Quelle der Daten für diesen Artikel: AdScanner

Erstmals sichtbar für alle: Die Quotenkurven der acht großen deutschen Vollprogramme in der Primetime, basierend auf der Messung von rund einer Million Vodafone-Haushalten. Mehr Hintergrund zu den neuen Daten gibt es hier. Die wichtigste Erkenntnis aus den Kurven ist nicht, wer vorne liegt. Die Zahlen sind aussagekräftig für die gemessenen Vodafone-Haushalte, aber nicht gewichtet, auch wenn sich die Ergebnisse nach Erfahrungen von AdScanner und Vodafone jenen der Zielgruppe 14 bis 59 annähern.

Wertvoller und in sich aussagekräftig sind die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten, deren Profiteuren und der Entwicklung von Reichweiten innerhalb einer Sendung. Das erlaubt Deutungen, die bislang ohne zugängliche Minuten- bzw. Sekundenverläufe nicht möglich waren. Etwa ob eine Sendung von Beginn an wenige Zuschauende hatte oder aber während der Ausstrahlung massiv verlor. Die folgenden Quotenkurven spiegeln die Anzahl der eingeschalteten Giga TV-Boxen in den gemessenen Vodafone-Haushalten wider.

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Die Dominanz des "Eurovision Song Contests 2022" zeigt sich auch in den AdScanner-Daten. Diesmal sogar bis Mitternacht ausgewiesen, belegen sie, dass der Musikwettbewerb, der in Turin stattfand, in den ersten 75 Minuten stetig Zusehende einsammelte. Die höchsten Werte wurden gemessen, als die späteren Sieger aus der Ukraine und der deutsche Beitrag, Malik Harris, auf der Bühne standen. Mit Startplatz zwölf war die Ukraine ab 22:08 Uhr deutscher Zeit zu sehen, "Rockstars" von Malik Harris lief zwischen 22:14 und 22:17 Uhr. Unmittelbar nach dem deutschen Auftritt ließ das Interesse einiger Zusehender auch schon nach. Sie hatten also offenbar hauptsächlich darauf gewartet, einen Blick auf den deutschen Act zu werfen.

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Gegen 22:45 Uhr, als Island und Moldawien auf der "ESC"-Bühne standen, stiegen die Reichweiten nochmals an. Unwahrscheinlich, dass dies mit den Künstlerinnen und Künstlern an sich zusammenhing. Eher wahrscheinlich ist, dass Teile des Publikums, die zuvor im ZDF "Die Chefin" sahen, dann doch noch einen Blick auf den "ESC" warfen. Bis kurz vor 23 Uhr hielt die ansteigende Tendenz an, danach ging die Kurve kontinuierlich nach unten. Um 23:15 Uhr waren alle Auftritte absolviert, es folgte eine knapp einstündige Überbrückungsphase. Die Punktevergabe startete dann um wenige Minuten nach Mitternacht. Gut zu erkennen, dass die Reichweite prompt wieder anstieg, nach einigen Minuten aber ihren Peak erreichte. Als die Eurovisions-Show dann zu Ende war, sank die Kurve rasch.

ZapIn und ZapOut ist die tägliche Betrachtung des Nutzungsverhalten mit der Frage: Wohin verlieren die größten acht größten deutschen Vollprogramme ihre Zuschauenden im Verlaufe eines Tages eigentlich und von welchen Sendern wiederum zappt das Publikum zu ihnen? Unsere ZapMap liefert Erkenntnisse zu Wettbewerbssituationen: Zwischen welchen Sendern herrscht der intensivste Publikumsaustausch?