© NFL
US-Update vom 9. Februar

Streisand, Paltrow, Garner in Serien, "Super Bowl" schwächer

 

Barbra Streisand und Gwyneth Paltrow könnten bald bei Netflix in einer neuen Serie zu sehen sein, Lena Dunham verhilft Jennifer Garner bei HBO zu einem Serien-Comeback. Außerdem: "Super Bowl" verliert viele Zuschauer, Hulu verliert viel Geld.

von Regine Pfaff, Uwe Mantel
09.02.2018 - 12:02 Uhr

Star Wars
© Lucasfilm
David Benioff und D.B. Weiss, die kreativen Köpfe hinter "Game of Thrones", werden sich nach dem Ende der Serie im kommenden Jahr der Produktion einer Reihe von neuen Filmen der "Star Wars"-Saga widmen. Sie sollen sowohl als Autoren als auch Produzenten fungieren, wie Disney mitteilte. Diese "Star-Wars"-Filme werden unabhängig von der Skywalker-Hauptgeschichte  sein und auch unabhängig von der Trilogie, die im vergangenen Jahr unter der Regie von Rian Johnson angekündigt wurde. Eigentlich hatte HBO bereits angekündigt, dass Benioff und Weiss auch nach dem Ende von "Game of Thrones" weiterhin für HBO tätig sein werden und die neue Serie "Confederate" entwickeln. Die Serie soll in einer alternativen Zeitlinie spielen, in der sich die Südstaaten der USA erfolgreich von der Union der Nordstaaten getrennt und eine Nation gegründet haben, in der Sklaverei weiter erlaubt ist und zu einer festen Institution weiterentwickelt wurde. Diese Prämisse hatte für viel Kritik gesorgt. Angesichts ihres neuen Disney-Engagements scheint es nun aber ohnehin unwahrscheinlich, dass sie auch noch für "Confederate" Zeit haben. HBO äußerte sich bislang nicht über den Verbleib der geplanten Serie.

Netflix
© Netflix
Ryan Murphy und Brad Falchuk tun sich erneut zusammen. Was mit "American Horror Story" einen ersten großen Anfang nahm, bei Fox mit "9-1-1" direkt gefruchtet hat und bei "Pose" noch abzuwarten bleibt, wird bei einer jetzt von Netflix georderten Serie einem weiteren Zuschauertest unterzogen. Geordert hat der Streamingdienst ein stark umworbenes Projekt, welches von großen Namen flankiert wird. Falchuk-Verlobte Gwyneth Paltrow und Oscarpreisträgerin Barbra Streisand sind für Hauptrollen im Gespräch. Als feste Größe ist Ben Platt bereits fix. Drehen soll sich "The Politician" um - wenig überraschend - einen große Ambitionen habenden Politiker. In jeder Folge soll ein politisches Duell fokussiert werden, in welches der aus Santa Barbara stammende Politiker (Ben Platt) gerät. Gespickt mit Musical-Nummern wurden direkt zwei Staffeln beim Erfolgsduo geordert. Sollten Paltrow und Streisand Teil der jeweils einstündigen Comedy-Folgen werden, wäre dies für beide jeweils das erste umfassende TV-Engagement. 

HBO Logo
© HBO
Ein weiteres bekanntes Team besteht in den Personen Lena Dunham und Jenni Konner. Gemeinsam nahmen sie den Posten des Showrunners bei der HBO-Serie "Girls" ein und navigierten die Serie mit sechs Staffeln durch New York City. Und auch der Pay-TV-Sender scheint Gefallen an der Kooperation zu finden, denn dort gab es nun grünes Licht für eine weitere Serie namens "Camping" aus den Köpfen der beiden. Doch ganz so neu ist der Stoff nicht, denn es handelt sich um eine Abwandlung der gleichnamigen britischen Serie aus dem Jahr 2016. Mitgeliefert wird dabei zugleich ein Comeback zum kleinen Bildschirm: Jennifer Garner ("Alias") schlüpft in die Hauptrolle. Ziel ist es, den 45. Geburtstag ihres Serien-Ehemanns Walt zu feiern. Doch leider ist sie ein Kontrollfreak und entgegen des Wunsches des Geburstagsehemannes nach einem entspannten Beisammensein in der Natur wird daraus für alle Beteiligten ein an die nervliche Belastungsgrenze reichender Trip.

