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Sports-Update vom 10. April

ARD-Gremien fordern Hilfe, MDR-Sport im neuen Design

 

Die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD appelliert an die Politik, die Liste der zum freien Empfang auszustrahlenden Sport-Großereignisse anzupassen. Außerdem: Sport1 zeigt mehr Motorsport und "Sport im Osten" hat eine neue Optik.

von Alexander Krei
10.04.2017 - 12:25 Uhr

ARD
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Nachdem die vergangenen beiden Handball-Weltmeisterschaften nur im Pay-TV beziehungsweise im Internet zu sehen waren und die Rechte an den Olympischen Spielen an Discovery gingen, fordert die ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) jetzt die Hilfe der Politik. "Die aktuellen Entwicklungen auf dem Sportrechtemarkt zeigen, dass nicht alle Sportereignisse, die es aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz verdient hätten, der ganzen Öffentlichkeit auch in Zukunft zugänglich gemacht werden können", betonte der GVK-Vorsitzende Steffen Flath. "Hier müssen die Regelungen zur Kurzberichterstattung sowie die Liste der zum freien Empfang auszustrahlenden Großereignisse angepasst werden." Zugleich verweist er darauf, dass die ARD in der Vergangenheit "gerade in der kritischen und hintergründigen Sportberichterstattung außerordentliche Leistungen erbracht und maßgeblich zum öffentlichen Diskurs beigetragen" habe. Warum die ARD dafür zwangsläufig Live-Rechte benötigt, sagte Flath allerdings nicht.

Sport1
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Sport1 wird in diesem Jahr die FIA World Endurance Championship zeigen. Der Sender hat die plattformneutralen Multimedia-Rechte von Infront Sports & Media erworben und wird die komplette Saison ab dem 15. April begleiten. Geplant sind neben Live-Übertragungen und Highlight-Zusammenfassungen im Free-TV auch regelmäßige Livestreams der Rennen im Netz sowie ausgewählte Live-Übertragungen beim Pay-TV-Sender Sport1+. "Die FIA WEC hat sich mit dem Engagement von namhaften Premium-Herstellern zu einer der angesehensten Rennserien weltweit entwickelt, die nun unser hochkarätiges Angebot im 'Home of Motorsport' bereichert", lobt Olaf Schröder, Vorstand Sport der Constantin Medien AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Sport1 GmbH. In der WEC gehen seit 2012 Le-Mans-Prototypen (LMP) und Gran Turismos (GT) nach dem Reglement des 24-Stunden-Rennens von Le Mans an den Start.

Thomas Gassmann
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Der ehemalige Schalke-Spieler Thomas Gassmann wechselt vom "Express" zu Funke Sport. Der gebürtige Kölner wurde dort zum Chefreporter ernannt und wird sein Amt zum 1. Mai antreten. In seiner Funktion soll er den Sport-Reporter Daniel Berg unterstützen und sich unter anderem dem Thema "Fußball-Nationalmannschaft" widmen. Bei Letzterem hat er schon ordentlich Erfahrung gesammelt, war er für den "Express" bereits als Chefreporter und Teamchef für mehrere Welt- und Europameisterschaften. "Mit Thomas Gassmann haben wir einen erfahrenen und sehr gut vernetzten Reporter für uns gewinnen können", sagt Funke-Sport-Chefredakteur Pit Gottschalk. "Seine ausgeprägte sportjournalistische Kompetenz wird neue Impulse für unsere Fußballberichterstattung setzen." Unterdessen hat auch das Sportressort des Spanischen Dienstes der dpa einen neuen Chef: Tomás Rudich übernahm zum April die Team-Leitung und folgte auf Ignacio Naya, der die Agentur nach 15 Jahren verlässt.

Sport im Osten
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Nach der "Sportschau" hat sich BDA Creative auch um das Rebranding der MDR-Marke "Sport im Osten" gekümmert, das ab sofort im Einsatz ist. Die Veränderungen sehen ein neues Logo, ein neues Broadcast- und Studio-Design sowie ein Paket von Gestaltungselementen für alle On-Air-, Online- und Mobile-Kanäle sowie für den Einsatz vor Ort in Stadien und Hallen vor. Zusammen mit Massive Music aus Amsterdam lieferten die Münchner außerdem das neue Audio-Design. Als "schnell, berauschend und unmittelbar" bezeichnet Tim Finnamore, Executive Creative Director von BDA Creative, das neue Design von "Sport im Osten". "Ein Branding, wie wir unsere Marke sehen: leidenschaftlich, unbändig und direkt. 'Sport im Osten' ist kein internationaler Sportstar - sondern ein Fan von hier", so Klaus Schuntermann, Creative Director beim MDR.

