Quelle der Daten für diesen Artikel: AdScanner

Erstmals sichtbar für alle: Die Quotenkurven der acht großen deutschen Vollprogramme in der Primetime, basierend auf der Messung von rund einer Million Vodafone-Haushalten. Mehr Hintergrund zu den neuen Daten gibt es hier. Die wichtigste Erkenntnis aus den Kurven ist nicht, wer vorne liegt. Die Zahlen sind aussagekräftig für die gemessenen Vodafone-Haushalte, aber nicht gewichtet, auch wenn sich die Ergebnisse nach Erfahrungen von AdScanner und Vodafone am ehesten jenen der Zielgruppe 14 bis 59 annähern.

Wertvoller und in sich aussagekräftig sind die Erkenntnisse zu Umschaltzeitpunkten, deren Profiteuren und der Entwicklung von Reichweiten innerhalb einer Sendung. Das erlaubt Deutungen, die bislang ohne zugängliche Minuten- bzw. Sekundenverläufe nicht möglich waren. Etwa ob eine Sendung von Beginn an wenige Zuschauende hatte oder aber während der Ausstrahlung massiv verlor. Die folgenden Quotenkurven spiegeln die Anzahl der eingeschalteten Giga TV-Boxen in den gemessenen Vodafone-Haushalten wider.

220917 Verlauf © AdScanner

Dass der Samstagskrimi ausnahmsweise mal nicht im ZDF lief, sondern im Ersten, scheint das Publikum nicht verwirrt zu haben. Mit großem Vorsprung dominierte die Krimireihe "Hartwig Seeler" das Quoten-Geschehen - und auch ab 21:45 Uhr blieb der Sender mit einer Krimi-Wiederholung zur meistn Zeit noch vorne. Wenn auch nur knapp, denn in den Vodafone-Haushalten rückte ProSieben dem Ersten nach 22 Uhr gehörig auf die Pelle.

Tatsächlich gelang es "Schlag den Star" mit seinen Protagonisten Michael "Bully" Herbig und Rick Kavanian, bis kurz vor 23 Uhr, neues Publikum zu ProSieben zu locken. Und wenn einigen die Show dann doch zu lange war, wie die rückläufige Reichweiten-Kurve am späten Abend zeigt, so reichte das, um ProSieben zu nächtlicher Stunde zum Marktführer zu machen. Dabei war "Schlag den Star" nicht die einzige Show, die sich über Zugewinne freuen durfte: Auch das "Deutschland-Quiz" im Ersten hatte seine stärkste Phase erst ab 21:45 Uhr, als der erste ARD-Krimi zu Ende war.

Die Kurve zeigt zudem auch, dass es dem um einen Tag verschobenen Finale von "Lego Masters" nur bedingt gelang, Impulse zu setzen. Richtig hart traf es jedoch Kabel Eins und Vox, die mit ihren Reportage-Formaten am unteren Ende des AdScanner-Rankings lagen. Wer einmal dabei war, blieb zwar dran - doch allzu viele Zuschauerinnen und Zuschauer waren es eben nicht.

220917 Zap © AdScanner

ZapIn und ZapOut ist die tägliche Betrachtung des Nutzungsverhalten mit der Frage: Wohin verlieren die größten acht größten deutschen Vollprogramme ihre Zuschauenden im Verlaufe eines Tages eigentlich und von welchen Sendern wiederum zappt das Publikum zu ihnen? Unsere ZapMap liefert Erkenntnisse zu Wettbewerbssituationen: Zwischen welchen Sendern herrscht der intensivste Publikumsaustausch?