heute+ © ZDF/Jana Kay
Neuaufstellung der Nachrichtenangebote

Aus für "heute+": ZDF arbeitet an neuen Spätnachrichten

 

Das ZDF plant eine Überarbeitung seines Nachrichtenangebots und wird in diesem Zusammenhang die TV-Ausstrahlung von "heute+" beenden. Die Nachrichtenmarke soll stattdessen ins Netz wandern. Spätnachrichten sind aber auch weiterhin geplant.

von Alexander Krei
22.11.2019 - 08:15 Uhr

Die ZDF-Spätnachrichtensendung "heute+" steht nach DWDL.de-Informationen vor dem Aus. Wie ein Sendersprecher auf Nachfrage bestätigte, soll das Format im kommenden Jahr nicht mehr im Fernsehen ausgestrahlt werden. Gestartet war "heute+" im Mai 2015 als Nachfolger von "heute nacht" mit dem Ziel, verstärkt junge Zuschauer anzusprechen - was nach "Markus Lanz" oder "Aspekte" zugegebenermaßen nicht so einfach war. Seither hatten die Macher vor allem im Netz immer wieder am Konzept geschraubt.

Das Ende von "heute+" geht einher mit einer Neuaufstellung der Nachrichtenangebote, die das Ziel hat, neben den TV-Marken "heute" und "heute-journal" auch "im Netz stärker und umfassender präsent zu sein", wie es aus Mainz heißt. Überschrieben ist die Reform mit dem Namen "ZDFheute 2020", in deren Zentrum ein Relaunch der Nachrichten-App steht. Diese soll "ein aktuelles und noch breiteres News-Angebot liefern" und die Nachrichten-Inhalte "noch vielfältiger in den sozialen Netzwerken" präsentieren, sagte ein Sendersprecher gegenüber DWDL.de.

Zugleich arbeitet das ZDF aktuell auch an einer neuen Optik für sein Nachrichtenstudio, das jedoch auch weiterhin virtuell sein wird. Komplett verschwinden wird die junge Nachrichtenmarke "heute+" im Zuge dessen aber nicht. "Das netzaffine Nachrichtenformat 'heute+', das bereits für den Brückenschlag zwischen TV und Netz steht, geht dann konsequent ins Netz und wird dort Video-Formate entwickeln, die auch die TV-Sendungen bereichern können – auch das späte Nachrichtenformat nach Mitternacht", kündigt das ZDF an. Auch in Zukunft will der öffentlich-rechtliche Sender also nicht auf Nachrichten am späten Abend verzichten.

Bereits vor einem Monat hatte sich ZDF-Intendant Thomas Bellut im DWDL.de-Interview mit Blick auf die Zukunft von "heute+" zurückhaltend geäußert. "'heute+' hat uns wichtige Erkenntnisse geliefert und war ein entscheidender Brückenschlag zwischen Fernsehen und Netz, auch für die Redaktionen dahinter. Es ist gut, dass 'heute+' eigene Themen setzt und Blickwinkel aufgreift und zeigt, dass jung aufbereitete Nachrichten ihr Publikum finden", sagte Bellut damals und betonte zugleich, dass das ZDF eine Spätsendung brauche, "die Nachrichten anders aufbereitet als das, was 'heute' und 'heute journal' machen."

Der bevorstehende Relaunch von "heute.de" mit mehr und eigenen Video-Formaten könne "ein spätes Nachrichtenformat auch noch einmal ganz anders speisen als bisher", erklärte der ZDF-Intendant. Dass er vage von Spätnachrichten und nicht von "heute+" sprach, ließ schon damals aufhorchen. Wie genau die neuen Spätnachrichten aussehen werden, ist indes noch nicht bekannt. Nach DWDL.de-Informationen soll "heute+" in seiner jetzigen Form Mitte kommenden Jahres eingestellt werden.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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