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Radio-Update vom 8. Februar

Termin für Radiopreis steht, MABB lehnt MEGA Radio ab

 

Termin und Location für die Verleihung des Deutschen Radiopreises 2018 stehen fest, in Berlin wurde über die Neubelegung der DAB+-Kapazitäten entschieden - und der Antrag von MEGA Radio abgelehnt und im Koalitionsvertrag steht kein UKW-Abschaltdatum

von Uwe Mantel
08.02.2018 - 11:30 Uhr

Deutscher Radiopreis
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Der Termin für die diesjährige Verleihung des Deutschen Radiopreises steht fest: Am 6. September geht die Gala über die Bühne. Auch wenn der glamouröse Ausflug in die Elbphilharmonie wie im letzten Jahr schon angekündigt einmalig bleibt, findet die Verleihung auch 2018 wieder in Hamburg statt, genauer gesagt im Schuppen 52. Joachim Knuth, Vorsitzender des Radiopreis-Beirats und NDR Programmdirektor Hörfunk: "Der Deutsche Radiopreis gehört inzwischen zu den wichtigsten Medienpreisen in Deutschland. Bereits zum neunten Mal richten wir in Hamburg das Scheinwerferlicht auf diejenigen, die sonst hinter dem Mikrofon sitzen, und zeigen die Vielfalt, die Radio so reizvoll macht. Ich freue mich gemeinsam mit den Stiftern und Partnern auf den Wettbewerb."

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MEGA Radio erhält keinen Platz mehr im DAB+-Angebot in Berlin. Der Medienrat der MABB hat den Antrag mit der Begründung abgelehnt, dass der Anbieter nicht überzeugend darlegen konnte, dass "das Programm vollständig unter seiner alleinigen medienrechtlichen Verantwortung steht", so MABB-Direktorin Anja Zimmer. MEGA Radio strahlt täglich etwa 12 Stunden lang zugeliefertes Programm des staatlichen russischen Medienunternehmens Rossiya Segodny aus und wird dafür auch vergütet. MEGA Radio kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen. Kapazitäten auf dem Berliner DAB+-Multiplex erhalten stattdessen 94,3 rs2, Berliner Rundfunk, Kiss FM, Maxx FM, nice, pure fm, Radio Gold, Radio Teddy und Star*Sat Radio.

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Weil im Zuge des Bewerbungsverfahrens 15 Antragsstelle Interesse an einer zusätzlichen Verbreitung in Brandenburg geäußert hätten, hat der Medienrat zudem beschlossen, einen zweiten DAB+-Multiplex aufzubauen, der sowohl Berlin als auch Brandenburg abdeckt. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Vorsitzender des Medienrats: "Durch unsere Entscheidung für einen zusätzlichen Multiplex kann die Programmvielfalt in Brandenburg erhöht werden. Zukünftig könnten hier mehr private Programme empfangen werden. Wir freuen uns, dass auch der rbb angekündigt hat, DAB+ in Brandenburg weiter auszubauen."

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Nachdem in der vergangenen Woche Meldungen die Runde machten, dass CDU/CSU und SPD womöglich im Koalitionsvertrag das Ziel festlegen wollen, dass bis Ende der Legislaturperiode ein UKW-Abschaltdatum feststehen soll, schlugen die Privatradioverbände VPRT und APR gemeinsam Alarm. "Eine UKW-Abschaltung durch die Hintertür des Koalitionsvertrags würde bedeuten, die Existenzgrundlage der Privatradios in Deutschland in Frage zu stellen", so Klaus Schunk vom VPRT. Die Privatradios plädieren dafür, dass ein Abschaltdatum erst festgelegt werden dürfe, wenn die tatsächliche analoge Nutzung unter 10 Prozent sinke. Die Lobbyarbeit hat offenbar gefruchtet: Im nun vorliegenden Koalitionsvertrags-Entwurf gibt es keinerlei Aussagen zum Ende der UKW-Verbreitung. Übrig blieb die generelle Aussage: "Wir  werden unter Einbeziehung aller Akteure im Digitalradio Board Maßnahmen entwickeln, um die Digitalisierung des Hörfunks weiter voranzutreiben." So sollen etwa die Interoperabilitäts-Regelungen im TKG, die bislang nur Fernsehgeräte umfassen, weiterentwickelt werden. Darin ist u.a. festgelegt, dass alle Geräte den Empfang digitaler Signale beherrschen müssen.

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100 Tage nach dem Start zählt die neue ARD-Audiothek bereits 321.000 App-Downloads. Das ursprünglich angepeilte 3-Monatsziel von 50.000 Downloads ist damit weit übertroffen worden. Seither wurden 5,7 Millionen Audio-Inhalte abgerufen, die durchschnittliche Verweildauer liegt bei 16 Minuten, was auch daran liegt, dass Hörspiele neben Wissensinhalten, Comedy und Satire zu dem am meisten abgefragten Inhalten gehören. SWR Intendant Peter Boudgoust: "Mit der ARD Audiothek haben wir ganz offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Für immer mehr Menschen gehört Mediennutzung auf Smartphones und Tablets zum Alltag. Da war es nur konsequent, dass die ARD ihre vielfältigen exzellenten Audios in einer App bündelt. Dass die ARD Audiothek schon nach kurzer Zeit so begeistert angenommen wird, freut mich sehr."

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