Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

In den zurückliegenden Tagen war immer wieder die Rede davon, dass das Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. weltweit ein Milliarden-Publikum vor die Bildschirme locken würde. Auch in Deutschland herrschte am Montag reges Interesse an der Berichterstattung. Live-Bilder liefen nicht nur auf den vier großen Vollprogrammen des Landes, sondern auch auf vielen Nachrichtensendern. Berichtet wurde in der Regel von morgens bis abends. Besonders gefragt waren in diesem Zusammenhang die öffentlich-rechtlichen Sender, was – bei aller Kritik an der ARD – auch zeigt, dass das Publikum deren Einordnungen und Übertragungen durchaus zu schätzen weiß.



So berichtete Das Erste am Montag ab neun Uhr in "Trauerfeier für die Queen" und informierte damit bis 16:30 Uhr im Schnitt 2,91 Millionen Personen. Mit 28,7 Prozent Marktanteil insgesamt und 25,5 Prozent bei den Jüngeren sicherte sich die Live-Sendung die Marktführung. Gar etwas mehr als dreieinhalb Millionen Menschen sahen nach 16:30 Uhr schließlich eine Sonderausgabe von "Brisant", hier lagen die Gesamt-Marktanteile dann bei 22,8 Prozent. Das ZDF, das mit seiner Sondersendung um kurz nach neun Uhr morgens startete, erreichte ebenfalls hohe Marktanteile. Der Sender wies Quoten für mehrere Sendungsteile aus.

Auf 1,29 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer kamen die ersten beiden Stunden (21% gesamt), ab elf Uhr schauten 2,55 Millionen zu (22,6%). Ab kurz vor 15 Uhr fiel die Quote knapp unter die 20-Prozent-Marke, die Reichweite auf um die 2,4 Millionen. Deutlich zulegen konnte das Programm schließlich ab kurz vor 16 Uhr, als die Marktanteile mit 24,4 Prozent hoch ausfielen und 3,65 Millionen Zuschauende durchschnittlich gemessen wurden.

Bei RTL punktete schon die letzte Stunde des Morgenmagazins, also "Punkt 8", mit ungewöhnlich starken 13,3 Prozent. Danach sicherte sich sechs Stunden langes "Punkt 12 Spezial" recht ordentliche 10,9 Prozent bei den Jüngeren. Auf 11,6 Prozent kam das sich anschließende Spezial von "Exclusiv" in der Zeit nach 15 Uhr. Beim Privatsender informierten sich durchschnittlich 0,67 und 1,21 Millionen Personen. Stark unterwegs waren die Hauptnachrichten ab 18:45 Uhr mit rund dreieinhalb Millionen Zuschauenden und 20,6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen.

Sat.1 landete mit seiner siebenstündigen Sondersendung ab elf Uhr zwar hinter RTL, schmierte aber nicht völlig ab. Gemessen wurden 6,7 Prozent Marktanteil bei den Werberelevanten, die durchschnittliche Reichweite lag bei 0,51 Millionen. Nach 18 Uhr kam die Ausstrahlung von "Die Queen" allerdings nur auf sehr ausbaufähige 4,3 Prozent. Angesichts der Übertragungen der großen Sender taten sich die News-Kanäle etwas schwerer.

So erreichte ntv mit einer Sondersendung zwischen 10:30 Uhr und kurz vor 15 Uhr nur etwa 140.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, damit einhergingen 1,3 Prozent Marktanteil insgesamt sowie 1,1 Prozent bei den Jüngeren. Welt kam zwischen zwölf Uhr und 14:30 Uhr auf vergleichbare 140.000 Zusehende, die Quote bei den Jüngeren belief sich auf 1,6 Prozent. Kaum gefragt waren die Berichte des Fernsehsenders von Bild: Zwischen halb zwölf und kurz vor drei wurden in beiden wichtigen Gruppen nur je 0,1 Prozent Marktanteil gemessen.

 

Sehr gefragt war, vermutlich zum Missfallen der Bild-Verantwortlichen, die sich jüngst über die Anzahl der für das öffentlch-rechtliche Fernsehen vor Ort Arbeitenden empörten, auch die Primetime des Ersten, die ab 20.15 Uhr nochmal die wichtigsten Ereignisse rund um das Begräbnis zusammenfasste. 4,17 Millionen Menschen sahen "Abschied von der Queen", damit erzielte der öffentlich-rechtliche Sender gute 15,2 Prozent Marktanteil. Zuvor hatten im Schnitt 4,94 Millionen Personen die "Tagesschau" gesehen. Bei den Jüngeren kam die Nachrichtensendung auf 18,9 Prozent, während das 45 Minuten lange Primetime-Special mit 17,7 Prozent die Marktführung inne hatte.

Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV