WDR-Funkhaus © WDR/Lena Heckl
20-Jähriger ist bei den Identitären

Umweltsau-Protest: Verfahren gegen Geldauflage eingestellt

 

Weil Mitglieder der Identitären Bewegung Anfang des Jahres im Zuge der Umweltsau-Diskussionen aufs Dach des WDR in Köln stiegen, ermittelte der Staatsschutz. Gegen eine beteiligte Person ist das Verfahren nun eingestellt worden.

von Timo Niemeier
02.08.2020 - 12:00 Uhr

Anfang des Jahres sorgte das sogenannte Umweltsau-Video des WDR für viele Diskussionen und Proteste. In der Satire sang ein Kinderchor den Titel "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", allerdings in einer veränderten Fassung. "Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau", hieß es da. Das sorgte für so viel Kritik, dass der WDR das Video löschte und Intendant Tom Buhrow sich entschuldigte - und damit seinen eigenen Mitarbeitern in den Rücken fiel. Auch das sorgte für Empörung innerhalb des Senders. 

Im Zuge von Umweltsau-Gate kam es in Köln auch zu Protesten gegen bzw. für das Video und den WDR. Außerdem stiegen Anfang Januar mehrere Männer auf das Dach des WDR-Funkhauses, sie entrollten ein Banner und warfen Flyer. "WDRliche Medienhetze stoppen! GEZ sabotieren", war dort zu lesen. Die Männer, das war schnell klar, sind Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung. 

Nun ist ein Verfahren gegen einen der Beteiligten gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Dem 20-Jährigen wurde Hausfriedensbruch und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen, er räumte seine Teilnahme an der Aktion vor dem Kölner Amtsgericht ein. Er bekannte sich auch zu seiner Mitgliedschaft bei den Identitären. Weil der junge Mann noch Auszubildender ist und noch bei seiner Mutter lebt, schlug die Jugendgerichtshilfe die Anwendung von Jugendstrafrecht vor. Die Staatsanwaltschaft willigte ein und stimmte zudem einer Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage zu. Ansonsten während weitere, umfangreiche Ermittlungen nötig geworden. "Ich will das Verfahren hier nicht unnötig aufblähen", sagte der zuständige Staatsanwalt.

Die Verfahren gegen die anderen an der Aktion beteiligten Männer sind aber noch nicht zu Ende, das bestätigte ein Sprecher des Amtsgerichts gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Demnach seien drei weitere Verfahren anhängig, ein Verhandlungsdatum gibt es hier noch nicht. Gegen einen weiteren Beschuldigten sei das Verfahren abgetrennt und an die für dessen Wohnsitz zuständige Staatsanwaltschaft Stuttgart abgegeben worden, berichtet die dpa.

 

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