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Sports-Update vom 6. März

1860 sperrt Journalistin aus, neuer Rekord in England

 

Der Zweitligist 1860 München hat einer "Bild"-Journalistin den Zugang zum jüngsten Heimspiel verwehrt und damit viel Kritik hervorgerufen. In England sind die Champions-League-Rechte indes für eine Rekordsumme vergeben worden.

von Alexander Krei
06.03.2017 - 11:42 Uhr

Der Umgang des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München wirft noch immer Fragen auf. Inzwischen hat sich auch der Bayerische Journalisten-Verband zu Wort gemeldet. Die Behinderung von unabhängiger Berichterstattung und der Versuch, einzelne Journalistinnen und Journalisten für kritische Beiträge über den Verein dadurch abzustrafen, dass ihnen der Zugang zu Spielen verwehrt wird, sei mit dem Grundrecht auf freie Berichterstattung unvereinbar, erklärte der Verband, nachdem der Verein einer "Bild"-Redakteurin mitgeteilt wurde, sie sei wegen der jüngsten Berichterstattung um einen Spieler "derzeit nicht willkommen". Auch die Akkreditierung für das Heimspiel der Löwen gegen St. Pauli sei ihr verwehrt worden, bei einer Pressekonferenz wurde zudem nicht auf ihre Frage eingegangen. "Ich bin sehr befremdet, wie 1860 mit den Journalisten umgeht", sagte der stellvertretende "Bild Süd"-Sportchef Frank Schneider.

Kicker
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Zunehmend verwundert über das Vorgehen, das vor allem auf den umstrittenen 1860-Investor Hasan Ismaik zurückzuführen ist, zeigt man sich auch beim "kicker". Jörg Jakob, Leiter der Chefredaktion, kündigte an, zwar weiter über den Verein zu berichten, aber vorerst auf Interviews mit den Klubverantwortlichen und Spielern verzichten zu wollen. "Unserer Verantwortung für einen freien Sportjournalismus können wir auch so gerecht werden", schrieb Jakob am Sonntagabend. Seine Vermutung: "Da steckt Politik dahinter. Es ist keine Politik der Souveränität und sicher kein Zeichen von wahrer Stärke. Wer unabhängige Berichterstattung verhindern will, dem gehört auch im Profifußball besonders genau auf die Finger geschaut. Der 'kicker' sieht das als seinen Auftrag an, im Sinne seiner Leser, aller Fußballfreunde, gerade auch der Löwen-Fans."

UEFA Champions League
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In Großbritannien bleibt BT Sport auch in den kommenden Jahren die Heimat von Champions League und Europa League. Das Unternehmen hat die Rechte für den Zeitraum zwischen 2018/19 und 2020/21 erworben - angeblich für die Rekordsumme von 1,37 Milliarden Euro. Die UEFA kann sich damit noch einmal über eine deutliche Preissteigerung freuen, nachdem BT Sport für den aktuellen Rechte-Zyklus 1,07 Milliarden Euro angeblich bezahlt und damit mehr als doppelt so viel wie der frühere Rechtehalter BSkyB. Eine Entscheidung darüber, wer in Deutschland künftig die Champions League übertragen wird, ist bislang noch nicht gefallen.

Sport1
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Unter der Schirmherrschaft des IOC finden vom 20. bis 30. Juli die World Games im polnischen Breslau statt. Dafür hat Sport1 jetzt plattformneutrale Medienrechte erworben. Der Sportsender will an jedem Wettkampftag live im Free-TV und auf seinen weiteren Plattformen über die Wettbewerbe in mehr als 30 Sportarten berichten. "Nachdem bereits die Premiere der Europaspiele 2015 bei unseren Zuschauern sehr gut ankam, werden wir die Sportfans im deutschsprachigen Raum auch für dieses Großereignis begeistern - und mit dieser umfangreichen medialen Präsenz auch ein offensives Zeichen für die Vielfalt des Sports setzen", so Sport1-Chef Olaf Schröder. Joachim Gossow, CEO der International World Games Association (IWGA): "Wir freuen uns sehr, dass Sport1 die World Games übertragen wird. Zum ersten Mal haben wir eine frei empfangbare Plattform dieser Art in Deutschland. Ich bin sicher, dass andere europäische Länder dem deutschen Beispiel folgen werden."

Bundesliga
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Die Deutsche Fußball-Liga hat eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Internetkonzern Baidu geschlossen. Die Kooperation macht die Bundesliga demnach zur ersten europäischen Fußball-Liga mit einer offiziellen Webpräsenz bei Baidu, dessen Angebot die größte Suchmaschine des Landes, sondern auch eine der größten Kommunikationsplattformen des Landes umfasst. "Mit dieser Partnerschaft werden wir die Spitzenposition der Bundesliga in China weiter ausbauen", ist DFL-Geschäftsführer Christian Seifert überzeugt. "Unsere Strategie der vergangenen Jahre, auf werthaltige Partnerschaften im Medien- und Digitalbereich zu setzen und in eigene Angebote zu investieren, werden wir konsequent fortsetzen."

Hans Sarpei - das T steht für Coach
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Am Mittwoch, den 17. Mai startet bei Sport1 die Rückrunde der vierten Staffel von "Hans Sarpei - Das T steht für Coach", die wieder durch den Sponsor Telekom überstützt wird. Darin soll erstmals der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer zu sehen sein. Seine Aufgabe ist es, Sarpei bei seinem Auftrag zu unterstützen, die Kluft zwischen der Kreis- und der Bundesliga zu verringern. "Das wird eine ganz andere Aufgabe als in meiner bisherigen Trainerlaufbahn. Da geht's nicht um Europapokal, sondern um Ball geradeaus schießen", so Neururer. Und Hans Sarpei sagt: "Die Vereine dürfen gespannt sein, Peter wird an meiner Seite den einen oder anderen ordentlich ins Schwitzen bringen."

Sport in Zahlen

Sportschau
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Am Sonntag war einmal mehr auf Biathlon Verlass: 2,76 Millionen Zuschauer waren bereits ab 8:27 Uhr bei der Damen-Staffel im Ersten dabei, sodass der Marktanteil zu diesem Zeitpunkt auf stolze 28,1 Prozent anzog. Als zur Mittagszeit die Herren an der Reihe waren, kam die Live-Übertragung sogar auf 3,98 Millionen Zuschauer. Danach ließ das Interesse am Wintersport jedoch allmählich nach: Während der Ski-Weltcup ab 13:06 Uhr noch auf 2,65 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 16,8 Prozent kam, hielten sich Eisschnelllauf-WM und Nordische Ski-WM später nur noch bei Marktanteilen um elf Prozent. Nach 15:30 Uhr erzielten die Übertragungen vom Eisschnelllauf schließlich sogar nur noch einstellige Werte.

Thomas Helmer
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Fast eine Million Zuschauer haben am Sonntag den 100. Einsatz von Thomas Helmer als "Doppelpass"-Moderator gesehen. 960.000 Zuschauer waren im Schnitt ab 11:00 Uhr bei Sport1 dabei. Das reichte beim Gesamtpublikum für einen stolzen Marktanteil von 6,5 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 6,2 Prozent gemessen. Der "Doppelpass" bleibt damit auch weiterhin der beliebteste Fußball-Talk der Deutschen. Zum Vergleich: "Sky 90" kam am Abend im Pay-TV auf 160.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 0,5 Prozent. Bei "kicker.tv - Der Talk" hatten zuletzt vor knapp zwei Wochen 80.000 Zuschauer den Weg zu Eurosport gefunden, die Wiederholung der Sendung brachte es am späten Abend noch auf weitere 60.000 Zuschauer.

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