Once Upon A Time Logo
© ABC
Aus und vorbei für Fantasy-Drama "Once Upon A Time". Nach der sechsten Staffel versuchte man noch eine Neubelebung des Formats mit einem kreativen Reboot. Zugleich wurde der Sendeplatz von Sonntag auf Freitag gewechselt. Doch nun wird es keine weiteren Anstrengungen mehr geben, denn das Format wird mit der laufenden siebten Staffel zu Ende gehen. Am 2. März wird die Serie zunächst mit der zweiten Hälfte der siebten Staffel auf den Bildschirm bei ABC zurückkehren. Das Serienfinale wird dann im Mai mit über 150 Folgen begangen. Bei Verizons "go90" gab es hingegen grünes Licht für zwei weitere Staffeln von "Snatchers". Die junge Horror-Comedy über die ein Alien gebärende Teenagerin Sara erhält eine zweite und dritte Staffel.

L.A. Confidential
© Warner Bros.
1997 kam ein 132 minütiges Gangsterdrama ins Kino, welches bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt war. Teil des Casts von "L.A. Confidential" war auch Kim Basinger, die eine Hauptrolle in dem Anfang 1950 angesiedelten Drama besetzte. Nun hat CBS ein Interesse daran, die Geschichte von James Ellroy nochmals neu aufzurollen und zu besetzen. Im Fokus standen vor allem drei Beamte des L.A. Police Departments, die sich zwischen Verbrechensaufklärung und Intrigen bewegten. Teil der Originalbesetzung im von Regisseur Curtis Hanson geschaffenen Film waren neben Basinger beispielsweise auch Danny DeVito, Russel Crowe und Kevin Spacey. Neben einem Reboot von "L.A. Confidential" hat CBS auch ein Interesse an einer Neuauflage von "Murphy Brown" und "Magnum P.I", für die ebenfalls Piloten im Warenkorb liegen. 

The X-Files
© FOX
Eine etwas überraschende Kehrtwende hat "X-Files"-Mastermind Chris Carter vollzogen. Während er bislang stets betonte, dass er die Serie nicht ohne seine beiden Hauptdarsteller weiterführen würde, hört sich das nun etwas anders an. "Scully"-Darstellerin Gillian Anderson steigt bekanntlich nach der gerade laufenden elften Staffel definitv aus. Gegenüber "DigitalSpy" sagte er nun, dass er es zwar bislang nie in Betracht gezogen habe, die Serie ohne sie fortzuführen. Das sei sicherlich das Ende von irgendetwas, ob es aber auch der Anfang von etwas Neuem sei, wisse er noch nicht. Klingt also ganz so, als habe er eine Fortsetzung doch noch nicht aufgegeben. Die Frage ist aber, ob man bei Fox darauf überhaupt noch große Lust hat: Während die Neuauflage im Jahr 2016 noch richtig gute Quoten holte, konnte die elfte Staffel in diesem Jahr daran bei weitem nicht anknünfen. Sahen damals im Schnitt noch fast zehn Millionen zu, waren es zuletzt nicht mal mehr vier. In der Zielgruppe ist die sicherlich nicht ganz billige Serie damit nur noch Mittelmaß.

Hulu.com
© Hulu.com
Hulu hat in den vergangenen Monaten für Furore gesorgt: Mit "The Handmaid's Tale" hat man zahlreiche Preise abgeräumt, zudem einen Live-TV-Service gestartet, in diverse weitere Eigenproduktionen und Inhalte investiert. Das allerdings hat viel Geld gekostet. Die Quittung: Im vergangenen jahr musste Hulu einen Verlust von 920 Millionen US-Dollar hinnehmen, nachdem auch das Vorjahr mit -531 Millionen Dollar tiefort ausgefallen war. Und die vier Eigentümer Comcast, 21st Century Fox, Disney und Time Warner sind gewillt, weiterhin viel Geld in die Hand zu nehmen, um anderen Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon nicht das Feld zu überlassen. Für das laufende Jahr erwartet man, dass die Verluste noch deutlich auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar ansteigen. Der Großteil der Verluste geht aber auf Deals zurück, die mit den eigenen Mutterkonzernen gemacht wurden. Hulu zählt inzwischen 17 Millionen Abonnenten für den On-Demand- und Live-Service. Wieviele davon den deutlich teureren, 40-Dollar-Live-Service nutzen, ist aber unklar.

