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Sports-Update vom 22. Juni

Ost-Klubs jammern über MDR, mehr Twitter im Pay-TV

 

Weil der MDR jede Woche eine Drittliga-Partie überträgt, klagen die Ostklubs sinkende Einnahmen durch Stadionbesuche. Außerdem: Pay-TV-Zuschauer sind auf Twitter deutlich aktiver. Sky freut sich zudem über gute Formel-1-Quoten.

von Alexander Krei
22.06.2015 - 10:30 Uhr

MDR Fernsehen© MDR
Gleich acht Vereine aus dem Osten spielen in der 3. Liga - entsprechend begeistert ist man beim MDR, wo man an jedem Spieltag eine Partie übertragen will. Weniger begeistert sind einem "Bild"-Bericht zufolge allerdings die Vereine, die deshalb sogar noch draufzahlen - auch wenn sie im Gegenzug immerhin 750.000 Euro aus den Fernsehgeldern zugesprochen worden. "Unabhängig vom hohen Imagewert, den man konkret in Geld nicht bemessen kann, zahlt uns kein Sponsor auch nur einen Cent mehr, weil wir live im Fernsehen sind", sagte Jörg Sitte, Vize beim Halleschen FC. "Stattdessen kostet uns das rund 10.000 bis 15.000 Euro pro Spiel, weil weniger Zuschauer ins Stadion kommen." Energie Cottbus fehlen pro Heimspiel sogar rund 20.000 Euro in der Kasse. Die Situation könnte sich in Zukunft allerdings verbessern, weil laut "Bild" der Pay-TV-Sender Sky offenbar bereit ist, bei den nächsten Verhandlungen auch für die 3. Liga mitzubieten.

Twitter© Twitter
Pay-TV-Abonnenten twittern offenbar lieber als Free-TV-Zuschauer. Das geht jedenfalls aus einer Untersuchung der Mediaagentur Mindshare Germany hervor, die im Auftrag von Sky Media Network den so genannten "Social Buzz" bei den Viertel- und Halbfinalspielen sowie dem Finale der kürzlich zu Ende gegangenen Champions-League-Saison untersuchte. Demnach waren Sky-Zuschauer bei den sowohl auf Sky als auch im ZDF übertragenen Spielen in sozialen Netzwerken aktiver als die Zuschauer im Free-TV. Die Erwähnungen des Spiel-Hashtags, wie beispielsweise #fcbfcb bei der Begegnung des FC Bayern München gegen den FC Barcelona, mit Verweis auf Sky - also etwa #skycl, @deinskysport oder @skysportnews - waren den Angaben zufolge im Durchschnitt um 26 Prozent höher als Hashtags mit Verweis aufs ZDF - also etwa #zdfsport. Die höhere Anzahl sei auf eine um knapp fünf Prozent größere Anzahl einzelner Autoren als auch auf häufigere Tweets (22 Prozent) zurückzuführen, die diese Autoren absetzten.

Google© Google
Nachdem die NFL zu Jahresbeginn bereits einen Millionendeal mit Google geschlossen hat, hat der Internet-Riese nun offenbar die nächsten Sportrechte im Auge - und zwar in Australien. Dort steht derzeit die Ausschreibung der Rechte an der National Rugby League bevor, der höchsten Rugby-Liga des Lander. Dafür möchte Google einem Bericht des "Sydney Morning Herald" zufolge umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro bezahlen. Bislang halten Nine Network, Fox Sports sowie Sky New Zealand die Fernsehrechte an der Liga, Telstra, die digitalen Verwertungsrechte liegen bei Telstra. Sollte Google die Rechte erwerben, könnten diese bei YouTube gezeigt werden.

