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UK-Update vom 31. August

"Absolutely Fabulous" kehrt zurück, "Hour" verlängert

 

Zum Jubiläum produziert BBC One drei neue Folgen der Kultsitcom. BBC Two hat außerdem trotz Zuschauerverlusten "The Hour" verlängert. Daneben gibt es zwei neue Satire-Umsetzungen und viel Neues vom Edinburgh TV Festival.

von Marcel Pohlig
31.08.2011 - 11:57 Uhr

  • Absolutely Fabulous
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    Eddy und Patsy erleben ein kleines Comeback. Zum im kommenden Jahr anstehenden zwanzigsten Jubiläum spendiert BBC One der Sitcom "Absolutely Fabulous" mit Joanna Lumley und Jennifer Saunders drei neue Folgen. Besonders erfreulich: Neben Saunders und Lumley sind auch Julia Sawalha als Saffy, Jane Horrocks als Bubble und June Whitflied als Mutter wieder mit von der Partie. "Absolutely Fabulous" erlangte in den 1990ern Kultstatus und wurde zu Beginn des Jahrtausends bereits wiederbelebt. Zuletzt lief 2004 ein Special der Serie. Das Geburtstags-Special dreht sich unter anderem um die Olympischen Spiele in London. Die erste Folge soll noch dieses Jahr ausgestrahlt werden.
  • Kevin Bridges
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    Beim Edinburgh International TV Festival haben die großen Sender am Wochenende weitere neue Programme für die kommende Saison verkündet. BBC One will den Bereich Comedy stärken und konnte mit "What's The Story" (AT) bereits ein neues Format mit Comedian Kevin Bridges, der darin den Fragen des Alltags auf den Grund geht, präsentieren. Außerdem wurden Autoren dazu aufgerufen, bis Ende November neue Skripte einzureichen; in der ersten Hälfte des kommenden Jahres sollen diese dann - sofern sie überzeugen - gesendet werden. Der Fokus soll auf Studio-Sitcoms liegen, aber auch Panel-Shows sind gefragt. Sechs Piloten wird BBC One außerdem im Oktober bei einem Showcase zeigen. Für die "Benidorm Bastards" steht außerdem ein neuer Titel fest: BBC One zeigt die britische Adaption als "Old Rockers".
  • BBC Two Ident
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    Abseits der Comedy wurden für BBC One die Doku "Fight For Life", in der die ersten Tage und Wochen von Neugeborenen seltener Tierarten gezeigt werden, eine dritte Staffel für "Luther" und die Serie "The Village" angekündigt. Darin dienen die Erlebnisse eines 100-jährigen Dorfbewohners als Grundgerüst für Erzählungen und der Frage des Seins. Auch BBC Two konnte derweil Neuigkeiten verkünden. Trotz Zuschauerverluste wird "The Hour" fortgesetzt. Die neuen Folgen, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden, spielen zehn Monate später und sollen von der Beziehung zwischen Nachrichten und Prominenten erzählen. Mit "Rome With Mary Beard" hat BBC Two im nächsten Jahr außerdem eine dreiteilige Geschichts-Doku im Programm, die mit den neuesten archäologischen Mitteln dem Leben von gewöhnlichen antiken Römern auf den Grund geht.
  • Channel 4
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    Channel 4 befindet sich derzeit noch in Gesprächen über eine Fortsetzung der Nachrichtensatire "10 O'Clock Live", konnte in den vergangenen Tagen dennoch neue Sendungen präsentieren. Noch im Winter wird mit "HACK" die erste Comedy rund um den Telefon-Hacking-Skandal rund um Rupert Murdochs "News of the World" ausgestrahlt. Im kommenden Jahr wird Jimmy Doherty in "Can You Afford to Care?" dreimal Alternativen zu teuren, qualitativ-hochwertigen Lebensmitteln ausprobieren. In "Mary's Sweatshop" sollen die Zuschauer davon überzeugt werden, in Großbritannien produzierte Kleidung zu kaufen.
  • A Touch Of Cloth
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    Auch das britische Fernsehen ist voller Krimi-Serien - und genau damit will sich Sky1 nun in einer Parodie beschäftigen. Der einmalige, zweistündige Film "A Touch Of Cloth" widmet sich dem Besten und Schlechtesten aus zehn Jahren britischer Krimi-Serien. Angeführt wird das Ermittler-Team von DCI Jack Cloth, der gerne mal etwas tiefer ins Glas schaut, gemeinsam mit DC Anne Oldman. Dargestellt werden beide von John Hannah und Suranne Jones. Als Autor konnte Sky1 neben Daniel Maier mit Charlie Brooker den wohl besten Satiriker des Landes gewinnen. Für zwei weitere Comedy-Formate führt Sky1 derzeit außerdem Gespräche mit Ricky Gervais.
  • ITV1 Ident
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    Wie sieht die Fernseh-Zukunft von Cheryl Cole aus? Erst verließ sie das britische "X Factor" für die amerikanische Ausgabe, musste dort ihren Jury-Sessel aber schnell wieder verlassen und geht somit als großer Verlierer hervor. Während immer wieder über Möglichkeiten sie doch noch in die laufende Staffel bei ITV1 einzubringen spekuliert wird, ist jetzt eine ganz andere Option bekannt geworden: Geben wir Cole doch einfach eine eigene Primetime-Sendung. Im Gespräch ist dabei vor allem eine eigene Talkshow. Wichtig war ITV aber wohl vor allem eins: Ihr Verbleib beim Sender, war doch auch die BBC für "The Voice" an ihr interessiert. Auch Sky1 und Channel 5 sollen um sie gebuhlt haben.
  • BBC Four Ident
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    Auch die kleineren BBC-Kanäle haben einen Ausblick auf das kommende Programm gegeben. BBC Four trotzt den immer wieder angedrohten Sparmaßnahmen und hat die australische Serie "The Slap" erworben. Noch dazu wird man zwei 90-Minüter unter dem Titel "The Spies of Warsaw" produzieren - eine Adaption von Romanen des Autors Alan Furst. Beim jünger positionierten BBC Three wird ein Comedy-Pilot mit Lee Hupfield und Billie Piper ins Programm gehievt. Beide spielen in "Tom And Jenny" ein zerstrittenes Paar, das aber partout das gemeinsame Haus nicht verlassen will. Montags um 21:00 Uhr will BBC Three einen festen Platz für Dokumentationen etablieren.
  • Geordie Shore
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    Reality-Soaps sind in Großbritannien im Trend. MTV hat nun auch offiziell eine zweite Staffel von "Geordie Shore" bestätigt. Anstatt nur sechs wird sie nun gleich acht Folgen umfassen. Gedreht wird weiterhin in Newcastle, ein aufgrund des schlechten Rufs der Darsteller angedachter Ortswechsel (DWDL.de berichtete) wird also nicht vollzogen. Auch ITV1 interessiert sich übrigens für das noch junge Genre. Ein Pilot von den Machern der ITV2-Show "The Only Way Is Essex" befindet sich in der Entwicklung, nach passenden Familien und Locations wird in Liverpool gesucht. Dabei ist vor allem der finanzielle Aspekt für die Fernsehsender interessant: Reality-Soaps sind deutlich günstiger als traditionelle Serien.
  • STV
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    STV wird sich einmal mehr aus dem nationalen ITV1-Programm ausklinken und im Abendprogramm zusätzlich eine eigene halbstündige Nachrichtensendung anbieten. "Scotland Tonight", so der Titel der Sendung, soll noch in diesem Jahr starten und immer montags bis donnerstags um 22:30 Uhr live ausgestrahlt werden. STV ist eigenständiger Lizenzinhaber des dritten Programmes in Schottland, übernimmt aber - ähnlich wie UTV in Nordirland - in weiten Teilen unter eigenem Namen das Programm von ITV1.

UK-Quoten-Update

  • Doctor Who
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    Erfolgreich verlief der Samstag für BBC One mit der Rückkehr von "Doctor Who". Die erste neue Folge der Kult-Science-Fiction-Serie wollten sich 6,23 Millionen Briten nicht entgehen lassen, der Marktanteil lag mit 28,7 Prozent klar über Senderschnitt von 21,1 Prozent. Damit sahen mehr Briten zu als noch beim Mid-Season-Finale im Juni. Damals wurden, allerdings auch eine halbe Stunde eher, "nur" fünfeinhalb Millionen Zuschauer registriert. Ganz übertragen ließ sich der Erfolg auf den kleinen Digitalkanal BBC Three allerdings nicht. Das dort gleich im Anschluss gesendete Spin-Off "Doctor Who Confidential" lag mit 468.000 Zuschauern und 2,0 Prozent Marktanteil nur leicht über dem Senderschnitt von 1,6 Prozent.
  • Big Brother UK
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    Anderthalb Wochen nach dem Start lässt sich "Celebrity Big Brother" bereits als Erfolg für Channel 5 verbuchen. Das Reality-Format hat sich zwar von der 3-Millionen-Marke und früheren Channel-4-Werten verabschiedet, dies war aber nach alle den Jahren und dem Wechsel zum kleineren Channel 5 erwartbar. Zwischen 2 und 2,5 Millionen Zuschauer sehen die abendliche Tageszusammenfassung um 22:00 Uhr. Die eine Stunde eher ausgestrahlte Live-Sendung am vergangenen Freitag, in deren Verlauf Politiker-Gattin Sally Bercow das Haus verlassen musste, konnte sogar 2,82 Millionen Zuschauer bzw. 12,6 Prozent für sich begeistern. Ein echter Erfolg für den bei 4,5 Prozent dümpelnden Privatsender. Fraglich allerdings, ob die Zuschauerzahlen auch ohne prominente Kandidaten in einer bereits geplanten regulären Staffel von "Big Brother" so hoch liegen werden oder die Show dann nicht doch noch ins Mittelmaß abrutschen wird.

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