Donata Hopfen soll nach ihrem kurzen Intermezzo als Chefin der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in den Aufsichtsrat von ProSiebenSat.1 einziehen. Das berichtet zumindest das "Handelsblatt" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Vor ihrem Wechsel zur DFL war die 46-Jährige für Axel Springer tätig.

Erfahrung kann ProSiebenSat.1 in der aktuellen Situation gut gebrauchen. Gerade erst hatte der Konzern die Veröffentlichtung der Bilanzpräsentation auf unbestimmte Zeit verschoben, weil es regulatorische Fragen zum Geschäft der beiden Tochterfirmen Jochen Schweizer und Mydays gibt, die bis Ende April geklärt werden müssen. Sollte die Frist verstreichen, könnte ProSiebenSat.1 gar aus dem MDax fliegen.

Unklar ist im Zuge dessen auch, ob die für Mai geplante Hauptversammlung stattfinden kann. Im Hintergrund herrscht derweil ein Streit um die künftige Ausrichtung des Unternehmens - und ein Kampf um die frei werdenden Aufsichtsratsmandate. Der Berlusconi-Konzern MFE hält aktuell 29 Prozent der Anteile und auch die tschechische Finanzgruppe PPF ist kürzlich zum Großaktionär aufgestiegen.

Wie genau sich Donata Hopfen inmitten des Richtungsstreits positionieren soll, bleibt indes abzuwarten. Ihre Zeit bei der DFL war denkbar kurz. Erst im Dezember hatte sie nach nicht einmal einem Jahr im Amt ihren Posten als Vorsitzende der Geschäftsführung niedergelegt.

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