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Rundfunkrat stimmt Wirtschaftsplan zu

NDR erwartet für 2020 mehr als 30 Millionen Euro Minus

 

Der Rundfunkrat des NDR hat den Wirtschaftsplan des Senders für das kommende Jahr genehmigt. Der Sender erwartet in 2020 einen Fehlbetrag von mehr als 30 Millionen Euro, kalkulatorisch steht man sogar mit mehr als 100 Millionen Euro im Minus.

von Timo Niemeier
29.11.2019 - 17:30 Uhr

Der NDR rechnet für das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag von 132 Millionen Euro. Dabei handelt es sich aber zu einem großen Teil um kalkulatorische Aufwendungen, die nicht in die Bemessung des Rundfunkbeitrags durch die KEF eingeflossen sind, aus ihnen resultiert also kein Liquiditätsabfluss. Aber auch operativ sieht es nicht unbedingt besser aus: Hier erwartet der NDR für 2020 nämlich ein Minus von 34 Millionen Euro. Für den Zeitraum 2017 bis 2020 wird man dennoch ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. 

Der Rundfunkrat des NDR hat dem Wirtschaftsplan des Unternehmens nun auch zugestimmt. Festgelegt ist darin unter anderem auch, dass man im kommenden Jahr 9,5 Stellen sozialverträglich abbaut. Damit wird es im NDR noch 3.378 Planstellen geben. Seit 1993 hat man damit 731 Planstellen abgebaut. In der aktuellen Beitragsperiode und in der Zeit bis 2024 plant der NDR einen Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen von mindestens 111,5 Planstellen.

NDR-Intendant Lutz Marmor sagt: "Der Wirtschaftsplan 2020 ist geprägt von einem erneuten Spar- und Kürzungspaket für die Jahre 2019 und 2020 in Höhe von 28,5 Millionen Euro. Es ist notwendig, weil die Erträge aus Rundfunkbeiträgen unter anderem wegen der Befreiung von Zweitwohnungen nicht das erwartete Niveau erreicht haben. Wir setzen unseren moderaten Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen fort. Trotz allem werden wir dem Publikum ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Schwerpunkten beispielsweise zu Olympia bieten können."

Cornelia Nenz, Vorsitzende des NDR Rundfunkrats, ergänzt: "Der Wirtschaftsplan 2020 enthält auch Mittel für die Planung und den Aufbau einer konsequent crossmedial arbeitenden Nachrichtenredaktion in der NDR Zentrale in Hamburg. Der Rundfunkrat unterstützt diesen Umbauprozess des NDR und begrüßt die Neuausrichtung und das Zusammenwachsen von Hörfunk, Online und Fernsehen."

Für Nenz war es unterdessen der letzte Auftritt als Vorsitzende des Gremiums. Am Freitag ist nämlich Anke Schwitzer zur neuen Rundfunkrats-Vorsitzenden gewählt worden. Der Wechsel stand nun turnungsgemäß auf dem Plan. Schwitzer sitzt für den CDU-Landesverband Schleswig-Holstein im Rundfunkrat. "Die große Stärke des NDR liegt in seiner Verankerung in den Regionen. Der NDR ist gerade auch wegen seiner Landesfunkhäuser in den vier norddeutschen Bundesländern nah bei den Menschen. Die Vielfalt des Nordens im Programm in zeitgemäßer Form und Qualität abzubilden, bleibt angesichts der schwieriger werdenden finanziellen Situation eine Herausforderung. Der Rundfunkrat wird die NDR Geschäftsleitung konstruktiv begleiten und sich für die notwendigen Rahmenbedingungen einsetzen, damit der NDR auch im medialen Wandel seinen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen kann", sagt Schwitzer.

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