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Analyse der Radio-MA 2017/II

Bayern 1 erklimmt die Spitze, herbe Verluste für 1Live

 

Bayern 1 kann laut der neuesten Radio-MA deutlich Hörer hinzugewinnen und ist nun größter Einzelsender des Landes. Wunden lecken muss hingegen der WDR: WDR 2 gibt nach, 1Live bricht sogar deutlich ein. Auch beim MDR verzeichnet man zwei Mal ein kräftiges Minus

von Uwe Mantel
11.07.2017 - 11:06 Uhr

Seite 1 von 6

Der Dienstagmorgen war wieder Zeugnistag für die Radio-Branche: Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse legte mit der neuesten Radio-MA die Reichweitenzahlen für Radiosender in Deutschland vor - und so umstritten die Zahlen aufgrund der Erhebungsmethode auch sein mögen, sie sind für Sender und Werbekunden maßgeblich. Noch zwei Hinweise: Alle nachfolgenden Zahlen auf dieser Seite beziehen sich auf die durchschnittliche Hörerzahl in der Durchschnitts-Stunde zwischen Montag und Freitag, 6 bis 18 Uhr. Und: Ab dieser MA werden nicht mehr die Hörer ab 10, sondern ab 14 Jahren betrachtet. In unseren Vergleichen haben wir daher die Reichweiten der letzten MA angepasst, sodass diese nun ebenfalls nur die Hörer ab 14 berücksichtigen.

Diese MA brachte einen neuen Spitzenreiter hervor: Meistgehörter Einzelsender des Landes - den Lokalsenderverbund Radio NRW also mal außen vor gelassen - ist nun Bayern 1. Die Reichweite schnellte um 13,1 Prozent im Vergleich zur vorherigen MA nach oben, als sich Bayern 1 noch auf dem fünften Rang der Einzelsender einsortierte. Damals lag WDR 2 an der Spitze. Der WDR-Sender büßte aber in dieser Erhebung leicht um 2,8 Prozent an Reichweite ein.

Im Vergleich zur jungen WDR-Welle 1Live ist WDR 2 damit aber noch glimpflich davon gekommen. Hier sackte die Reichweite massiv um 13,1 Prozent auf nur noch rund 880.000 Hörer in der Durchschnittsstunde ab. Der WDR hat versucht, 1Live in den vergangenen Monaten deutlich zu verjüngen und zahlreiche neue Stimmen on air gebracht. Viele altgediente 1Live-Moderatoren verließen den Sender hingegen, viele davon Richtung WDR 2. Diese Änderungen sorgten kurzfristig nun erstmal für rückläufige Reichweiten.

Aufgrund der wackligen Erhebungsmethode der Radio-MA sind auch größere Schwankungen aber zunächst nichts ungewöhnliches, nicht selten erfolgt eine Gegebewegung in der nächsten MA. So wie etwa bei Antenne Bayern, das das letzte Mal mit einem Minus von 16 Prozent noch regelrecht abstürzte, diese Verluste diesmal aber zumindest teilweise wieder wettmachen kann. Um 6,6 Prozent ging's nach oben. Weitere große Gewinner unter den reichweitenstärksten Radiosendern: Antenne Niedersachsen mit einem Plus von 20 Prozent und R.SH mit einem Plus von 14,5 Prozent. Kräftig unter die Räder kam hingegen MDR Sachsen - so der neue Name von MDR 1 Radio Sachsen. Hier ging's um 17,9 Prozent runter. Zweite Hiobsbotschaft für den MDR: Auch MDR JUMP verlor fast 16 Prozent der Hörer in der Durchschnittsstunde.

Die 20 meistgehörten Radiosender in Deutschland laut Radio-MA 2017/II (Hörer ab 14 Jahre pro Stunde, Mo-Fr 6-18 Uhr):

  Hörer in Tsd.
ma 2017/II
Hörer in Tsd.
ma 2017/I*
Veränderung
in Prozent
Radio NRW
1.657 1.682 - 1,5 %
Bayern 1
1.106 978 + 13,1 %
Antenne Bayern
1.044 979 + 6,6 %
WDR 2
1.020 1.049 - 2,8 %
SWR 3
1.008
1.002
+ 0,6 %
1Live
879 1.012
- 13,1 %
Bayern-Funkpaket
838 857
- 2,2 %
NDR 2
802
774
+ 3,6 %
Bayern 3
727
727
unv.
SWR 4 BW
478
527
- 9,3 %
Hit-Radio FFH
457 451
+ 1,3 %
SWR 1 BW
409
412 - 0,7 %
MDR Sachsen
380
463
- 17,9 %
radio ffn
324
343
- 5,5 %
hr3
324 302
+ 7,3 %
Antenne Niedersachsen
312 260
+ 20,0 %
R.SH
268
234
+ 14,5 %
MDR Jump
260
309
- 15,9 %
MDR Thüringen
259 257 + 0,8 %
hr4
247 265 - 6,8 %

Quelle: AG.MA, ausschließlich Werbeträger
*die Werte wurden zur Vergleichbarkeit auf die neue Grundgesamtheit 14+ angepasst

Schon bei der letzten Erhebung war das Schlagerradio B2 der Sender, der prozentual am kräftigsten zulegen konnte. Und dieser gewaltige Aufwärtstrend verstärkte sich in dieser Radio-MA sogar noch. Die Hörerzahl wurde auf 74.000 pro Stunde nochmal mehr als verdoppelt. Bei der vorletzten Radio-MA vor einem Jahr waren es noch 23.000. Ein noch stärkeres prozentuales Plus verzeichnete nur Radio Cottbus, das um 130 Prozent zuelgen konnte.

Die größten Gewinner (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2017/II
Hörer in Tsd.
ma 2017/I
Veränderung

Radio Cottbus
23
10
+ 130,0 %
Radio B2
74
36
+ 105,6 %
planet radio
114
70
+ 62,9 %
Radio Paradiso
32
20
+ 60,0 %
Gong 96,3 (München)
76
52
+ 46,2 %
Energy Hamburg
40
28
+ 42,9 %
harmony.fm
40 28
+ 42,9 %
105'5 Spreeradio
78 57
+ 36,8 %
bigFM Saarland
8
6
+ 33,3 %
Radio TEDDY
52
39
+ 33,3 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Bei den prozentual größten Verlierern führt diesmal das delta radio aus Kiel die Liste an, gefolgt von einem weiteren Sender aus dem Norden: Hamburg Zwei. Hamburg Zwei musste auch bei der letzten Radio-MA schon herbe Verluste hinnehmen.

Die größten Verlierer (in Prozent):

  Hörer in Tsd.
ma 2017/II
Hörer in Tsd.
ma 2017/I
Veränderung
in Tsd.
delta radio
28
46
- 39,1 %
Hamburg Zwei
22
34
- 35,3 %
die neue Welle
28
43
- 34,9 %
JAM FM
49 71
- 31,0 %
Rockland Radio
40 58
- 31,0 %
100'5 Das Hitradio
30 42
- 28,6 %
BB Radio
105
141
- 25,5 %
Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein
37
48
- 22,9 %
Energy München
33
41
- 19,5 %
MDR Sachsen
380
463
- 17,9 %

Quelle: AG.MA, Angaben ohne Gewähr

Auf den folgenden Seiten: Ein Blick in die einzelnen Bundesländer 

Bitte beachten: Um auch die Sender ohne Werbung berücksichtigen zu können, blicken wir in den folgenden Tabellen auf die Tagesreichweite, nicht wie auf dieser Seite die Hörer pro Durchschnittsstunde.

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