Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse hat ihre neuesten Daten zur Audio-Nutzung in Deutschland vorweg und bescheinigt dem klassischen Radio damit eine fast unverändert hohe Nutzung. Demnach nutzen etwa drei Viertel der Deutschen (74,5 Prozent) im Schnitt an einem Werktag ein klassisches Radio-Angebot, ein Mini-Rückgang im Vergleich zur letzten Erhebung. Und wer das Radio erstmal angeschaltet, der bleibt auch unverändert lange dran: Satte 250 Minuten beträgt die Verweildauer im Schnitt.
In den jüngeren Altersgruppen fallen diese Werte zwar niedriger aus, selbst in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen ermittelt die Audio-MA aber eine Tagesreichweite von 60,2 Prozent bei einer Verweildauer von 199 Minuten fürd klassische Radio, bei den 30- bis 59-Jährigen sind's 76,1 Prozent mit einer Verweildauer von 259 Minuten.
Bayern 1 weiter als einziger Einzelsender über Millionen-Marke
Blickt man nun auf die einzelnen Angebote, dann ist das nordrhein-westfälische Lokalsender-Konglomerat Radio NRW mit rund 1,27 Mllionen Hörerinnen und Hörern in der Durchschnittsstunde (Mo-Fr, 6-18 Uhr - alle weiteren Zahlen in diesem Text beziehen sich sofern nicht anders angeben auf diese für die Werbevermarktung wichtige Währung), betrachtet man nur Einzelsender, dann gibt es weiterhin nur einen Hörer-Millionär: Bayern 1, das sich sogar minimal auf 1,09 Millionen steigern konnte. SWR 3 robbte sich durch ein Plus von drei Prozent zwar wieder näher ran, blieb mit 986.000 Hörerinnen und Hörern aber knapp unter dieser Marke.
Dass junge Wellen auch im klassischen Radio längst noch nicht abgeschrieben werden sollten, beweist unterdessen 1Live: Das junge WDR-Radio konnte erneut zulegen und liegt nun bei 729.000 Hörerinnen und Hörern in der Durchschnittsstunde - nur zwei andere Sender konnten im Vergleich zur vorherigen Ausweisung absolut ihre Reichweite auf dieser Basis noch stärker steigern: MDR Sachsen und NDR 2. Besonders auffällig ist das Plus von über 17 Prozent bei MDR Sachsen, das nun 317.000 Hörerinnen und Hörer in der Durchschnitsstunde zählt.
Die 20 meistgehörten Radiosender in Deutschland laut Audio-MA 2026/I (Hörer ab 14 Jahre pro Stunde, Mo-Fr 6-18 Uhr):
| Hörer in Tsd. MA 2026/II |
Hörer in Tsd MA 2025/II |
Veränderungen in Prozent |
|
|---|---|---|---|
| Radio NRW | 1.272 | 1.281 | -0,7 % |
| Bayern 1 | 1.091 | 1.087 | +0,4 % |
| SWR 3 | 986 | 957 | +3,0 % |
| WDR 2 | 893 | 894 | -0,1 % |
| 1Live | 729 | 687 | +6,1 % |
| Antenne Bayern | 722 | 683 | +5,7% |
| Radio BOB! | 698 | 720 | -3,1 % |
| NDR 2 | 692 | 642 | +7,8 % |
| Bayern 3 | 596 | 566 | +5,3 % |
| Hit Radio FFH | 428 | 445 | -3,8 % |
| SWR4 BW | 381 | 386 | -1,3 % |
| SWR1 BW | 379 | 417 | -9,1 % |
| Radio ffn | 346 | 391 | -11,5 % |
| hr3 | 320 | 293 | +9,2 % |
| MDR Sachsen | 317 | 271 | +17,0 % |
| MDR Jump | 284 | 277 | +2,5 % |
| bigFM biggste Beats | 265 | 267 | -0,7 % |
| 80s80s Radio | 253 | 222 | +14,0 % |
| Antenne Niedersachsen | 238 | 216 | +10,2 % |
| Sunshine Live | 214 | 220 | -2,7 % |
Quelle: AG.MA, ausschließlich Werbeträger
Ebenfalls freuen kann man sich bei Antenne Bayern: Dort gewann man rund 39.000 Hörerinnen und Hörer zurück und hielt sich erneut auch weit vor dem öffentlich-rechtlichen Konkurrenten Bayern 3, der aber ebenfalls um über fünf Prozent zulegen konnte. Zweistellige prozentuale Zugewinne unter den Top 20 verzeichneten daneben auch 80s80s Radio und Antenne Niedersachsen.
