Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

11,03 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen sich am Sonntagabend den "Tatort: Propheteus" an, in den letzten zwölf Monaten gab es nur zwei "Tatort"-Folgen die eine höhere Reichweite erzielten. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum belief sich auf 34,5 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 29,3 Prozent Marktanteil erzielt. Das sind Zahlen, über die man bei nahezu jeder anderen Sendung im deutschen Fernsehen jubeln würde - doch für den Münster-"Tatort" fielen sie ungewohnt niedrig aus. Die letzte Folge, die gerade mal eineinhalb Monate zurück liegt, verfolgten noch über 14 Millionen Menschen, der Marktanteil übersprang damals mühelos die 40-Prozent-Marke. Man muss bis ins Jahr 2011 zurückgehen, um einen Münster-"Tatort" mit einer geringeren Reichweite zu finden.

Trotzdem war Das Erste mit dem "Tatort" bei Jung und Alt natürlich haushoher Marktführer in der Primetime, der Rosmanunde-Pilcher-Film "Die Elster und der Kapitän" im ZDF war mit 4,46 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern weit abgeschlagen, bei den 14- bis 49-Jährigen hieß der quotenstärkste Primetime-Verfolger "Kitchen Impossible" und kam auf einen Zielgruppen-Marktanteil von 11,5 Prozent.

In den Quotencharts lässt sich unterdessen erneut das weiterhin hohe Informationsbedürfnis angesichts des Krieges in der Ukraine ablesen. Die 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" sahen sich allein im Ersten im Schnitt 8,15 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer an, die Parallel-Ausstrahlungen u.a. in den Dritten nicht eingerechnet. Der "Brennpunkt" informierte im Anschluss 11,07 Millionen Menschen. Nach dem "Tatort" folgten im Schnitt 5,27 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer "Anne Will", wo unter anderem Außenministerin Annalena Baerbock zu Gast war. Für den Talk war es die höchste Reichweite seit November, die Marktanteile beliefen sich auf 22,2 Prozent beim Gesamtpublikum und 17,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Maybrit Illner, die gleichzeitig außerplanmäßig im ZDF ebenfalls talkte,  erreichte nur rund halb so viele Menschen: Im Schnitt 2,64 Millionen sahen hier zu, was Marktanteilen von 12,1 Prozent beim Gesamtpublikum und 7,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen entsprach.

Am Vorabend stieß im Ersten auch schon der "Weltspiegel" auf weit überdurchschnittliches Interesse: 2,85 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer wurden hier gezählt, was 11,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum entsprach. Zum Vergleich: In den vergangenen beiden Jahren sahen im Schnitt 2,1 Millionen Menschen die Sendung. Das ZDF erreichte mit seinem "ZDF Spezial" am Vorabend im Schnitt 3,97 Millionen Menschen, das darin eingebettete "Berlin direkt" lag bei 4,22 Millionen, die eingeschaltet hatten. Das entsprach für "Berlin direkt" einem Marktanteil von 15,1 Prozent beim Gesamtpublikum, sehr gut lief's auch bei den 14- bis 49-Jährigen, wo 12,9 Prozent Marktanteil erzielt wurden.

RTL hatte zwischen 6 und 16:20 Uhr wieder auf eine großflächige Sondersendung gemeinsam mit ntv gesetzt, die im Schnitt mit 8,5 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen wie schon am Samstag aber nicht mehr so stark gefragt war wie noch in der vergangenen Woche. Das Erste und das ZDF boten morgens gemeinsam eine Sonderausgabe des "ZDF-Morgenmagazins" an. Zwischen 7 und 9 Uhr wurden in beiden Sendern zusammen im Schnitt 800.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht, zwischen 9 und 10 Uhr ging's dann nur im Ersten weiter, wo 1,03 Millionen Menschen einschalteten.

Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV