Weil die Olympischen Spiele durch die Zeitverschiebung hierzulande tagsüber und in der Nacht übertragen werden, sind die ganz großen Reichweiten, wie sind in der Primetime möglich wären, in diesem Jahr freilich nicht drin. Doch am Sonntag zog das Interesse an Olympia nun noch einmal spürbar an - und erstmals konnten mehrere Wettbewerbe die Marke von vier Millionen Fans überspringen.

Über Stunden hinweg lagen die ZDF-Marktanteile bei mehr als 30 Prozent: Los ging es um 10 Uhr, als der Sender zunächst vom Beachvolleyball berichtete: 3,39 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Übertragung und sorgten somit für 31,4 Prozent Marktanteil. Als Alexander Zverev souverän die Tennis-Goldmedaille erspielte, waren im Schnitt 3,55 Millionen dabei. Beim Gesamtpublikum lag der Marktanteil damit bei 31,0 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen waren sogar 32,0 Prozent.

Dass die Quotenkurve im Verlauf des Spiels deutlich anzog, legt der Blick auf die Zahlen der kurzen "heute Xpress"-Ausgabe um 12 Uhr nahe: 4,53 Millionen Menschen sahen die Nachrichten, sodass die Marktanteile zu diesem Zeitpunkt bei über 35 Prozent lagen. Und auch danach blieb das Olympia-Fieber groß: 4,45 Millionen Zuschauende wurden danach jeweils bei der Leichtathletik und beim Ringen gezählt, beim Kunstturnen sahen 4,35 Millionen zu und auch das Handball-Match zwischen Deutschland und Brasilien war mit 4,10 Millionen Fans ein voller Erfolg.

Erst nach 15 Uhr gingen die Quoten der ZDF-Übertragungen Schritt für Schritt zurück, doch auch bei den Highlights um kurz vor 17 Uhr zählte der Sender immer noch 2,73 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, die für 19,4 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum sorgten. Der Lohn des Erfolgs, der schon in den Nachtstunden begann: Ein Tagesmarktanteil von 20,3 Prozent bei allen sowie 16,5 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Damit erreichte das ZDF in beiden Gruppen rund doppelt so hohe Werte wie der jeweils stärkste Verfolger.

Eurosport spielt nur eine Nebenrolle

Eurosport 1 spielte am Sonntag übrigens einmal mehr nur eine untergeordnete Rolle bei den Olympia-Fans: Für die achtstündige Live-Übertragung ab 9 Uhr wurden im Schnitt lediglich 160.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ausgewiesen, die für einen Marktanteil von 1,3 Prozent sorgten. In der Zielgruppe verzeichnete der Sender etwas bessere 1,7 Prozent. Beide Werte bewegten sich deutlich über dem Senderschnitt, doch gegen die Öffentlich-Rechtlchen bleibt Eurosport letztlich weiter ohne Chance. Vor allem die Nachlese "Big in Japan" erwies sich ab kurz nach 17 Uhr als schwach: Nur 80.000 Menschen sahen die Olympia-Show, die in der Zielgruppe lediglich 0,1 Prozent Marktanteil schaffte.