Rebranding von "Sport im Osten" (1 Videos)

Bundesliga
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Der Deutschen Fußball-Liga (DFL) steht offenbar ein Geldsegen ins Haus. Wie der "kicker" berichtet, hat DFL-Boss mit der chinesischen Suning Commerce Group einen Vermarktungsvertrag ausgehandelt, der 250 Millionen Euro einbringen soll. Ein entsprechender Vertrag mit dem Vermarkter, der schon Partner der Premier League und der spanischen La Liga ist, soll demnach im Mai unterzeichnet werden und eine Laufzeit von fünf Jahren haben. In China erfreut sich die Fußball-Bundesliga seit Jahren steigender Popularität - und das zahlt sich jetzt offenbar in barer Münze aus. Die Zusammenarbeit soll ab der Saison 2018/19 beginnen und ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.

Sport in Zahlen

Sport1
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Das Finale des DHB-Pokals hat bei Sport1 am Sonntagnachmittag starke Quoten erzielt: 310.000 Zuschauer sahen im Schnitt den Sieg des THW Kiel gegen die SG Flensburg-Handewitt. Der Marktanteil lag beim Gesamtpublikum bei 2,8 Prozent und fiel in der Zielgruppe mit 2,7 Prozent ähnlich gut aus. Beim anschließenden DEL-Spiel zwischen München und Wolsburg waren 340.000 Zuschauer dabei. Zuvor konnte der "Doppelpass" sogar die Millionen-Marke überspringen: 1,01 Millionen Fußball-Fans sahen den Talk, an dem unter anderem BVB-Boss Hans-Joachim Watzke als Gast teilnahm. Das reichte sowohl beim Gesamtpublikum als auch in der Zielgruppe für einen hervorragenden Marktanteil von 9,4 Prozent. Zufriedenheit auch bei Eurosport 1: Dort verzeichnete der Radsport-Klassiker Paris - Roubaix über die komplette Rennlänge 230.000 Zuschauer, in der Spitze waren sogar 440.000 Zuschauer dabei. Der Marktanteil lag bei 2,1 Prozent, was für Eurosport in Deutschland der beste Marktanteil bei Paris - Roubaix seit 2009 ist.

Sky
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Während die Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga auch wegen des sonnigen Wetters von jeweils weniger als 400.000 Zuschauern bei Sky verfolgt wurden, lief es am Samstag für den Bezahlsender umso besser: 1,56 Millionen Zuschauer verfolgten das Topspiel zwischen den Bayern und Dortmund, in der Zielgruppe lag der Marktanteil bei hervorragenden 12,9 Prozent, was gar nicht so weit weg war von der frei empfangbaren ARD-"Sportschau", die bei den 14- bis 49-Jährigen zur selben Zeit auf 16,7 Prozent kam. Einen zweistelligen Marktanteil verbuchte Sky zuvor ab 15:30 Uhr zudem mit Einzelspielen und Konferenz: 12,2 Prozent betrug der Marktanteil hier, insgesamt waren 1,07 Millionen Zuschauer dabei. Einen Rekord gab's zudem für Sky Sport News HD: Mit 570.000 Zuschauern markierte das frei empfangbare Bundesliga-Spiel zwischen Dortmund und Hamburg am Dienstagabend eine neue Bestmarke. Die meisten Fans erreichte Sky dennoch im Pay-TV, wo Einzelspiele und Konferenz von 1,67 Millionen Zuschauern gesehen wurden.

Was noch zu sagen wäre...

"Jedes Gerücht, egal woher, wird mittlerweile ungeprüft verbreitet, weil in Ihrer Branche offenbar eine Geschwindigkeit reingekommen ist, die es gar nicht mehr erlaubt, die Dinge zu prüfen. Es wird bei uns oft nicht einmal mehr nachgefragt."
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im "WAZ-Interview über die Arbeit von Sportjournalisten

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