Austria-Update vom 8. Juli
ServusTV ist großer WM-Gewinner, ORF-III-Belegschaft warnt
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Von der Fußball-WM haben ServusTV und ORF 1 spürbar profitiert, vor allem für den Privatsender lief es zuletzt sehr gut. Außerdem: Ein prominenter Abgang bei ProSiebenSat.1Puls4 und die Belegschaft von ORF III warnt vor einem Kahlschlag.
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Patrick Schubert
ProSiebenSat.1Puls4 muss einen herben, personellen Verlust hinnehmen, denn Patrick Schubert, der langjährige Programmchef des Unternehmens, hat seinen Abschied angekündigt. Und Schubert, der in den vergangenen Jahren etliche neue Formate mitentwickelt hat, wechselt zur direkten Konkurrenz nach Salzburg: Bei ServusTV wird er ab dem 1. Oktober Head of Editorial TV. Schubert selbst erklärte gegenüber den "Salzburger Nachrichten", dass er "neue Wege gehen" wolle. "Die Möglichkeit, bei ServusTV in Salzburg mitzuwirken, ist für mich eine sehr spannende Herausforderung und eine bewusste Entscheidung für ein Umfeld, das journalistische Qualität, Kreativität und Innovationsgeist verbindet." Der personelle Umbau bei ServusTV geht damit weiter: Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass sich der Privatsender von seinem bisherigen Programmdirektor Goetz Hoefer trennt (DWDL.de berichtete).
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Und noch eine programmliche Nachricht von ServusTV: Der Sender wird nicht nur in diesem Jahr einige Etappen der Tour de France zeigen, sondern auch 2027. Möglich macht das eine Kooperation mit Eurosport, die eine entsprechende Sublizenz vergeben haben. Die meisten Etappen sind aber trotzdem nur beim Sportsender zu sehen, ServusTV zeigt im Rahmen des Deals sechs Etappen pro Jahr. In diesem Jahr hat die erste Etappe am vergangenen Samstag den Startschuss der ServusTV-Übertragungen gebildet, am kommenden Donnerstag geht’s beim Sender weiter. Kommentiert wird die Tour de France bei ServusTV von Gernot Klement. Als Experten an seiner Seite sind Bernhard Kohl und Lukas Pöstlberger im Einsatz.
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Die Belegschaft von ORF III hat sich in einem Offenen Brief an die Geschäftsführung des ORF (sowie an den künftigen ORF-Generaldirektor Clemens Pig) gewandt und darin vor einem Kahlschlag beim Kultursender gewarnt. Zuletzt wurde über eine Halbierung des ohnehin nur 15 Millionen Euro hohen Programmbudgets spekuliert - der ORF hat diese Summen bislang noch nicht bestätigt. Die Belegschaft des Senders erklärt nun, es stehe außer Frage, "dass auch ORF 3 einen Beitrag zu den Sparvorgaben leisten muss", wie die APA aus dem Offenen Brief zitiert. Man wehre sich jedoch dagegen, "dass unser Programm und unsere Arbeitsplätze einer unverhältnismäßigen und unternehmensschädigenden Sparpolitik geopfert werden". Die Sparpläne und der drohende Arbeitsplatzverlust würden die Kolleginnen und Kollegen im Sender "zutiefst verunsichern".
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In der vergangenen Woche hatten wir an dieser Stelle darüber berichtet, dass sich der ORF nach der zwischenzeitlichen Beurlaubung endgültig von Werbechef Oliver Böhm trennt. Nun steht fest, wie die ORF-Enterprise, die kommerzielle Tochter des Unternehmens, vorläufig geführt wird. Matthias Seiringer übernimmt die interimistische Leitung der ORF-Vermarktungstochter. Bisher war Seiringer als Head of Sales für den Digitalbereich verantwortlich. ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher kündigte unterdessen an, dass die Geschäftsführung der ORF-Enterprise "demnächst ausgeschrieben" wird. Die Entscheidung über die endgültige Besetzung der Position werde sie in Abstimmung mit Clemens Pig treffen, so Thurnher. Pig ist ab dem 1. Januar 2027 neuer ORF-Generaldirektor.
