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US-Update vom 5. Januar

Scully will nicht mehr, Trump ruft Fake-News-Award aus

 

In dieser Woche meldeten sich die "X-Files" mit eher ernüchternden Quoten zurück. Die elfte Staffel wird wohl ohnehin die letzte sein. Weiter geht's hingegen mit "The Gifted". Und Donald Trump kontert die Globes mit einem Award für "Dishonest & Corrupt Media"

von Regine Pfaff, Uwe Mantel
05.01.2018 - 12:23 Uhr

The X-Files
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Vor zwei Jahren hat Fox die "X-Files" nach 14 Jahren Pause erstmals wieder geöffnet, nach einem weiteren Jahr Pause stand am Mittwoch nun die Premiere der elften Staffel auf dem Programm. Zehn neue Folgen gibt es nun - und das dürften voraussichtlich nun auch wirklich die letzten sein. Zumindest hat Gillian Anderson, die in der Serie die Rolle der Scully übernimmt, Anfang der Woche nochmal unterstrichen, dass sie über die elfte Staffel hinaus nicht mehr für eine Fortführung zur Verfügung steht. Und Chris Carter, Kreativkopf hinter der Serie, machte nun wiederum deutlich, dass es ohne Anderson nicht weiter gehen wird: "Für mich sind Mulder und Scully die "X-Files". Ich glaube, ohne Scully würde ich nicht weiter machen. Das ist nicht mein 'X-Files'." An Ideen mangele es ihm dabei nicht, man könne die Serie auf unbestimmte Zeit fortsetzen, so Carter - aber eben nicht ohne eine der beiden Hauptfiguren. Bei Fox hat man die Hoffnung auf eine weitere Fortsetzung noch nicht ganz aufgegeben - und angesichts der zahllosen Neuauflagen der jüngeren Geschichte gilt mehr denn je "sag niemals nie". Doch derzeit sieht alles danach aus, als würden die X-Akten in wenigen Wochen für immer geschlossen.

FX Networks
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"Strike a pose", sang einst Madonna. Ryan Murphy nimmt sich den letzten Teil des Textes und hat mit "Pose" eine von ihm als Tanzmusical beschriebene Serie bei FX untergebracht - ebenfalls Heimat seiner Serien "American Horror Story", "American Crime Story" und "Feud". Mit von der Partie bei "Pose" werden nicht nur Tatiana Maslany, Kate Mara oder James Van Der Beek sein, die zunächst achtteilige Serie wird auch die größte Anzahl an Transgender-Schauspielern vereinen, sowie mehr als 50 LGBTQ-Charaktere, was einen Rekord in der amerikanischen TV-Geschichte darstellt. Erzählen soll "Pose" über das Leben und die Gesellschaft in Manhattan um die 1980er-Jahre: der Luxus der Trump-Ära, die patriarchalische Struktur um die Wallstreet herum oder auch das kulturelle Leben in Literaturzirkeln und im Bereich der Kunst. Geplant ist "Pose" für den Sommer 2018. Länger warten müssen Fans der Animationsserie auf die Rückkehr der "Animaniacs". Die Steven-Spielberg-Produktion kehrt 2020 bei Hulu mit direkt zwei Staffeln zurück. Der Streamingdienst hält zudem auch die Rechte an allen 99 Episoden aus den 1990er Jahren und den Spin-Offs.

Scandal
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In der Shondaland-Welt steht ein Crossover an. Die beiden von Shonda Rhimes produzierten Serien "How to Get Away With Murder" und "Scandal" werden ihre Wege kreuzen, wie mehrere Social-Media-Spuren andeuten. Zunächst zeigte sich "Scandals" Kerry Washington bei Instagram am Set von "How to Get Away With Murder" und fragte daraufhin, wo Viola Davis sei. Viola Davis von "How to Get Away With Murder" wiederum schickte ein Foto von sich am Set von "Scandal" in das Netzuniversum hinaus und gab damit ihre Antwort auf ihren Standort. Auch die beiden Serienschöpfer Shonda Rhimes ("Scandal") und Peter Nowalk ("How To Get Away With Murder") gaben sich spielerisch und twitterten zeitgleich einen Teil des Scripts, bei dem sich die beiden Charaktere der Serien, Olivia Pope und Annalise Keating, treffen. Momentan befinden sich die beiden Serien noch in der Pause - sie werden allerdings am 18. Januar im Rahmen des "TGIT"-Blocks bei ABC zurückkehren.

