Im Halbfinale musste sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft letztlich doch klar den Norwegern geschlagen geben und den Traum vom Titel begraben. In den vergangenen Wochen schafften sie es aber erneut, zumindest vorübergehend während eines großen Turniers ein - gemessen an der sonstigen Aufmerksamkeit für den Sport - erstaunlich großes Publikum zu begeistern. Zum Halbfinale zog das Interesse erwartungsgemäß nochmal an.

So schalteten diesmal 11,91 Millionen Zuschauer ein, das waren nochmal rund 1,9 Millionen mehr als beim bisherigen Rekord in diesem Turnier. Mehr als jeder Dritte, der am Freitagabend vor dem Fernseher saß, entschied sich somit für die Sport-Übertragung. Der Marktanteil belief sich auf 35,0 Prozent beim Gesamtpublikum. Und die Handball-WM entwickelte ihren Sog generationsübergreifend: Bei den 14- bis 49-Jährigen sah es mit 35,4 Prozent Marktanteil ebenso gut aus.

Zum Vergleich: Das Halbfinale der Handball-EM vor zwei Jahren, bei der das deutsche Team letztlich den Pokal mit nach Hause nehmen konnte, zählte "nur" achteinhalb Millionen Zuschauer, das Finale damals knapp 13 Millionen. Diesmal wären bei einem Finaleinzug wohl also noch deutlich mehr Zuschauer drin gewesen. Der Allzeit-Zuschauerrekord für eine Handball-Übertragung liegt bei über 16 Millionen Zuschauern und stammt aus dem WM-Finale 2007.

Am Vorabend übertrug unterdessen Eurosport 1 das erste Halbfinale ohne deutsche Beteiligung und erzielte damit ebenfalls hervorragende Quoten, wenn auch natürlich auf ganz anderem Niveau. 870.000 Zuschauer sahen die Übertragung im Schnitt. Der Marktanteil lag bei stolzen 4,2 Prozent beim Gesamtpublikum und sogar 4,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Zum Vergleich: Im Schnitt erreichte Eurosport 1 im vergangenen Jahr Marktanteile von 0,5 Prozent beim Gesamtpublikum und 0,3 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.