Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Nachdem im Juli Das Erste und das ZDF noch von der Euphorie um das tolle Abschneiden der deutschen Fußball-Frauen-Nationalmannschaft bei der EM profitierten, standen im August nun die European Championships auf dem Programm, die den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ebenfalls vor allem über längere Strecken des Tages hohe Marktanteile bescherten, wenngleich auch längst nicht so hohe Gesamt-Reichweiten. Das sorgte dafür, dass beide Sender trotz eines insgesamt noch eher sommerlich zurückhaltenden Programms zwar erneut ziemlich gut dastanden, das Niveau des Vormonats aber nicht halten konnten.

Ungefährdeter Marktführer beim Gesamtpublikum wurde wieder das ZDF, das den August mit einem Marktanteil von 13,9 Prozent beendete und damit einen satten Vorsprung auf Das Erste behielt, das 11,7 Prozent Marktanteil erreichte. Das Erste verlor im Vergleich zum Juli 0,6 Prozentpunkte, das ZDF einen halben Prozentpunkt. Der nächstgrößere Privatsender hieß RTL, spielte mit 7,2 Prozent Marktanteil aber schon eine ganze Liga tiefer. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen ging's abwärts, beim Ersten auf 7,5 Prozent, beim ZDF auf 6,8 Prozent. Beide Sender rangierten damit aber weiterhin auch bei den 14- bis 49-Jährigen noch vor Sat.1 und Vox.

Die großen Privatsender auf Erholungskurs

Das ließ vor allem den großen Privatsendern, die im Juli ziemlich gelitten hatten, insgesamt wieder etwas mehr Luft zum Atmen - allerdings ohne, dass nun beim Blick auf die Marktanteile gleich grenzenloser Jubel ausbrechen müsste. RTL etwa legte um 0,4 Prozentpunkte auf nun 9,4 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen zu - blieb also deutlich einstellig, verteidigte damit aber sehr locker die Marktführung beim jungen Publikum.

Dabei punktete RTL mit der Übertragung des Super-Cup-Spiels zwischen Real Madrid und Eintracht Frankfurt, ausgezahlt hat sich aber auch die erneute "3-Millionen-Euro-Woche" von "Wer wird Millionär?". Von der Event-Programmierung von "Der unfassbar schlauste Mensch der Welt" hätte man sich hingegen sicher mehr erhofft, das funktionierte nur im "WWM"-Schlepptau. Ein weiterer Show-Erfolg gelang RTL dafür mit "Lego Masters", auch "Take me out XXL" lief ordentlich.

Trotzdem dürfte das Aufatmen in Unterföhring noch etwas befreiter ausfallen. ProSieben eroberte immerhin die 8 vor dem Komma zurück und steigerte sich im Vergleich zum Vormonat recht deutlich um 0,6 Prozentpunkte auf nun 8,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Bedanken kann man sich dafür vor allem beim erneut äußerst erfolgreichen "Wer stiehlt mir die Show", auch "The Voice" legte ein recht gutes Comeback hin, das - zu einem etwas geringeren Anteil - auch Sat.1 half.

Sat.1 steigerte sich wieder um 0,3 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen und lag damit erneut am oberen Rand dessen, was der Sender seit Februar zu leisten im Stande war. Auch im Mai und Juni wurde genau dieser Wert erzielt, zwischenzeitlich war Sat.1 auch schon auf 6,1 Prozent eingebrochen. Größter Hit war hier fraglos der Bundesliga-Auftakt, der den Sat.1-Marktanteil zwischenzeitlich auf auf 35 Prozent steigen ließ, mit "Mein Mann kann" und "99" punkteten aber auch Show-Eigenproduktionen, auch wenn mit "Das Haus am Meer" oder "Unser Mallorca" weitere Flops dazu kamen und "Zurück in die Schule" nach dem starken Einstand in Woche 2 abrutschte und nun erstmal beweisen muss, dass das nur ein Ausrutscher war. Sat.1 war aber ebenso wie RTL und ProSieben vor allem in der Primetime wieder erfolgreicher unterwegs als zuletzt.

Vox fällt wieder hinter Sat.1, Kabel Eins fällt hinter RTLzwei

Sat.1 schaffte es, im August dann erstmals seit Januar auch wieder klar vor Vox zu liegen. Vox hielt sich Vergleich zum Vormonat stabil bei 6,6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Beim Gesamtpublikum konnte Vox leicht zulegen und steigerte sich auf 4,9 Prozent. Die größten Erfolge des Senders waren dabei die "Grill den Henssler"-Sommerspecials und gegen Ende des Monats die Rückkehr der "Höhle der Löwen" - für mehr hätte es wohl nur gereicht, wenn man ein paar Wiederholungen weniger gezeigt hätte.

Doch während Vox trotzdem recht ordentlich durch den Spätsommer kam, waren die Probleme von Kabel Eins und RTLzwei erheblich größer. Inbesondere in der Primetime lief es schlechter als zuletzt - und weil die ja am entscheidendsten für die Gesamt-Performance eines Senders ist, spiegelt sich das auch in den Monatsmarktanteilen wider. Besonders übel erwischt hat es Kabel Eins, das um einen halben Prozentpunkt auf 4,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen abrutschte und damit auf das schon überwunden geglaubte Jahres-Tief aus dem Februar zurückfiel. Kabel Eins landete damit noch hinter RTLzwei, das mit 4,1 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen (-0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat) aber ebenfalls keinesfalls zufrieden sein kann.

Die Monatsmarktanteile im Überblick

  MA ab 3 +/-
Vormonat
+/-
Aug 21
MA 14-49 +/-
Vormonat
+/-
Aug 21
Das Erste 11,7 -0,6 ±0 7,5 -1,4 -0,1
ZDF 13,9 -0,5 -0,3 6,8 -0,2 -0,4
RTL 7,2 +0,3 +0,5 9,4 +0,4 +0,2
Sat.1 5,5 +0,6 -0,3 6,7 +0,3 +0,8
ProSieben 3,3 +0,1 -0,1 8,1 +0,6 -0,1
Vox 4,9 +0,2 +0,4 6,6 ±0 -0,1
RTLzwei 2,6 ±0 +0,2 4,1 -0,2 -0,4
Kabel Eins 2,9 -0,2 -0,3 4,0 -0,5 -0,4

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: AGF / DWDL-Recherche

Die meistgesehenen Sendungen des Monats

  Gesamtpublikum Zielgruppe 14-49
Das Erste Tatort: Es lebe der König Tagesschau (18.8.)
ZDF München Mord - Schwarze Rosen European Championships (21.8.)
RTL Wer wird Millionär? - Die 3-Millionen-Euro-Woche Super-Cup: Real Madrid - Eintracht Frankfurt
Sat.1 ran - Bundesliga-Auftakt Eintracht Frankfurt - FC Bayern ran - Bundesliga-Auftakt Eintracht Frankfurt - FC Bayern
ProSieben The Voice of Germany Wer stiehlt mir die Show?
Vox Die Höhle der Löwen Die Höhle der Löwen
RTLzwei Hartz und Herzlich - Rückkehr in die Benz-Baracken How to be Single
Kabel Eins Die purpurnen Flüsse Achtung Abzocke

Quelle: DWDL-Recherche / nur vorläufig gewichtete Quoten

Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV