Nachdem RTL.de im Ranking der Online-Nachrichtenangebote während der Hoch-Zeit der Corona-Einschränkungen ein ganzes Stück nach hinten durchgereicht worden war, weil das boulevardeske Portal weit weniger als andere vom hohen Informationsbedürfnis profitiert hatte, kämpft man sich nun wieder nach vorn. Weil die Zahl der Visits im Juli sogar gegen den Trend deutlich um 17,3 Prozent auf fast 96 Millionen anwuchs, zog RTL.de an FAZ.net, Süddeutsche.de und Zeit Online vorbei und damit wieder in die Top 10 der News-Angebote ein. Ein auffallend hohes Plus gab's im Juli auch für "Focus Online", das im Juni allerdings auch noch der größte Verlierer war und nun einen Teil dessen wieder gut machte. Um rund 10 Prozent ging's nach oben, trotzdem blieb man hinter n-tv.de auf Rang 4. An der Spitze gab's bei Bild.de und dem Online-Angebot des "Spiegel" nur wenig Bewegung mit leicht rückläufigen Zahlen.

Die größten Verlierer des Monats waren merkur.de sowie das Online-Angebot der "Welt" mit Abschlägen im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Juni. Die "Welt" fiel dadurch auch hinter das ebenfalls von Springer betriebene Samsung-News-App-Angebot Upday zurück. Mit einem Rückgang der Visits um 9 Prozent verlief der Juli auch für "Zeit Online" nicht gut, Süddeutsche.de lag bei einem Minus von 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Juli des Vorjahrs blieben beiden Angebote aber fast 20 Prozent im Plus, "stern.de" sogar 27,4 Prozent, FAZ.net und RTL.de über 30 Prozent, n-tv.de gar annähernd 50 Prozent. Die beiden Platzhirsche ganz vorne verzeichneten im Jahresvergleich hingegen erneut kein Wachstum:  Sowohl "Bild.de" als auch der "Spiegel" verzeichneten im Juli 2020 etwas weniger Visits als noch ein Jahr zuvor.

  Visits
Juli '20
+/-
zum Juni
 +/-
zum Juli '19
Bild.de
455.161.592 - 1,5 %
- 0,7 %
Der Spiegel
261.553.724 - 3,3 %
- 2,5 %
n-tv.de
228.488.094 - 0,1 %
+ 48,2 %
Focus Online
220.049.983 + 10,2 %
+ 11,6 %
Upday 147.793.252
+ 7,8 %
- 16,9 %
Welt 139.939.470
- 12,4 %
+ 6,2 %
Merkur.de
97.685.613
- 16,5 %
+ 17,6 %
RND
97.138.601
- 3,3 %
+ 86,7 %
RTL.de
95.794.243
+ 17,3 %
 + 35,7 %
FAZ.net
92.739.618 + 2,5 %
 + 30,8 %
Süddeutsche.de
86.223.384 - 7,4 %
+ 18,1 %
Zeit Online
85.781.041 - 9,0 %
+ 19,4 %
stern.de
81.398.212
+ 1,4 %
+ 27,4 %
DuMont Newsnet
78.521.080
+ 3,4 %
+ 5,4 %
Funke Medien NRW
75.853.487 + 0,5 %
- 10,3 %

Die Streaming-Angebote der beiden großen privaten Sendergruppen mussten nach den deutlich rückläufigen Zahlen im Juni im Juli weitere Abschläge hinnehmen - was angesichts der Urlaubszeit und sommerlicher Temperaturen nicht allzu überraschend kommt. Bei Joyn war der Rückgang mit 8,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat geringfügig stärker als bei TVNow, das ein Minus von 7,4 Prozent verbuchte. Der Abstand der beiden Angebote blieb mit um die sechs Millionen Visits dabei recht konstant. TVNow lag übrigens trotzdem über 37 Prozent über dem Juli-Wert des vergangenen Jahres, Joyn hat die Zahl der Visits mehr als verdoppelt - vor einem Jahr war das Angebot aber auch noch recht frisch auf dem Markt.

  Visits
Juli '20
+/-
zum Juni
 +/-
zum Juli '19
TVNow
26.110.127 - 7,4 %
+ 37,4 %
Joyn
20.174.897 - 8,6 %
+ 124,9 %