ÖFB Elf © UEFA / ServusTV / GEPApictues
ServusTV hat mit dem WM-Spiel Österreichs gegen Argentinien am Montag außergewöhnliche Quoten eingefahren. Das um 19 Uhr angepfiffene Match erreichte durchschnittlich 2,1 Millionen Menschen, damit erzielte der Sender beim Gesamtpublikum 68 Prozent Marktanteil sowie 80 Prozent beim jungen Publikum zwischen 12 und 49 Jahren. ServusTV erzielte nur einmal in seiner Geschichte eine höhere Reichweite: Mit dem EM-Spiel Österreich gegen die Türkei 2024 (DWDL.de berichtete). Der ORF erzielte zuletzt 2020 mit Informationssendungen zum damals noch neuen Coronavirus höhere Quoten. Das WM-Spiel bescherte ServusTV jedenfalls auch einen Online-Rekord: So verzeichnete man nach eigenen Angaben 1,38 Millionen Video Views, der Livestream des Spiels war damit der erfolgreichste in der Geschichte von ServusTV On. In der Spitze verzeichnete die Streamingplattform von ServusTV rund 380.000 gleichzeitige Nutzervorgänge.

Einschaltquoten © DWDL.de
Bereits in der letzten Woche hatte auch der ORF mit dem ersten Gruppenspiel der ÖFB-Elf hervorragende Werte eingefahren. An die Reichweiten von ServusTV kam man aber erwartungsgemäß nicht heran, das Spiel gegen Jordanien wurde schon um 6 Uhr in der Früh angepfiffen. Die durchschnittliche Reichweite lag dennoch bei rund 1,20 Millionen, damit war die Übertragung die meistgesehene in Österreich zu dieser Zeit. In der zweiten Halbzeit wurden 88 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum gemessen. Bei den 12- bis 49-Jährigen waren es 90 Prozent und bei den 12- bis 29-Jährigen sogar unfassbare 98 Prozent. Auch auf ORF On verzeichnete man eine Rekord-Nutzung: Demnach lag die Durchschnittsreichweite im Streaming bei 263.000 - mehr erzielte man noch nie. Und es hätten wohl noch mehr sein können, in der zweiten Halbzeit hatte man aber mit massiven technischen Problemen zu kämpfen (DWDL.de berichtete), für die man sich schnell entschuldigte. 

Was sonst noch passiert ist

Eveline Wild © ProsiebenSat1Puls4
Puls 4 hat den Start der neuen Show "Das große Backen Österreich" angekündigt. Im Herbst soll es das Format beim Sender zu sehen geben, einen genauen Sendetermin gibt es aktuell noch nicht. Klar ist aber schon, dass die preisgekrönte Patissière Eveline Wild Teil der Jury wird. Weitere Jury-Mitglieder hat der Sender bislang nicht kommuniziert, stattdessen sucht Puls 4 noch nach geeigneten Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker. Insgesamt werden in dem Format acht Personen gegeneinander antreten, geplant ist die Produktion von sechs Folgen. 

Kurier © Kurier
Viele Medien in Österreich stehen unter Druck, auch beim "Kurier" sind in den vergangenen Jahren schon diverse Sparrunden inklusive Stellenabbau erfolgt. Nun berichtet der "Standard" von einer weiteren Kürzung, demnach sollen beim "Kurier" weitere 25 bis 30 Jobs wegfallen. "Kurier"-Geschäftsführer Richard Grasl sagte gegenüber dem "Standard", dass es sich bei dem Paket um eine "längst geplante" Maßnahme handele, es sei kein "neues" Sparpaket. Man müsse das Programm jedoch um einige Monate vorziehen, Grund dafür seien "konjunkturellen Unsicherheiten, die steigenden Kosten und die Unklarheit über die Förderungen". Grasl spricht von einer "Redimensionierung von Verlag und Redaktion". Konkrete Zahlen will der Manager nicht kommentieren. Seit Monaten laufen zudem Verhandlungen rund um die Zukunft der Zeitung: Raiffeisen, bislang schon Gesellschafter mit etwas mehr als 50 Prozent, will die restlichen Anteile von Funke übernehmen.  

ORF III © ORF III
Zu Einsparungen kommt es offenbar auch bei ORF III. Wie "Der Standard" an diesem Mittwoch berichtet, könnte das Programmbudget in Höhe von 15 Millionen Euro um 7 Millionen Euro gekürzt werden. Entsprechende Informationen kursieren aktuell offenbar im ORF. Das Unternehmen bestätigt gegenüber dem "Standard", dass man aktuell "Doppel- oder Mehrgleisigkeiten evaluiert und gegebenenfalls bereinigt", sagt aber nichts zur Höhe der geplanten Kürzungen. Klar ist: Weil die Bundesregierung dem ORF 93 Millionen Euro streicht (DWDL.de berichtete), muss zusätzlich gespart werden. Zur Debatte steht aktuell auch eine Verkleinerung der Geschäftsführung von zwei Personen auf eine. Auch eine Eingliederung in den ORF-Konzern ist möglich. "Wie für alle Medienunternehmen in Österreich werden die kommenden Jahre auch für den ORF aus wirtschaftlicher Sicht äußerst herausfordernd", heißt es vom ORF. "Trotz größtmöglicher Anstrengungen bei strukturellen Einsparungen sind direkte Auswirkungen auf die ORF-Programmproduktion unumgänglich."

Justizia © Photocase
ATV ist vom Handelsgericht Wien verurteilt worden und muss 10.000 Euro Schadenersatz an eine Frau zahlen, die im Rahmen einer Sendung zu sehen war und darin begrapscht wurde. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig und ATV-Mutterkonzern ProSiebenSat.1Puls4 will die Entscheidung prüfen. Möglich ist also, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Die Wiener Wochenzeitung "Falter" berichtete über den Fall: Demnach geht es um eine Frau, die 2022 in Lignano unterwegs war und plötzlich vor einem Kamerateam der ATV-Sendung "Tutto Gas" stand. Ein Mann, der gerade interviewt wurde, soll ihr dann unvermittelt an die Brüste gefasst und "Hup Hup" gerufen haben. ATV strahlte das später unverpixelt aus und nach "Falter"-Angaben machte die Szene in der Heimatgemeinde der Frau die Runde. Diese unternahm zunächst jedoch nichts, sondern erst im Frühjahr 2025, als ATV wegen dem Format "Das Geschäft mit der Liebe" in der Kritik stand. Vor Gericht soll der Sender unter anderem sinngemäß argumentiert haben, dass alles nicht so schlimm gewesen sei, das könne man schon daran sehen, dass die Frau sich erst Jahre später wehre. Das Gericht sah das nun anders und sprach von einer "entwürdigenden und herabsetzenden" Szene. Die Veröffentlichung habe zudem das Leben der Frau belastet und ihr auf verschiedenen Ebenen Probleme gemacht.