Montagabend, kurz nach 19:30 Uhr vor dem Paul-Löbe-Haus in Berlin: Reporter Michael Wüllenweber war gerade beim Nachrichtensender Welt auf Sendung, da gelang es zwei Personen ohne Maske und Sicherheitsabstand direkt neben ihn ins Bild zu kommen. Bei den Männern handlelt es sich um keine Unbekannten - beide sind in der Vergangenheit bereits dadurch aufgefallen, das Coronavirus zu leugnen.

Einer von ihnen: Björn Winter, der unter dem Pseudonym Björn Banane als Schlagersänger fragwürdige Titel singt und in der Vergangenheit auf einer Demonstration gegen die Corona-Politik die Maßnahmen der Polizei mit dem Nationalsozialismus verglichen haben soll, wie das Online-Portal "Democ" vor einigen Monaten berichtete. Bei einer ähnlichen Kundgebung soll er zuvor gesagt haben, er komme sich angesichts der Durchsetzung der Corona-Maßnahmen “wie ein Jude im Dritten Reich” vor. 

Bei der anderen Person handelt es sich um Thomas Brauner, der als Busfahrer arbeitete und Schülerinnnen und Schüler dazu genötigt haben soll, in seinem Bus die Masken abzusetzen. Am Montagabend verschaffte er sich - bekleidet im Hoodie mit der Aufschrift "Schluss mit dem Lockdown" - Zutritt zu besagter Live-Schalte, die Michael Wüllenweber daraufhin umgehend beendete. Wie schwer die Arbeit für Journalistinnen und Journalisten geworden ist, zeigt alleine schon der Umstand, dass Wüllenweber mit zwei Sicherheitsleuten vor Ort war.

Nach Angaben von Welt hätten zuvor gleich fünf Leute die Security bedrängt, ehe sich der Mann direkt neben Wüllenweber stellte, um seine Botschaft zu verbreiten. "Diese Aktionen sind sowohl Angriffe auf die Pressefreiheit als auch auf die Gesundheit und Sicherheit unserer Journalisten", sagte Welt-Sprecherin Kristina Faßler gegenüber DWDL.de zu dem Vorfall. "Seit 14 Monaten berichten wir über alle Facetten der Pandemie. Diverse Meinungen und Erkenntnisse haben in unserer werktäglich 14-stündigen Berichterstattung großen Raum, so dass sich Zuschauer*innen ihre eigenen Meinung bilden können. Die Behinderung der journalistischen Arbeit, wie sie gestern wieder einmal passiert ist, ist einfach nur armselig."

Welt kündigte unterdessen an, Anzeige erstatten zu wollen. Auf seinem Telegram-Account, dem immerhin fast 5.000 Menschen folgen, rief Björn Winter seine Followerschaft noch am Montagabend dazu auf, ihn finanziell zu unterstützen - in Form einer Schenkung. Nicht der erste Vorfall: Vergleichbares war bereits Anfang April vor einem Impfzentrum passiert. Damals war es Welt-Reporter Jens Reupert, der von zwei Personen bedrängt wurde, ehe auch er die Live-Schalte abbrach. Neben ihm im Bild: Björn Banane und sein Busfahrer-Freund.

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