Disney
© Disney
Durch die Teil-Übernahme von Fox durch Disney würde Disney mit 60 Prozent bekanntlich zum Mehrheitseigner von Hulu aufsteigen. Und die Plattform spielt tatsächlich auch weiterhin eine zentrale Rolle in den Plänen von Disney, obwohl man am Start eines eigenen Streaming-Dienstes arbeitet. Im Disney-Angebot, das zunächst nur in den USA verfügbar sein und erst in einem zweiten Schritt auch international ausgerollt werden soll, sollen nämlich keine Filme und Serien ohne Jugendfreigabe (nicht nur NC-17, sondern auch R-Rated) zu sehen sein - schon der mehrmalige Gebrauch des Wortes "Fuck" ist damit ausgeschlossen. Diese Inhalte würde man stattdessen bei Hulu zeigen. Wie "Deadline" berichtet, sollen die verschiedenen Marvel-Serien auch dort verbleiben, wo sie derzeit laufen - also zu einem großen Teil bei Netflix. Im ersten Jahr plant man, vier bis fünf Filme und fünf Serien exklusiv bei dem Streaming-Dienst zu zeigen, über dessen Preis noch nichts bekannt ist. Los gehen soll es im Herbst 2019. Noch in diesem Frühling soll Disneys neuer Sport-Streamingdienst ESPN Plus an den Start gehen. Hier steht fest, dass er 4,99 Dollar pro Monat kosten soll.

The Bachelor
© ABC
Und dann war da noch der kurioseste Vermisstenfall des Jahres: Rebekah Martinez war am 18. November von ihrer Mutter bei der Polizei als vermisst gemeldet worden, nachdem sie eine Woche nichts mehr von ihr gehört hatte. Als nun das North Coast Journal auf seiner Facebook-Seite fragte, ob jemand eine der 35 derzeit noch vermissten Personen kennt, rieben sich doch einige Nutzer verwundert die Augen: Die gesuchte Rebekah Martinez ist derzeit als Kandidatin in der aktuellen "Bachelor"-Staffel zu sehen. Als die Polizei nachfragte, klärte sich auch schnell auf, dass Rebekkah und ihre Mutter längst wieder zueinander gefunden haben. Dass zwischenzeitlich der Kontakt abbrach, erklärte Rebekah dadurch, dass sie bei den Bachelor-Dreharbeiten ihr Handy abgeben musste und ihre Mutter zuvor offenbar nicht über die Teilnahme informiert hatte.

US-Quoten-Update

Super Bowl LII
© NFL
103,4 Millionen Zuschauer verfolgten den 52. Super Bowl am vergangenen Sonntag - damit war es ohne Frage wieder das größte Sport- und Medien-Event in den USA dieses Jahres. Doch so beeindruckend die Zahl auch ist: Es war zugleich die niedrigste Zuschauerzahl seit 2009, als der Super Bowl zuletzt unter der 100-Millionen-Zuschauer-Marke lag. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr sahen noch über 111 Millionen Zuschauer zu. Die Zeit stetig steigender Reichweiten für den Super Bowl scheinen also erstmal vorbei, auch sonst haben die Football-Reichweiten in diesem Jahr in den USA leicht nachgelassen. Der diesjährige Super Bowl schaffte es trotzdem noch knapp in die Alltime-Top-10 der US-TV-Reichweiten. Dort finden sich sonst die acht Super Bowls der vorhergehenden Jahre sowie das Serienfinale von "M*A*S*H" aus dem Jahr 1983.

