Es war ein Kuriosum: Fast gleichzeitig arbeiteten ProSieben und das ZDF an einer Neuverfilmung des Jack London-Romans "Der Seewolf" - und beide Sender haben ihr Publikum offensichtlich falsch eingeschätzt. ProSieben holte mit seinem Zweiteiler Ende letzten Jahres nur rund zwei Millionen Zuschauer vor den Bildschirm, in der Zielgruppe lag der Marktanteil im einstelligen Bereich. Das dürfte die Erwartungen des ZDF im Vorfeld schon gedämpft haben - und tatsächlich enttäuschte nun auch die Neuauflage der Mainzer.Nur 3,89 Millionen Zuschauer sahen den Auftakt des teuren Zweiteilers am Sonntagabend - mit den seichten und günstigeren Herzschmerzfilmen hat das ZDF sonst deutlich mehr Zuschauer auf diesem Sendeplatz. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag mit nur 10,6 Prozent klar unter dem ZDF-Schnitt. Gegen "Tatort" (8,22 Mio. Zuschauer) und "Stirb langsam 4.0" (7,15 Mio. Zuschauer) war der "Seewolf" völlig chancenlos.
Immerhin: Mehr Zuschauer als ProSieben im vergangenen Jahr hatte das ZDF schon. Bei ProSieben sahen damals sogar nur 2,17 Millionen Zuschauer den ersten Teil. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es hingegen das umgekehrte Bild: Während bei ProSieben damals 1,24 Millionen Zuschauer aus dieser Altersgruppe einschalteten, sahen die ZDF-Version nur 900.000 14- bis 49-Jährige. Der Marktanteil lag mit 5,9 Prozent noch unter den ohnehin schwachen ZDF-Normalwerten.
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