Traditionell hat RTL am Abend des Spendenmarathons ein Prominenten-Special seiner Quizshow "Wer wird Millionär?" ausgestrahlt. Mit 1,15 Millionen jungen Zuschauern und 15,0 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe lag die Ausgabe recht deutlich über dem Senderschnitt und erzielte so gute Quoten. Insgesamt sahen 3,86 Millionen Menschen zu, das machte die Quizshow am Donnerstag zur meistgesehenen Sendung im Privatfernsehen. 

Doch es gibt auch die andere Seite, die es sich zu betrachten lohnt: Nie war nämlich ein Promi-Special von "Wer wird Millionär?" noch schwächer. Als RTL im Juni das letzte Promi-Special zeigte, sahen im Schnitt rund eine Million Menschen mehr zu. Zum Spendenmarathon 2019 lag die Reichweite ebenfalls bei deutlich über viereinhalb Millionen, in der Zielgruppe wurden damals 18,3 Prozent gemessen. Womöglich sind die vergleichsweise enttäuschenden Werte jetzt selbstverschuldet: In den vergangenen Wochen wiederholte man dienstags gegen "Masked Singer" alte Promi-Specials der Show. Vielleicht war das ein wenig zu viel des Guten. 

Den Primetime-Sieg in der Zielgruppe musste RTL am Donnerstag jedenfalls ProSieben überlassen. "The Voice of Germany" erreichte 1,26 Millionen junge Zuschauer und damit 100.000 mehr als Günther Jauch. Die Musikshow kam so auf einen Marktanteil in Höhe von 15,1 Prozent. Insgesamt fiel "The Voice" allerdings auf ein neues Tief: 2,42 Millionen Menschen schalteten die Battle-Ausgabe ein, weniger waren es in den vergangenen Wochen nie. "red" konnte den guten Vorlauf außerdem nur bedingt nutzen und blieb im Anschluss bei 9,1 Prozent Marktanteil hängen. 

Am Ende kann sich ProSieben über einen guten Tagesmarktanteil in Höhe von 10,7 Prozent freuen, das reichte aber nur zu Platz zwei im Vergleich mit den anderen Sendern. RTL sicherte mit 12,7 Prozent den Platz an der Sonne. Die Kölner erzielten unter anderem am Vorabend durchweg zweistellige Marktanteile, das machte die Sorgen am Nachmittag ein Stück weit kleiner. "110 - Echte Fälle der Polizei" und "Im Einsatz - Jede Sekunde zählt" blieben hier bei schwachen 7,7 und 5,6 Prozent hängen.