Das Interesse am dopingverseuchten Radsport-Klassiker Tour de France ist nach dem Ausstieg von ARD und ZDF aus den großflächigen Live-Übertragungen in diesem Jahr noch einmal deutlich zurückgegangen. Die aufgrund weiter bestehender vertraglicher Verpflichtungen zwangsweise ins Programm genommenen einstündigen Sendungen am Nachmittag, in denen Zusammenfassungen und zumindest für kurze Zeit Live-Bilder zu sehen sind, stoßen auf nur geringe Resonanz.
Im Schnitt verfolgten die Sendungen im Ersten und im ZDF knapp eine Million Zuschauer die bisher ausgestrahlten Tour de France-Sendungen. Die Marktanteile lagen zwischen 8 und 9 Prozent beim Gesamtpublikum - und damit deutlich unter dem Senderschnitt und auch deutlich unter dem, was Das Erste mit seinen Zoo-Dokus und das ZDF mit der Telenovela "Alisa" sonst auf diesem Sendeplatz erreichen.
Doch es gibt auch einen großen Gewinner durch den teilweisen Rückzug von ARD und ZDF: Wie erwartet liefen viele der nach all den Dopingskandalen noch übrig gebliebenen Tour-Fans zu Eurosport über, das nach wie vor alle Etappen komplett live überträgt. Einem "Focus"-Bericht zufolge liegt die durchschnittliche Zuschauerzahl in diesem Jahr bislang bei 590.000. Im Vergleich zum Vorjahr ist das knapp eine Verdreifachung. Marktanteile von 5,3 Prozent sind für Eurosport in jedem Fall ein voller Erfolg.
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