Uefa© Uefa
Die Uefa und der IT-Dienstleister Interoute werden ihre Zusammenarbeit auch in den kommenden vier Jahren fortsetzen. Seit 2011 werden Hosting und Management fast aller Uefa-Anwendungen und Systeme, etwa des Uefa Football Administration Management Environment (FAME) und der Uefa-Website über das Cloud-Netzwerk von Interoute abgewickelt. Nach Angaben von Interoute wird Uefa.com jährlich von über 80 Millionen Menschen aus mehr als 200 Ländern angesurft. Interoute soll der Uefa in Zukunft sowohl die Verfügbarkeit ihrer Onlineservices unter Maximalbelastung, wie etwa bei Live-Spielen, als auch reibungslose Abläufe im Rahmen des ruhigeren Normalbetriebs gewähleisten.

Sport in Zahlen

Formel 1© RTL
4,81 Millionen Zuschauer haben am Sonntag den Großen Preis von Österreich bei RTL gesehen. Das waren 600.000 Zuschauer mehr als vor einem Jahr, der Marktanteil blieb mit 29,6 Prozent stabil. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ging der Marktanteil jedoch auf 23,5 Prozent lag, damit aber natürlich trotzdem deutlich über dem Senderschnitt. In der von RTL inzwischen favorisierten erweiterten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen reichte es für 28,5 Prozent. Deutlich schwerer tat sich der Sender am Samstag mit dem Formel-1-Qualifying, das mit einem Marktanteil von 12,4 Prozent in der klassischen Zielgruppe nur mäßig ankam. Sehr zufrieden kann man unterdessen bei Sky sein, wo das Rennen am Sonntag mit 440.000 Zuschauern einen neuen Saison-Rekord aufstellte. Der Marktanteil lag beim jungen Publikum bei guten 3,3 Prozent.

Eurosport© Eurosport
Der Samstagabend stand bekanntlich ganz im Zeichen des Fußballs - und unglücklicherweise überschnitten sich das EM-Spiel der deutschen U21 und das WM-Spiel der deutschen Fußball-Frauen auch noch. Gute Quoten gab es jedoch in beiden Fällen für ZDF und ARD, auch wenn die Frauen den Männern letztlich den Rang abliefen und mit mehr als sechs Millionen Zuschauern am späten Abend den Tagessieg einfuhren. Zu sehen war die WM-Partie gegen Schweden aber auch bei Eurosport, wo die Quoten erwartungsgemäß in einer anderen Liga spielten. Immerhin: Mit einem Marktanteil von 1,0 Prozent lag die Live-Übertragung über dem Senderschnitt. Insgesamt schalteten 200.000 Zuschauer ein. Auf ähnlichem Niveau bewegte sich am Sonntag auch das U21-EM-Spiel zwischen Italien und Portugal, das bei Sport1 im Schnitt 290.000 Zuschauer vor den Fernseher lockte und einen soliden Marktanteil von 1,1 Prozent in der Zielgruppe verzeichnete. Eher mäßig lief's am Nachmittag für die Europaspiele in Baku, die nur 0,8 Prozent Marktanteil erzielten. 160.000 Zuschauer waren insgesamt dabei.

ZDF© ZDF
Im ZDF brachte es das Frauen-WM-Spiel zwischen Frankreich und Südkorea am späten Abend übrigens nur auf 2,02 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 9,2 Prozent. Auch die nächtlichen WM-Partien blieben im einstelligen Bereich hängen. Noch dazu war bereits tagsüber wenig zu holen mit Sport im Zweiten: So waren beim Turniersieg von Roger Federer in Halle am Nachmittag lediglich 680.000 Zuschauer dabei, die dem Mainzer Sender einen Marktanteil von 4,5 Prozent bescherten - die Überschneidung mit der Formel 1 machte das Unterfangen freilich nicht leichter. Die anschließend übertragene Reit-Übertragung wollten dann sogar nur noch 490.000 Zuschauer sehen. Hier lag der Marktanteil bei kläglichen 3,0 Prozent. Erst mit der Leichtathletik-WM sah es danach mit 1,52 Millionen Zuschauern sowie 9,5 Prozent Marktanteil wieder besser aus.

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