht geht.

von Timo Niemeier
08.11.2019 - 10:56 Uhr

Das lineare Fernsehen hat einen Marktanteil von 32,2 Prozent, wenn es um die Meinungsbildung der Bevölkerung geht. Damit ist das Fernsehen in diesem Bereich das wichtigste Medium, doch die Bedeutung nimmt ab. Das ist das Ergebnis des neuesten Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten. Gleichzeitig rückt das Internet auf und liegt mit 28,7 Prozent in seiner Meinungsbildungsrelevanz auf Platz zwei, dahinter folgt das Radio mit 18,7 Prozent. Der potenzielle Einfluss auf die Meinungsbildung der Tageszeitungen sinkt weiter auf nun noch 18 Prozent.

Seit 2015 ist die Relevanz des Internets in der Studie um 39 Prozent gestiegen, während die des Fernsehens um zehn Prozent gesunken ist. Bei den jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 29 Jahren sieht die ganze Sache übrigens schon ganz anders aus: Hier ist das Internet mit einem Meinungsbildungsgewicht von 58,2 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Mit Netflix hat es in dieser Altersgruppe erstmals ein Unternehmen mit nur einem einzigen Bewegtbildangebot in die Top 10 der Anbieter geschafft. Das Fernsehen hat seine Meinungsbildungsrelevanz bei den jungen Menschen in den letzten vier Jahren nahezu halbiert - von 25,8 ging es auf 13,7 Prozent nach unten. Damit liegt das Fernsehen in dieser Altersklasse noch hinter dem Radio, das auf 16,2 Prozent kommt. 

Die wichtigsten und größten Medienkonzerne in Sachen Meinungsbildung sind ARD, Bertelsmann, ZDF, Springer und ProSiebenSat.1. Sie decken rund 55 Prozent des Meinungsbildungsmarkts in Deutschland ab. Weitere 31,3 Prozent verteilen sich auf 25 Medienhäuser, die restlichen Anteile entfallen auf noch viel mehr Medienunternehmen. 

"In Zeiten der Verlagerung von Meinungsmacht ins Internet und zur Verhinderung der Machtkonzentration müssen sämtliche Angebote, die Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung haben, den gleichen Regelungen unterliegen. Wir brauchen eine moderne Regulierung mit fairen Regeln für alle Player", sagt Cornelia Holsten, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. 

 

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