Blickt man auf alle ausgewiesenen Angebote, dann heißen die prozentual größten Gewinner aber Hitradio OHR aus Offenburg mit +62,5 Prozent und Beats Radio - ein Ableger von Klassik Radio für elektronische Musik - mit +51,2 Prozent. Eine der größten Erfolgsgeschichten der letzten Jahre ist aber Radio Bollerwagen, der von ffn betriebene Partymusik-Sender. Die Zahl der Hörerinnen und Hörer stieg um weitere 23,2 Prozent auf nun 170.000 in der Durchschnittsstunde. Zum Vergleich: Vor zweieinhalb Jahren lag der Sender noch bei weniger als 50.000 Hörerinnen und Hörern, seither ging's Schritt für Schritt steil nach oben - und inzwischen fehlt gar nicht mehr allzu viel für einen Einstieg in die Top 20.
Die größten Gewinner (in Prozent):
| Hörer in Tsd. MA 2026/II |
Hörer in Tsd MA 2025/II |
Veränderungen in Prozent |
|
|---|---|---|---|
| Hitradio OHR | 26 | 16 | +62,5 % |
| Beats Radio | 62 | 41 | +51,2 % |
| Schwarzwaldradio | 83 | 64 | +29,7 % |
| Oldie Antenne | 92 | 72 | +27,8 % |
| Radio Top 40 | 29 | 23 | +26,1 % |
| Bremen Eins | 128 | 103 | +24,3 % |
| Radio Bollerwagen | 170 | 138 | +23,2 % |
| 98.8 Kiss FM | 59 | 48 | +22,9 % |
| 90s90s Radio | 136 | 111 | +22,5 % |
| BR24 | 162 | 134 | +20,9 % |
Quelle: AG.MA
Gleichzeitig ist ffn selbst aber einer der größeren Verlierer dieser Ausweisung. Das prozentuale Minus von 11,5 Prozent ist das höchste in der Liste der 20 größten Radiosender. Stark erwischt hat es auch SWR 1 BW mit -9,2 Prozent. Bezieht man auch die kleineren Sender mit ein, dann führt der von NRJ betriebene Sender Nostalgie das Verlierer-Ranking an, gefolgt von Bremen Vier - bede verlieren etwa ein Drittel ihrer Hörerinnen und Hörer. Gleich drei Mal finden sich zudem weitere Energy-Angebote (Sachsen, München, DAB+ National) unter den größten Verlierern.
Unter die Räder kam auch das von RTL betriebene Toggo Radio mit -20,5 Prozent. Für den Vermarkter Energy ergibt sich insgesamt ein Minus von 9,1 Prozent. Zu den Verlierern gehört aber auch der Deutschlandfunk - hier liegen mangels Werbevermarktung nur Tagesreichweiten vor. Das absolute Minus fiel hier mit -132.000 so hoch aus wie bei keinem anderen Sender (-5,3 Prozent).
Die größten Verlierer (in Prozent):
| Hörer in Tsd. MA 2025/II |
Hörer in Tsd MA 2025/I |
Veränderungen in Prozent |
|
|---|---|---|---|
| Nostalgie | 23 | 35 | -34,3 % |
| Bremen Vier | 69 | 100 | -31,0 % |
| Die neue Welle | 38 | 51 | -25,5 % |
| Gong 96.3 München | 38 | 50 | -24,0 % |
| Energy Sachsen | 45 | 59 | -23,7 % |
| Energy München | 23 | 30 | -23,3 % |
| Energy DAB+ National | 108 | 138 | -21,7 % |
| Toggo Radio | 35 | 44 | -20,5 % |
| bigFM Saarland | 8 | 10 | -20,0 % |
| Rock Antenne Hamburg | 45 | 56 | -19,6 % |
Quelle: AG.MA
Im Folgenden: Ein Blick in die einzelnen Bundesländer
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