ProSiebenSat.1, Mediaset © ProSiebenSat.1/Mediaset
Derzeit keine Übernahme geplant

Mediaset kritisiert fehlende Strategie von ProSiebenSat.1

 

Nächste Woche findet die Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 statt, kurz davor haut nun Großaktionär Mediaset auf den Tisch und kritisiert den Konzern unter anderem für eine vermeintlich fehlende Strategie. Gleichzeitig sagen die Italiener, man wolle der Führung keine Strategie aufzwängen.

von Timo Niemeier
05.06.2020 - 15:59 Uhr

In den zurückliegenden Wochen hat sich die Situation bei ProSiebenSat.1 etwas beruhigt. Anfang des Jahres machte die Sendergruppe noch mit einigen prominenten Abgängen Schlagzeilen, einem Streit innerhalb des Vorstands und schließlich auch mit dem Aus von CEO Max Conze. Währenddessen stockte der italienische Medienkonzern Mediaset seine Anteile an ProSiebenSat.1 immer weiter auf - inzwischen hält die Sendergruppe des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi Optionen, um seinen Anteil auf 25 Prozent erhöhen. 

Jetzt, kurz vor der ProSiebenSat.1-Hauptversammlung in der kommenden Woche, hat sich Mediaset-Finanzchef Marco Giordani gegenüber dem "Spiegel" über das deutsche Unternehmen geäußert - und dabei nicht mit Kritik gespart. ProSiebenSat.1 habe "in den letzten Jahren versucht zu überleben, ohne eine Strategie für sein Mediengeschäft zu haben", so Giordani. Weil das Unternehmen auch zahlreiche Internet-Portale betreibe, hätten die Sender "gelitten" und Marktanteile an RTL verloren, so der Mediaset-Finanzboss. 

Zuletzt kündigte ProSiebenSat.1 ja eine Kehrtwende an, künftig will man sich auf die Unterhaltungssparte konzentrieren und sich von Beteiligungen trennen, sofern der Preis stimmt. Mediaset sieht nun die neue Führung rund um Rainer Beaujean "in der Pflicht, den Aktionären eine Wachstumsstrategie vorzulegen". Im Moment sehe er keine entsprechende Strategie. Alles, was zuletzt vorgelegt worden sei, "führt nur dazu, dass das Unternehmen schrumpft".


Ähnlich wie andere Medienunternehmen ist ProSiebenSat.1 hart von der Coronakrise getroffen worden, alleine im April sanken die Werbeeinnahmen der TV-Sender um mehr als 40 Prozent. Seine Jahresprognose hat das Unternehmen bereits kassiert, einen Ausblick auf die kommenden Monate traut man sich, wie viele andere Unternehmen, derzeit nicht zu. 

Marco Giordani betont gegenüber dem "Spiegel" auch, dass man derzeit kein Übernahmeangebot plane. Man wolle dem Management auch keine Strategie aufdrücken oder es bekämpfen, sagt der Finanzchef von Mediaset. "Vielleicht hat die Führung von ProSiebenSat.1 eine eigene Idee, woher das Wachstum künftig kommen soll." Dennoch, bei Mediaset ist man sich sicher: An einer Konsolidierung auf dem europäischen TV-Markt führe kein Weg vorbei.

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