Österreich in Zahlen
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Der Monat Juni ist geprägt gewesen von der Fußball-WM - und daher gibt es auch zwei klare Gewinner: ORF 1 und ServusTV. Am beeindruckendsten ist der Aufstieg des Privatsenders: Mit 10,7 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum hat man seine Normalwerte im sechsten Monat des Jahres mal eben so mehr als verdoppelt. Bei den 12- bis 49-Jährigen erzielte ServusTV sogar noch viel bessere 14,2 Prozent. Für den Sender war es damit der zweitstärkste Monat seit Senderbestehen. Besser lief es nur im Juni 2024, als man die Fußball-EM zeigen konnte.
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Beim jungen Publikum rückte ServusTV dank der WM bis auf den zweiten Platz vor und zog an ORF 2 vorbei, das bei den 12- bis 49-Jährigen auf 7,3 Prozent kam. Insgesamt blieb der Sender mit 17,4 Prozent an der Spitze der Quotencharts, für ORF 2 war das jedoch gleichzeitig der schlechteste Monat seit vielen Jahren. In den DWDL.de-Aufzeichnungen seit 2010 gab es keinen Monat, in dem der Sender einen niedrigeren Marktanteil erzielte.
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Während ORF 2 also sehr sichtbar unter der Fußball-WM litt, war ORF 1 ein großer Profiteur. Insgesamt landete der Sender bei einem Monatsmarktanteil in Höhe von 14,0 Prozent - ein Wert, den man sonst nur zu Beginn des Jahres erzielt, wenn man diverse Ski-Wettbewerbe zeigt. Bei den 12- bis 49-Jährige reichten die erzielten 16,7 Prozent für die Spitzenposition unter allen Sendern. Im Vergleich zum Juni 2025 steigerte sich ORF 1 insgesamt um 5,4 Prozentpunkte, bei den Jüngeren betrug das Plus sogar 6,5 Prozentpunkte. In Summe kam die ORF-Gruppe auf einen Monatsmarktanteil (ab 12 Jahren) in Höhe von 34,0 Prozent, das ist der höchste Juni-Wert seit fünf Jahren.
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Bei diesen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass sich die anderen Privatsender im Juni deutlich schwerer taten als gewohnt. Puls 4 fiel beim jungen Publikum (12-49) auf 4,4 Prozent Marktanteil, das ist der niedrigste Wert seit Februar 2025. ATV landete sogar nur bei 2,9 Prozent, das dürfte der schlechteste Marktanteil seit mindestens sieben Jahren sein. Zusammengerechnet erzielten die Österreich-Sender von ProSiebenSat.1Puls4 9,2 Prozent Marktanteil in der klassischen Zielgruppe, das waren 1,9 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Rechnet man auch die Österreich-Versionen von ProSieben, Sat.1 & Co. dazu, erzielte die Gruppe immerhin 22,2 Prozent.
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Das Ausscheiden der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Spanien hat bei ServusTV am vergangenen Donnerstag nochmal eine besondere Duftmarke gesetzt. Etwa 2,30 Millionen haben sich die Übertragung beim Privatsender angesehen, damit war es das bislang reichweitenstärkste Match dieser WM. Es reichte sogar für eine Platzierung in den ewigen Top 10 der meistgesehenen Sendungen Österreichs. Der Marktanteil lag bei 71,2 Prozent und in der klassischen Zielgruppe (12-49) bei 81,5 Prozent. Beim jungen Publikum kam ServusTV so auf einen Tagesmarktanteil in Höhe von 50,9 Prozent. Beim Sender sprach man angesichts dessen von einem "in der österreichischen TV-Geschichte bislang unerreichten Tagesmarktanteil".
Was noch zu sagen wäre...
ServusTV ist großer WM-Gewinner, ORF-III-Belegschaft warnt
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