Quelle der Daten für diesen Artikel: AGF Videoforschung

Deutlich mehr Menschen als an den ersten Tagen der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar haben am Sonntagabend das ZDF eingeschaltet, um das große Duell zwischen Deutschland und Spanien zu sehen. Die Partie, die 1:1 endete, und den Deutschen somit die Chance auf einen Achtelfinaleinzug ließ, war das 25. im deutschen Free-TV übertragene Spiel des Turniers und in Deutschland das erste, das überhaupt auf mehr als zehn Millionen Zuschauende kam. Zum Vergleich: Bei der WM 2018 gelang dies von den ersten 25 Spielen sechs Matches.

Nun kam erstmals in diesem Jahr eine WM-Partie auf mehr als zehn Millionen Fans. Ab 20 Uhr schauten im Schnitt 17,05 Millionen Personen ab drei Jahren zu - deutlich mehr als die weniger als zehn Millionen beim ersten Auftritt am Mittwochnachmittag. Somit verpasste das Match knapp einen Bestwert für 2022. Die meistgesehene Sendung des Jahres wurde es nicht: So hatte das Finale der Frauen-EM mit rund 17,9 Millionen Fans im Sommer höhere Werte erzielt.

Mit Blick auf den Gesamtmarkt ergab sich beim Spiel Deutschland gegen Spanien somit eine Quote in Höhe von 49,3 Prozent – grob gesagt: Etwa jeder Zweite, der zu dieser Zeit fernsah, verfolgte das WM-Spiel. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurden 58,8 Prozent gemessen. Das sind starke Werte, die aber dennoch weit von früheren Ergebnissen, als bei großen WM-Spielen mehr als 75, teils gar über 80 Prozent möglich waren, entfernt liegen. Bei der WM 2018 lagen die Marktanteile deutscher Vorrundenpartien bei zwei Mal rund 85 und einmal gar über 90 Prozent. Dennoch: Auch bei den Jungen ging der Tagessieg natürlich an den Auftritt der DFB-Elf, 5,96 Millionen 14 bis 49-Jährige verfolgten diesen.

Nicht mitgezählt wird wieder immer Public Viewing, das wahrscheinlich aber deutlich weniger stattfindet als 2018 bei der Sommer-WM. Nicht bekannt ist zudem, wie viele Menschen die Partie bei Magenta TV sahen. Reichweiten werden dort nicht veröffentlicht. 2018 zeigte Sky von der WM nur ausgewählte Topspiele und zudem auch nur in UHD. Das ZDF jedenfalls sicherte sich am Sonntag mit großem Abstand den Tagessieg. Im Schnitt wurden 26,6 Prozent Tagesmarktanteil gemessen, 32,1 Prozent waren es in der Zielgruppe.  

Vor dem Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Spanien übertrug das Zweite schon drei andere Partien, darunter den Erfolg Costa Ricas gegen Japan ab elf Uhr. Mit 20,8 Prozent Marktanteil gesamt sowie 22 Prozent bei den Jüngeren war das Interesse hier aber noch nicht allzu ausgeprägt. 3,48 Millionen Menschen schauten zu. Das 14- und das 17-Uhr-Spiel kam dann auf 3,71 und 4,95 Millionen Fans. Insgesamt wurden 26,2 und 24,8 Prozent Marktanteil gemessen, bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 28 und 28,9 Prozent.

 

Im direkten Umfeld des Deutschland-Spiels erzielten indes auch andere Formate gute Quoten. 15,33 Millionen Menschen sahen etwas das kurze "heute journal", das in der Halbzeitpause lief. Hier lagen die Quoten bei 44,1 und 52,9 Prozent. 7,17 Millionen Menschen sahen zudem die rund 45 Minuten langen Nachberichte, also Interviews und Analysen nach dem Deutschland-Spiel. Schon die Vorberichte kamen zudem auf gute Werte. Nach kurzen "heute"-Nachrichten um 19 Uhr, die auf rund sechs Millionen zusehende Personen kamen, erreichte die Einstimmung rund fünfeinhalb Millionen Menschen ab drei Jahren.

Quelle für alle Daten in diesem Artikel: AGF Videoforschung in Zusammenarbeit mit GfK ; videoSCOPE 1.4, Marktstandard: TV