Ebenfalls verloren hat Sport1, das nicht zuletzt unter dem Verlust der Europa League an Nitro und der Sport-Konkurrenz mit Olympia und Fußball-WM bei ARD und ZDF litt. Bei den 14- bis 49-Jährigen reichte es nur noch für 0,8 Prozent Marktanteil, was immerhin der schwächste Wert seit vier Jahren ist. Im Dezember ging's dank der Darts-WM aber zumindest noch einmal auf 1,2 Prozent und damit auf den besten Wert des Jahres nach oben. Konkurrent Eurosport 1 konnte zudem erneut auf Distanz gehalten werden: Mehr als 0,3 Prozent waren für den Sportsender nicht zu holen, was sogar weniger ist als 2017. Das ist auch deshalb besonders bitter, weil man zu Jahresbeginn ja auf Olympia setzte - doch gegen die Öffentlich-Rechtlichen blieb man erwartungsgemäß trotz innovativer Ansätze chancenlos.

Im Bereich der Kindersender konnte konnte Super RTL erneut leicht zulegen: In der Kernzielgruppe der 3- bis 13-Jährigen verzeichnete der Kanal zusammen mit dem Timeshift-Ableger Toggo Plus sehr gute 22,0 Prozent Marktanteil und war damit beinahe doppelt so stark wie der Disney Channel, der jedoch im Vergleich zum Vorjahr sogar um mehr als zwei Prozentpunkte zulegte und damit auf sein bislang erfolgreichstes Jahr zurückblicken kann. Stolz verweist man in München darauf, dass es 2018 an immerhin neun Tagen gelang, Super RTL hinter sich zu lassen. Super RTL wiederum feierte kürzlich mit einem Tagesmarktanteil von 37,9 Prozent sogar den besten Tag seit Sendestart 1995 - und das, obwohl der Markt inzwischen viel härter umkämpft ist.

In der Primetime betonte Disney indes, bei den 14- bis 49-Jährigen mehr als 50 Mal vor Super RTL gelegen zu haben. Und doch hatte Super RTL unterm Strich auch dort mit mehr als zwei Prozent klar vorn, Disney kam hier auf 1,2 Prozent. Größter Verlierer bei den Kindern war unterdessen der Kika: Mit nur noch 17,7 Prozent Marktanteil ging es für den öffentlich-rechtlichen Sender 2018 um eineinhalb Prozentpunkte nach unten. In nur zwei Monaten lag man über dem Vorjahreswert, ansonsten dominierten stets die roten Vorzeichen. Und im Dezember gab es mit 15,2 Prozent sogar noch einen bitteren Rückschlag für den Kika. So schlecht lief es seit Jahren nicht mehr. Ganz so deutlich wie der Kika verlor Nickelodeon indes nicht, mit im Schnitt 7,4 Prozent Marktanteil hielt sich der Sender vergleichsweise stabil, auch wenn die rote Laterne damit nicht aus der Hand gegeben werden konnte.

  MA 2018
3-13
+/-
Vorjahr
Super RTL
22,0
+0,5
Kika
17,7
-1,5
Disney Channel
11,2
+2,1
Nickelodeon 7,4
-0,4

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr an. Berücksichtigt wird bei den 3- bis 13-Jährigen die Zeit zwischen 6 Uhr und 20:15 Uhr, bei den 14- bis 49-Jährigen zwischen 3 und 3 Uhr. Quelle: DWDL.de-Recherche

Bessere Nachrichten kommen für Viacom von Comedy Central, das seinen Marktanteil auf 1,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen ausbauen konnte und seine Sendezeit nun nach dem Viva-Ende ausbauen wird. Geduld ist indes für MTV gefragt: Auf gerade mal 0,1 Prozent Marktanteil kam der Musiksender im ersten Jahr seit seiner Rückkehr ins Free-TV. Zuletzt sollte eine zeitversetzte Ausstrahlung auf der Nickelodeon-Frequenz neue Zuschauer anspülen, doch auch wenn man diese Zahlen dazurechnet, waren zuletzt nicht mehr als 0,2 Prozent Marktanteil für den Musiksender zu holen. Dass es anders geht, zeigt Deluxe Music: Zeitweise verbuchte der MTV-Konkurrent in diesem Jahr auf Monatsbasis 0,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

MDR verteidigt Spitzen-Platz unter den Dritten

Erfolgreichstes Drittes Programm war auch 2018 wieder das MDR Fernsehen, auch wenn es mit im Schnitt 9,1 Prozent Marktanteil nicht ganz so gut lief wie im Jahr zuvor, als noch 9,6 Prozent im eigenen Sendegebiet erzielt werden konnten. NDR Fernsehen und BR Fernsehen lagen mit jeweils 7,4 Prozent deutlich dahinter. Während der NDR im Vergleich zum Vorjahr leicht verlor, blieb der BR stabil - im November und Dezember schaffte der Sender sogar jeweils mehr als acht Prozent.

Das NDR Fernsehen war dagegen erneut das bundesweit meistgesehene Dritte: Wie schon 2017 reichte es auch diesmal wieder für 2,5 Prozent Marktanteil. Als einziges Drittes gelang damit ein Platz in den Top 10. Größter Verlierer unter den Dritten war neben dem MDR das SWR Fernsehen, das ebenfalls einen halben Prozentpunkt einbüßte und 2018 nicht über 6,0 Prozent hinauskam Damit lag man nur knapp vor dem RBB Fernsehen und dem HR Fernsehen, die die Hürde von sechs Prozent erneut verfehlten.

  MA 2018
ab 3
+/-
Vorjahr
MDR 9,1 -0,5
NDR
7,4 -0,3
BR 7,4 +/-0
WDR 6,4
-0,1
SWR 6,0
-0,5
RBB 5,9
+/-0
HR 5,7
+0,1


Quelle: DWDL.de-Recherche

Fußball und Fiction im Pay-TV weit vor "X Factor"

Die von Sky Media vermarketeten Sender haben es im Jahr 2018 auf einen Marktanteil von 4,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen gebracht - und natürlich war der Sport einmal mehr das größte Zugpferd. Mit 2,05 Millionen Zuschauern erklomm das Bundesliga-Topspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München die Spitze der Pay-TV-Charts, aber auch eine Konferenz im Mai kratzte an der Marke von zwei Millionen. Im Entertainment-Bereich lag der Auftakt von "Das Boot" mit 330.000 Zuschauern an der Spitze - noch vor der von FOX ausgestrahlten Horrorserie "The Walking Dead", die von einstigen Rekorden ein Stück entfernt blieb.

Diese Zahlen sind aber sicher nur die halbe Wahrheit: Insbesondere bei Serien kommen aber noch viele Zuschauer über die verschiedenen Abrufdienste hinzu - und bei Sport-Übertragungen fehlen all jene, die in Bars und Kneipen mitfiebern. Die Film-Charts im Pay-TV führt unterdessen "Die Mumie" an: Satte 540.000 Zuschauer betrug die Reichweite bei der Erstausstrahlung im Februar, "Jumanji: Willkommen im Dschungel" kam im August immerhin noch auf 470.000 Zuschauer. Als Enttäuschung muss man bei Sky dagegen "X Factor" abhaken: Die Neuauflage der Castingshow erzielte nur geringe Reichweiten und soll 2019 daher nicht fortgesetzt werden. Erfolgreichster Pay-TV-Sender im Entertainment-Bereich war 2018 erneut 13th Street.