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Viel Enttäuschung, teils Freude nach Radio-Mediaanalyse

 

Am Dienstag schlug für Deutschlands Radiomacher wieder die Stunde der Wahrheit: Die aktuellen Marktzahlen wurden veröffentlicht. DWDL gibt einen Überblick.

von Daniel Große
18.07.2006 - 13:42 Uhr

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Foto: photocase.comSchönrechnen, verwischen, weglassen. So in etwa sieht jedes Jahr nach Bekanntgabe der MA-Zahlen die Aufgabe von Pressesprechern deutscher Radiosender aus. In diesem Jahr noch mehr als sonst. Die Hörer haben öffentlich-rechtlichen wie privaten Sendern eine gehörige Ohrfeige verpasst. Die privaten Veranstalter haben demnach in der Gesamtzielgruppe 109.000 Hörer in der Durchschnittsstunde weniger als bei der MA im März. In der werberelevanten Zielgruppe 14-49 sind es gar 121.000 weniger. Noch schlimmer steht es um die ARD-Sender: sie verloren 221.000 (Gesamt) beziehungsweise 226.000 (14-49) Hörer. Die Kombis 1 und 2 der ARD Sales & Services, in denen sowohl private als auch gebührenfinanzierte Veranstalter vereint sind, verloren 35.000 und 169.000 Hörer. Insgesamt verloren alle Sender 329.000 Hörer.

Und trotzdem lässt sich was aus diesen Zahlen machen: Als reichweitenstärkster privater Sender im Osten brüstet sich Radio SAW aus Magdeburg in Sachsen-Anhalt. 287.000 Hörer hat der Sender in Mitteldeutschland, verschweigt aber, dass das satte 17.000 Hörer weniger sind als bei der vergangenen MA im März. Radio Hamburg ist stolz auf die Leistung, zum 21. Mal in Folge Marktführer zu sein. Und lässt gekonnt unter den Tisch fallen, dass man mit 36.000 Hörern weniger in der werberelevanten Zielgruppe nun nur noch 150.000 Hörer pro Durchschnittsstunde hat. Auch abgestürzt sind beispielsweise Hitradio RTL Sachsen mit 15.000 weniger Hörern, Radio Regenbogen mit 25.000 weniger, FFH mit einem Verlust von 28.000, BB Radio mit 23.000 weniger oder Bayern 3 mit 59.000 weniger Hörern.

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