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Wie viel Mittelalter steckt in "Game of Thrones"?

 

Wenn man "Game of Thrones" sieht, muss man unweigerlich an mittelalterliche Könige und Burgen denken. Doch entspricht das, was wir da sehen, tatsächlich dieser Epoche? Dieser Frage geht Ulrike Klode zum Auftakt der neuen Staffel der "Seriendialoge" nach - im Gespräch mit einem Geschichtsprofessor.

von Ulrike Klode
22.09.2017 - 15:53 Uhr

Seriendialoge: Realitätsbezug von
© HBO/flickr:gothopotam

Ja, eigentlich ist "Game of Thrones" eine Fantasyserie: Es gibt Drachen und sogar hin und wieder Zauberei. Doch die Ritter, die Könige, die Burgen, die Art zu leben, zu arbeiten und zu speisen erinnert sehr stark an das, was man gemeinhin als Mittelalter kennt. Also die Epoche in der europäischen Geschichte zwischen Antike und Neuzeit, etwa vom 6. bis 15 Jahrhundert. Und auch der Autor der Buchvorlage, George R. R. Martin, hat sich wiederholt dazu geäußert, dass ihn bestimmte Ereignisse der europäischen Geschichte zu seiner Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" inspiriert haben. Aus Martins Büchern haben die Showrunner David Benioff und D. B. Weiss ein erfolgreiches Epos gemacht, das mittlerweile sieben Staffeln umfasst und nach der achten Staffel enden wird. Höchste Zeit, mal der Frage nachzugehen: Wieviel Mittelalter steckt in der HBO-Serie? Oder sind das nur Vorurteile, die hier bedient werden?

Ein Gespräch über historische Vorbilder, popkulturelle Sehnsüchte, Mittelalter-Klischees und die wahre Macht der Eisernen Bank von Braavos.
Klicken Sie auf folgenden Audioplayer, um die Folge zu hören.

Unser Gast diesmal: Prof. Dr. Christoph Dartmann

Dr. Christoph Dartmann ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Hamburg. Gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Barbara Müller, Professorin für Kirchen- und Dogmengeschichte, hat er im Sommersemester 2017 ein Projektseminar mit dem Titel "'Game of Thrones' - Das Mittelalter in der Gegenwart" angeboten.

Seriendialoge-Selfie
© Ulrike Klode

Für das Gespräch haben wir uns in Dr. Dartmanns Büro getroffen, das im neunten Stock des sogenannten Philosophenturms der Universität Hamburg liegt. Die Aussicht auf Hamburg war spektakulär, weil der Himmel ausnahmsweise strahlend blau war.

Vertiefende Informationen zur Podcast-Folge:

- Ein Erklärvideo zu den Rosenkriegen als Vorlage für "Game of Thrones".

- Ein "Spiegel"-Interview mit der auch im Podcast angesprochenen britischen Historikerin Carolyne Larrington über den wahren Kern von "Game of Thrones". 

- Das Buch von Carolyne Larrington heißt: "Winter is coming: Die mittelalterliche Welt von 'Game of Thrones'", Verlag: Theiss, Taschenbuch, 320 Seiten.

- 5 historische Entwicklungen und Ereignisse, von denen George R. R. Martin sagt, sie hätten ihn inspiriert.

- 7 historische Parallelen zu Ereignissen und Figuren in "Game of Thrones"

- Mit der Bankenkrise im 14. Jahrhundert und dem Crash der Bankhäuser Bardi und Peruzzi hat sich die "FAZ" 2008 in einem Text beschäftigt.

- Welchen Effekt "Game of Thrones" auf das Interesse an Geschichtsforschung in den USA hat, beschreibt ein Text in "Time"

- Den angesprochenen Film "Ritter aus Leidenschaft" gibt es bei unterschiedlichen Streaminganbietern, zum Beispiel Amazon, iTunes oder den Sky-Diensten.

- Weitere Informationen zum Projektseminar zu "Game of Thrones" an der Universität Hamburg.

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Über die Seriendialoge

Alle reden über Serien und besonders oft über die brandneuen Produktionen. Wir betrachten das Thema einmal anders. In den "Seriendialogen" spricht Journalistin Ulrike Klode mit Menschen, die beruflich mit Serien zu tun haben, über die Werke, die sie persönlich besonders faszinierend finden. Ein Podcast mit zunächst vielleicht unerwarteten Serien und noch überraschenderen Begründungen, der tiefer eintaucht in die Serienkultur. Die fünfte Staffel jetzt immer freitags.

Ulrike Klode bei Twitter: @FrauClodette