Foto: Betty TVDie Fernbedienung "Betty" selbst - nicht gerade ein kleines Gerät - verfügt im Unterschied zu herkömmlichen Fernbedienungen über ein recht großes Display und einige zusätzliche Aktionstasten. Diese lassen sich aber überraschend intuitiv bedienen. Ist zum laufenden Fernsehprogramm eine Aktion verfügbar, macht sich "Betty" mit einem akustischen Signal bemerkbar. Die TV-begleitenden Aktionen, die über "Betty" angeboten werden, sind zu mindestens zwei Dritteln kostenlos und finden zu maximal einem Drittel in einem werblichen Kontext statt.
 
Kostenpflichtige Aktionen werden kenntlich gemacht und müssen explizit bestätigt werden. Abgerechnet werden die dabei entstehenden Kosten über die Telefonrechnung. Erster Kooperationspartner von Betty im deutschen TV-Markt ist die ProSiebenSat.1-Gruppe mit den Sendern Sat.1, ProSieben und kabel eins. Pro Sender werden derzeit täglich über 30 interaktive Aktionen angeboten. "Mit Betty gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung TV 2.0", sagt ProSiebenSat.1-Vorstand Christmann.

In der Schweiz, wo Betty bereits seit 2006 am Markt ist, konnte man schon Erfahrungen mit der Langzeitattraktivität des Angebots machen und zeigt sich zufrieden. Neun von zehn Zuschauern nutzen Betty dort mehrmals pro Woche, beinahe jeder Zweite sogar mehrmals täglich. Die Response-Quote bei den Betty-Aktionen liegt konstant bei über 30 Prozent. In der Schweiz sind übrigens auch schon die RTL Group sowie das Schweizer Fernsehen mit an Bord. Dass man in Deutschland als erste Sendergruppe dabei ist und "Lorbeeren und PR" einheimst, freut ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Peter Christmann, wie er bei der Präsentation in München ehrlich zugibt. Und dass man mit "Betty"-Aktionen während der Werbepause die Zuschauer vor dem Fernseher und bei den eigenen Sendern hält, freut Christmann als Chef des ProSiebenSat.1-Vermarkters SevenOne Media natürlich auch. Dennoch wünscht er sich, dass auch noch weitere Sender "Betty" in ihr Programm integrieren. "Wir sind dran. In zügigen Abständen werden weitere Sender folgen", verspricht Betty TV-Vorstandsvorsitzender Schmidt.
 
 
"Betty" wird im kompletten Set für 39,90 Euro angeboten, für den Zuschauer fallen danach weder Abo- noch Verbindungsgebühren an. Neben der Fernbedienung gehören ein Betty-Scart-Adapter und ein Betty-Telefon-Adapter zum Set. Zu erwerben ist "Betty" ab sofort im Elektrohandel (Saturn, Karstadt, EP, Euronics u.a.) sowie im Internet über Amazon, Cyberport, den ProSieben-Shop sowie einen eigenen Betty-Online-Shop. Mittelfristiges Ziel von Betty TV ist laut Vorstandsvorsitzendem Schmidt, Hersteller dazu zu bewegen, die Fernbedienung neuen TV-Geräten gleich beizulegen. In Anlehnung an einen Chiphersteller also "Betty inside".

An den Verkäufen des Starter-Sets verdient Betty TV nach Angaben von Schmidt im Übrigen nicht. Finanzieren soll sich das Vorhaben ab einer gewissen Größe durch die Premiumdienste sowie Werbekunden, die die Kontaktmöglichkeit zum Zuschauer nutzen wollen um z.B. Feedback zu bekommen, Warenproben oder Infomaterial anzubieten. Per Knopfdruck kann der Zuschauer dann entscheiden, ob ihn das Produkt interessiert oder nicht. "Das ist ein Marketing-Traum", schwärmt Christmann. "Das ist ja ein Traum, wenn der Zuschauer in der Werbepause dranbleibt", sagt auch Sonya Kraus - und Peter Christmann lächelt glückselig. Willkommen beim TV 2.0.