The Gifted
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Nicht aus der Weihnachtspause zurückkehren wird "The Mayor". Obwohl der einzige von ABC bestellte Comedy-Neustart im Herbst gute Kritiken erhielt, konnte die Serie über den zum Bürgermeister werdenden Rapper Courtney Rose (Brandon Micheal Hall) beim Publikum nicht überzeugen. Von den 13 georderten Folgen wurden nur neun ausgestrahlt - den Sendeplatz füllen wird der Opa unter den ABC-Comedys, "Modern Family". Weiter geht es hingegen für "The Gifted". Die in Marvels "X-Men"-Umgebung angesiedelte Superhelden-Serie wurde von Fox um eine zweite Staffel verlängert. Da sich einer der ausführenden Produzenten Bryan Singer, der auch für sein Mitwirken bei der "X-Men"-Filmreihe bekannt ist, derzeit sexuellen Belästigungsvorwürfen ausgesetzt sieht, ist noch nicht geklärt, wie es mit ihm bei "The Gifted" weitergeht. Die Zeit bis zur zweiten Staffel sei laut Fox-Entertainment-Chef Michael Thorn aber noch ausreichend genug, um dies intensiv zu diskutieren.

Prison Break
© 2017 Fox Broadcasting
Fox' Michael Thorn äußerte sich im Rahmen der TCA-Winterpressetour auch zum Fortgang von "Prison Break". Dieser war bereits von Hauptdarsteller Dominic Purcell Mitte Dezember 2017 mit dem Hashtag "'PrisonBreak 6. In the works" gewissermaßen vorweg genommen worden. Laut Thorn arbeite man bei Fox derzeit an einer Neufassung der Gefängnisserie. Allerdings befinde man sich noch in einem Frühstadium. Angeblich sind - im Gegensatz zur Neuauflage von "24" - die ursprünglichen Hauptdarsteller Purcell und Wentworth Miller Teil der sechsten Staffel, sofern es die Terminkalender zuließen. Zu Ende gehen wird unterdessen "The Fosters" bei Freeform nach der fünften Staffel. Fortgeführt wird aber der eine oder andere Charakter in einem Ableger. In den Hauptrollen des Spin-Offs sind Cierra Ramirez und Maia Mitchell zu sehen. Neben "The Fosters" gehen auch die Lichter bei "White Famous" bei Showtime aus. Die fiktionale Erzählung über den Aufstieg von Jamie Foxx, der auch Gastauftritte in der ersten Staffel absolvierte, wird nach nur zehn Folgen nicht weiter geschrieben.

Donald Trump
© WDR/Reuters/Bryan Woolston
Die Award-Season, die am kommenden Sonntag mit den Golden Globe Awards beginnt, ist um einen Eintrag reicher: Donald Trump, der mutmaßlich auch bei den nächsten Preisverleihungen wieder nicht gerade mit Lob überschüttet werden dürfte, will am Montag um 17 Uhr die "THE MOST DISHONEST & CORRUPT MEDIA AWARDS OF THE YEAR" verleihen, wie er - natürlich - via Twitter ankündigte. Man darf auf die Auszeichnungen für Unehrlichkeit und Schlechte Berichterstattung in unterschiedlichen Kategorien in den von Trump als "Fake News Media" verunglimpften Medien gespannt sein. Damit ist zumindest schonmal klar: Der US-Präsident hat sich zum Jahreswechsel nicht vorgenommen, die Tonlage im Umgang mit den Medien zu ändern.

