Banijay Group / Endemol Shine © Banijay Group/Endemol Shine
Europäische Kommission winkt den Deal durch

Grünes Licht: Banijay darf Endemol Shine übernehmen

 

Die geplante Übernahme von Endemol Shine durch Banijay hat die wichtigste Hürde genommen: Die Europäische Kommission hat dem Deal jetzt zugestimmt. Die Übernahme dürfte auch Auswirkungen in Deutschland haben.

von Timo Niemeier
01.07.2020 - 15:28 Uhr

Im Oktober 2019 hat die Banijay Group angekündigt, Endemol Shine vollständig übernehmen zu wollen. Apollo Global Management und Disney, die zuvor jeweils 50 Prozent an der Produktionsschmiede hielten, wollten schon lange verkaufen, fanden aber nie einen Käufer. Zwischenzeitlich war der Verkaufsprozess unterbrochen, dann schlug Banijay doch noch zu. Nun nimmt die Übernahme konkrete Formen an: Die Europäische Kommission hat dem Vorhaben von Banijay grünes Licht erteilt. 

"Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die geplante Übernahme keine Wettbewerbsbedenken aufwirft, da in den betroffenen Ländern eine ausreichende Anzahl alternativer Akteure mit Portfolios ähnlicher Inhalte vorhanden ist", heißt es von der Europäischen Kommission. Das heißt konkret: Eine zu starke Stellung des dann neuen Konzerns Banijay/Endemol Shine liegt nicht vor, weil es noch viele andere Marktteilnehmer gibt. Dennoch ist der neue Konzern ein weltweites Schwergewicht. Nach Abschluss der Akquisition gehören zur dann neuen Banijay-Gruppe fast 200 Produktionsfirmen in 23 Territorien. Der neue Konzern verantwortet unter anderem Formate und Marken wie "Black Mirror", "Versailles", "Peaky Blinders", "Big Brother", "MasterChef", "Survivor", "Temptation Island", "Frauentausch" und "The Island". 

Keine zu große Marktmacht

Wie viel genau Banijay für Endemol Shine auf den Tisch legt, ist nicht klar. Damals wie heute steht aber eine Summe von rund zwei Milliarden Euro im Raum - darin enthalten sind aber auch die immens hohen Schulen von 1,75 Milliarden Euro, die Endemol Shine in den vergangenen Jahren angehäuft hat. 


Die Übernahme von Endemol Shine durch Banijay dürfte auch in Deutschland zu Veränderungen führen. Wie genau die aussehen werden, ist derzeit aber noch unklar. Hierzulande agieren Banijay Germany und Endemol Shine Germany, beide inklusive diverser Tochtergesellschaften, unabhängig voneinander. Während Banijay vom ehemaligen Endemol-Shine-Germany-Chef Marcus Wolter geführt wird, sitzt auf dessen ehemaligen Sessel Magnus Kastner. 

Banijay-Chef Courbit ist am Ziel

Ohnehin gibt es rund um den Deal einige interessante Personalien. Kurz vor der Übernahme-Ankündigung verließ mit Cathy Payne die Chefin von Endemol Shine International das Unternehmen. Damals hieß es, sie wolle sich "komplett neuen Herausforderungen" stellen. Wenig später heuerte sie bei Banijay an. Spannend ist der Deal auch für Banijay-Chef Stéphane Courbit. Seine erste, in den 90er Jahren gegründete Produktionsfirma verkaufte er einst an Endemol, er wurde zum Geschäftsführer von Endemol France. Später trennte man sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen und Courbit gründete Banijay. Nun übernimmt er seinen einstigen Arbeitgeber und schafft das weltweit größte unabhängige Produktions- und Distributionsunternehmen. Er hält auch künftig die Mehrheit am neuen Konzern. 

Teilen

Kommentarbereich anzeigen
Mit den Newslettern der DWDL.de-Redaktion sind Sie werktäglich bestens informiert. Für die Rundum-Versorgung abonnieren Sie einfach alle Angebote oder wählen den für Sie passenden Newsletter...
Name:
E-Mail:
Frage: 2 mal 4 ist

Ich möchte die folgenden Newsletter erhalten:
Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.