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Völlig missglückter Auftakt

9Live: Kaum jemand wollte "Neun TV" sehen

 

Mit "Verliebt in Berlin" und der neuen Telenovela "Juanita ist Single" will 9Live am Vorabend künftig als "normaler" Sender punkten. Das ging zum Start gründlich schief

von Uwe Mantel
03.01.2008 - 11:27 Uhr

Bild: 9LiveDer Call-In-Markt hat seinen Zenit längst überschritten, die Anrufzahlen sind schon länger rückläufig. In dieser Situation entdeckt auch 9Live wieder das herkömmliche, werbefinanzierte Fernsehen. Am Vorabend startete der Call-In-Sender am Mittwoch das Label "Neun TV", womit man künftig mit den beiden Telenovelas "Verliebt in Berlin" und "Juanita ist Single" vor allem das weibliche Publikum ansprechen will. Das schaute nur dummerweise gar nicht erst hin.

Die rund 45-minütige Eröffnungs-Show "Neun TV Extra", die 9Live ab 17 Uhr ausstrahlte, hatten jedenfalls im Schnitt nur 0,02 Millionen Zuschauer eingeschaltet - die Quoten lagen also im kaum noch messbaren Bereich. Der Marktanteil lag bei denkbar geringen 0,1 Prozent beim Gesamtpublikum und auch in der werberelevanten Zielgruppe sah es mit ebenfalls 0,1 Prozent Marktanteil nicht besser aus.


Immerhin: Lisa Plenske brachte dann zumindest einen kleinen Aufschwung. Die Doppelfolge verfolgten im Schnitt dann rund 40.000 Zuschauer, was allerdings auch nur für 0,2 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum reichte. Die erste Folge kam in der Zielgruppe auf 0,3 Prozent Marktanteil, bei Folge 2 war der Wert allerdings wieder bei bedrückenden 0,2 Prozent angekommen. 

Völlig gefloppt ist zum Start auch die neue Telenovela "Juanita ist Single", die 9Live in deutscher Erstausstrahlung zeigt. Nur 30.000 Zuschauer sahen im Schnitt ab 18:41 Uhr zu, der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei 0,1 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe weist media control nur 0,01 Millionen Zuschauer aus, was ebenfalls 0,1 Prozent Marktanteil entsprach.

Angesichts dieser miserablen Werte bleibt abzuwarten, wie lange 9Live tatsächlich an "Neun TV" festhalten will. Eine Refinanzierung über Werbung dürfte bei derartigen Zuschauerzahlen jedenfalls ausgeschlossen sein.

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