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Aus für junges "Spiegel"-Angebot

Keine Perspektive mehr: "Spiegel" stampft "bento" ein

 

Nach fünf Jahren beerdigt der "Spiegel" die junge Marke "bento". Die wirtschaftlichen Aussichten seien nicht mehr gut, heißt es. Die Corona-Krise beschleunigte die negative Entwicklung. 16 Redakteurinnen und Redakteure sind von dem Schritt betroffen.

von Alexander Krei
10.06.2020 - 13:58 Uhr

Seit fünf Jahren versucht der "Spiegel" mit "bento" im Netz die "Generation Hashtag" zu erreichen, wie es der frühere "Spiegel Online"-Chefredakteur Florian Harms einmal sagte. Doch nun, nur wenige Monate, nachdem man sich an einem Relaunch des jungen Angebots versucht hat, wird die Marke komplett verschwinden - im Herbst ist endgültig Schluss. Von der "bento"-Auflösung sind nach Angaben des Verlags 16 Redakteurinnen und Redakteure betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen gemeinsam mit dem Betriebsrat jedoch möglichst vermieden werden, heißt es. 


Das Aus erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen. "Es ist großartig, wie schnell, mutig und professionell die jungen Redakteurinnen und Redakteure die Marke 'bento' aufgebaut und mit Leben gefüllt haben", lobt Stefan Ottlitz, der beim "Spiegel" die Produktentwicklung leitet. "Umso schmerzhafter ist es zu sehen, dass trotz dieses großen Engagements und guter erster Jahre die wirtschaftlichen Aussichten für 'bento' nicht mehr gut sind." So sei "bento", verstärkt durch die Erlösverluste in der Corona-Krise, nachhaltig in die Verlustzone geraten."

Zudem sei durch die weiter entfernte Positionierung vom "Spiegel" eine Flankierung durch Pay-Modelle nicht realistisch. Doch auch nach dem "bento"-Aus will der "Spiegel" weiterhin Menschen unter 30 ansprechen - dafür wird aktuell an einem neuen Angebot mit dem Arbeitstitel "Spiegel Start" gearbeitet, das mit fünf neuen Arbeitsplätzen beginnen und vorwiegend über Entscheidungshilfen beim Übergang vom Studium in den Job oder "Lebensweltliches" berichten soll. "bento" sei im Gegensatz dazu als eigenständiges Nachrichtenportal konzipiert gewesen, weshalb eine inhaltliche Neuausrichtung unter dieser Marke nur schwer gelinge, so der "Spiegel".


"Die Zielgruppe der unter 30-Jährigen ist für den 'Spiegel' relevant - und der 'Spiegel' ist für diese Zielgruppe", betonte "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans. "Die Zielgruppe wünscht sich vom 'Spiegel' Orientierung zu Fragen rund um Studium und Jobeinstieg. Ein darauf zugeschnittenes Angebot werden wir nun entwickeln - mit 'Spiegel Start'." Das neue Redaktionsteam soll künftig im Ressort Job & Leben verankert sein und sich eng mit den anderen Ressorts koordinieren. Geplant ist auch ein gedrucktes Supplement, das schon mit der "bento"-Redaktion entwickelt wurde. Es soll vierteljährlich dem "Spiegel" beiliegen, aber auch an Hochschulen verteilt werden.

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