This is us
© NBC
Begehrt ist auch stets der Sendeplatz direkt nach dem Super Bowl, auf dem NBC in diesem Jahr "This is us" zeigte. Mit knapp 27 Millionen Zuschauern holte die Serie die höchste Reichweite auf dem Post-Super-Bowl-Platz seit 2012 dort "The Voice" lief, zudem war es die meistgesehene Serien-Episode auf NBC seit "Emergency Room" nach dem "Friends"-Finale 2004. Allerdings zeigte sich wie in fast jedem Jahr: Dauerhaft hilft dieser kurzfristige Quotenschub nicht, auf dem regulären Sendeplatz am Dienstagabend ging die Reichweite auf 10,13 Millionen zurück, in der Zielgruppe reichte es noch zu 2,7/10 Prozent statt 9,3/32 Prozent nach dem Super Bowl. Immerhin: Es waren auch dort die besten Werte seit Ende November. Zu meckern gibt's bei "This is us" aus Quotensicht aber ohnehin nie etwas.

A.P. Bio
© NBC
Mehr Grund zu meckern hat man bei NBC schon mit Blick auf die neue Sitcom "AP Bio", die am Donnerstag vergangener Woche einen ernüchternden Start hinlegte: Nur 3,1 Millionen Zuschauer schalteten zum Auftakt ein, der Marktanteil in der Zielgruppe lag bei 0,8/3 Prozent und damit schon unter dem Soll. "Will & Grace" hat als Lead-In zwar ebenfalls schon viel vom anfänglichen Quotenglanz verloren, lief mit 4,1 Millionen Zuschauern und 1,2/5 Prozent in der Zielgruppe aber deutlich besser. Davor verabschiedete sich "The Good Place" mit gewohnt ordentlichen Quoten: 1,1/4 Prozent bei den 18- bis 49-Jährigen waren das Ergebnis im Finale der zweiten Staffel, 3,2 Millionen Zuschauer hatten insgesamt eingeschaltet. In der Zielgruppe hat "The Good Place" damit die Werte des Finales der ersten Staffel gehalten.

CBS
© CBS
Weniger zufrieden sein dürfte man bei CBS mit "9JKL": Die Serie, die nach wenigen Wochen schon in den späteren Abend verschoben worden war, kam zum Abschied auf für CBS-Verhältnisse gewohnt maue 4,9 Millionen Zuschauer und 0,9/3 Prozent in der Zielgruppe. Eine zweite Staffel erscheint angesichts dessen weiterhin ziemlich unwahrscheinlich. Für deutlich bessere Lauen dürfte bei CBS da schon der Start von "Big Brother: Celebrity Edition" sorgen. Obwohl es schon 19 "normale" Staffeln der Reality-Show kam, wurden jetzt erstmals Promis ins "Big-Brother"-Haus gesteckt. Das lief gut: 7,3 Millionen Zuschauer schalteten am Mittwochabend ein, 1,8/7 Prozent Marktanteil bei den 18- bis 49-Jährigen standen zu Buche. Noch erfolgreicher war am Vortag aber NBC mit "Ellen's Game of Games": Die Show erwies sich bis zuletzt als Hit und verabschiedete sich mit 7,7 Millionen Zuschauern und 1,9/7 Prozent Marktanteil bei den 18- bis 49-Jährigen.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen

Top10 Zuschauer gesamt

Meistgesehene Sendungen vom 10.05. - 16.05.

The Big Bang Theory 15,51 Mio.
NCIS 12,71 Mio.
Young Sheldon 12,44 Mio.
Roseanne 10,73 Mio.
NCIS: New Orleans 9,44 Mio.
Mom 9,08 Mio.
Blue Bloods 8,88 Mio.
The Voice 8,71 Mio.
60 Minutes 8,65 Mio.
American Idol 8,53 Mio.

Top10 Zielgruppe 18-49 Jahre

Meistgesehene Sendungen vom 10.05. - 16.05.

Rating Share
The Big Bang Theory 2,9 14 %
Roseanne 2,6 12 %
Young Sheldon 2,2 9 %
Grey's Anatomy 1,9 8 %
American Idol 1,7 7 %
The Voice 1,6 6 %
Empire 1,6 7 %
The Middle 1,5 6 %
Survivor 1,5 6 %
Mom 1,5 6 %