Der späte Freitagabend gehört in den vielen Dritten einer eigenen Talkshow, die sich so alle gegenseitig Konkurrenz machen. Bei RBB und MDR hat man nun einen anderen Weg eingeschlagen und produziert im wöchentlichen Wechsel "Riverboat"-Ausgaben, die dann auf beiden Sendern zu sehen sind. Das hat aus Quotensicht zum Auftakt schon ganz gut funktioniert: Im Schnitt 0,96 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen sich die erste Folge von "Riverboat Berlin" an, das entsprach über die beiden Sender hinweg einem Marktanteil von 5,1 Prozent beim Gesamtpublikum, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 1,5 Prozent Marktanteil erzielt.

Dabei war es so, dass die Sender einzeln ähnlich viele Leute erreichten wie in den Wochen zuvor mit ihren getrennten Sendungen: Das bedeutet auch, dass der Großteil der Leute das diesmal vom RBB beigesteuerte "Riverboat Berlin" nicht im RBB, sondern im MDR sah. 0,73 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer wurden beim MDR gezählt, 0,23 Millionen waren es im RBB Fernsehen. Allerdings steuerte der RBB einen größeren Anteil jüngerer Zuschauer bei, hier belief sich der RBB-Marktanteil auf 0,9 Prozent, der MDR erreichte nur 0,6 Prozent.

Überraschend kommt diese Verteilung nicht, schließlich ist das "Riverboat" im MDR Fernsehen schon seit Jahren ein fester Quotenhit, während das RBB Fernsehen am Freitagabend mit der "Abendshow" so seine Probleme hatte. Betrachtet man nur das jeweilige Sendegebiet, dann bescherte "Riverboat Berlin" dem MDR dank 450.000 Zuschauerinnen und Zuschauern aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt dort einen Marktanteil von 19,6 Prozent, der RBB erreichte in seinem Sendegebiet hingegen nur rund 80.000 Zuschauende, was dort einem Marktanteil von 5,3 Prozent entsprach.

Eine noch höhere Reichweite als "Riverboat Berlin" erzielte am Freitagabend unterdessen die "NDR Talk Show", die ebenfalls auf zwei Sendern ausgestrahlt wird: Zu den rund 880.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im NDR Fernsehen kamen so noch rund 290.000 weitere im HR hinzu, was die Gesamt-Reichweite auf 1,17 Millionen nach oben trieb. Das "Nachtcafé" im SWR verfolgten rund 620.000 Menschen, den "Kölner Treff" hatten im WDR 530.000 Leute eingeschaltet - hier handelte es sich allerdings auch nur um die Wiederholung der am Dienstag schon im Ersten gezeigten Folge.