Schon seit Wochen ist die Vertragsverlängerung von Florian Silbereisen und dem MDR, der dem Ersten zahlreiche Samstagabendshows mit dem Entertainer zuliefert, eine Hängepartie. Der laufende Deal endet in einem Monat. Kommende Woche nun soll der MDR-Rundfunkrat eine Vertragsverlängerung bewilligen – aber nur für ein Jahr. Zuletzt hatte Silbereisen einen Vier-Jahres-Vertrag.

 

Die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet nun unter Berufung auf Aussagen von MDR-Intendant Ralf Ludwig in einer Enquetekommission des sachsen-anhaltischen Landtags von erheblichen Kürzungen im Unterhaltungsprogramm, das vom MDR kommt. "Wir werden Unterhaltung nicht mehr auf diesem Niveau machen können, wie wir es bisher gemacht haben." Konkret auf die Silbereisen-Shows bezogen, sprach Ludwig von einer Hoffnung, dass man es 2024 noch einmal hinbekomme, "weil es uns wichtig ist."

Für den 13. Januar planen MDR und Das Erste übrigens bereits mit den "Schlagerchampions" von Florian Silbereisen. Dazu hat die MDR-Spitze bereits einen gesonderten Vertrag abgeschlossen, wie der "Mitteldeutschen Zeitung" kürzlich bestätigt wurde. Mit teils mehr als fünf Millionen Fans und mitunter mehr als 20 Prozent Marktanteil gesamt sind die Shows mit Silbereisen im Ersten weiter erfolgreich.

 

Doch ab 2025 wackeln die Formate offenkundig. Für die Zukunft werde es "auf diesem Niveau nicht mehr gehen", stellte der MDR-Intendant klar. Zudem seien auch Streichungen von Stellen beim MDR geplant, sowohl bei freien Mitarbeitenden wie auch bei festen. Gerne würde man den Prozess sozialverträglich gestalten, aber "das können wir nicht mehr, leider", erklärte der MDR-Intendant. Wegfallen könnte auf Sicht auch der MDR-Standort Halle. Ludwig appellierte nämlich an die Politik, die festgeschriebene Zahl an Standorten zu reduzieren. In jedem Bundesland ein Standort wäre auch eine "gute Perspektive".