Matt Lauer
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In den letzten Wochen sind etliche Männer über Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gestürzt, dazu gehörte auch Matt Lauer, der mehr als 20 Jahre lang die morgendliche "Today Show" bei NBC mitgeprägt hat. Nun hat man bei NBC eine Nachfolge-Regelung gefunden: Hoda Kotb, die schon in den letzten Wochen interimsweise in der Sendung zu sehen war, ist künftig Co-Anchor an der Seite von Savannah Guthrie - es gibt künftig also ein rein weibliches Duo. Den Quoten hat der Abgang von Matt Lauer übrigens bislang nicht geschadet. Gelöst hat unterdessen auch Showtime sein Problem bei der Doku-Reihe "The Circus". Die war bislang unter anderem von Mark Halperin präsentiert wurden, der nach Belästigungsvorwürfen gefeuert wurde. Nun ist klar: Es geht mit einer dritten Staffel weiter, statt Mark Halperin dann mit Alex Wagner, den man unter anderem von CBS News kennt. Nachdem in Folge des Weinstein-Skandals immer mehr Vorfälle sexueller Belästigung ans Tageslicht kamen - Stichwort #metoo - haben Hollywood-Stars wie Meryl Streep, Reese Witherspoon, Natalie Portman und Kerry Washington nun eine eigene Hilfsorganisation unter dem Namen "Time's up" gegründet. Ingesamt 300 Frauen aus der Unterhaltungsindustrie haben sich beteiligt und so ein Startkapital von 13 Millionen Dollar zusammengetragen. "Time's up" will sich u.a. an der Finanzierung der Kosten von Gerichtsverfahren beteiligen.

US-Quoten-Update

The X-Files
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Ein enttäuschendes Comeback gab's für die "X-Files": Nachdem an der Rückkehr von Scully und Mulder nach langer Pause vor zwei Jahren noch sehr großes Interesse herrschte, sah es für den Auftakt der elften Staffel nun längst nicht mehr so gut aus. 5,2 Millionen Zuschauer sahen am Mittwoch zu, 1,4/5 Prozent betrug der Marktanteil in der Zielgruppe (Rating/Share). Das ist im heutigen TV-Markt zwar nicht schlecht, doch selbst die schwächste Folge der vorhergehenden Staffel hatte in der Zielgruppe noch 2,1/7 Prozent erzielt und über sieben Millionen Zuschauer vor den Fernseher geholt. Im Schnitt hatte die zehnte Staffel sogar noch rund neuneinhalb Millionen Zuschauer.

9-1-1
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Eigentlich hätten die "X-Files" im Anschluss "9-1-1" anschieben sollen - nun war es aber so, dass die neue Serie von sich aus stärker war als die "X-Files". Mit 6,81 Millionen Zuschauern und 1,8/7 Prozent in der Zielgruppe (Rating/Share) kann man bei Fox hochzufrieden sein. Schon am Dienstag brachte Fox mit "LA to Vegas" eine neue Sitcom ins Programm. Und auch hier kann man zufrieden sein: 3,8 Millionen Zuschauer und 1,1/4 Prozent bei den 18- bis 49-Jährigen sind zwar keine überschäumend guten Werte, es lief aber spürbar besser als im Herbst "The Mick" auf diesem Sendeplatz. Diese Serie wurde nun um 21:30 Uhr gezeigt, wo sie sich mit 2,3 Millionen Zuschauern und 0,8/3 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe gewohnt schwer tat.

ABC
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Überhaupt keine Idee war es unterdessen offenbar, dass ABC die neue "Bachelor"-Staffel bereits an Neujahr gestartet hat. Während in den ersten Tagen des Jahres die TV-Nutzung allgemein höher war als zuletzt, traf das auf Neujahr noch nicht zu. Die Folge: "The Bachelor" unterbot mit 5,5 Millionen Zuschauern die Auftaktreichweite des Vorjahres um 1,1 Millionen, vor zwei Jahren waren sogar noch zwei Millionen Zuschauer mehr dabei. Der Marktanteil in der Zielgruppe fiel mit 1,5/5 Prozent ebenfalls auf ein neues Tief. Auch Serien, die an Neujahr bereits in Erstausstrahlung liefen - wie "Lucifer", "The Gifted" oder "Valor" - mussten neue Tiefs hinnehmen.

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