Formel 1 © Red Bull Content Pool / Getty Images
Die Formel 1 wird auch in den kommenden Jahren im Free-TV zu sehen sein. ServusTV hat nun eine Verlängerung der entsprechenden Übertragungsrechte bis 2029 angekündigt. Aktuell teilt man sich die Rennen mit dem ORF. Ob der öffentlich-rechtliche Sender ebenfalls weiterhin mit an Bord ist, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. "Der ORF ist in Gesprächen und optimistisch, die Zusammenarbeit fortsetzen zu können", teilte der Sender jedoch gegenüber dem "Standard" mit. Matthias Brügelmann, Global Head of Content bei Servus Media, bezeichnete die Vertragsverlängerung als "großartige Nachricht für alle Motorsportfans in Österreich". Und Ian Holmes, Chief Media Rights and Broadcasting Officer der Formel 1, sagt: "Wir freuen uns sehr über die Verlängerung unserer Partnerschaft mit ServusTV, wo unseren Fans in Österreich in den letzten sechs Jahren Berichterstattung auf Weltklasse-Niveau geboten wurde. Das Engagement des Senders für hochwertige, frei empfangbare Übertragungen stellt sicher, dass die Fans im ganzen Land weiterhin die Dramatik und Spannung der Formel 1 genießen können."

Oliver Böhm © IMAGO / K.Piles
Der ORF trennt sich endgültig und fristlos von seinem Werbechef Oliver Böhm, das hat das Unternehmen jetzt bestätigt. Böhm war bereits seit Mitte April aufgrund von Compliance-Vorwürfen freigestellt, nun erfolgt die Trennung. Der ORF teilte mit, dass eine interne Untersuchung ergeben hätte, "dass in mehrerlei Hinsicht Verhalten an den Tag gelegt wurde, das eine Weiterbeschäftigung im Unternehmen unmöglich macht". Zu den genauen Vorwürfen oder Verhaltensweisen, die Böhm zur Last gelegt werden, machte das Unternehmen keine Angaben. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und des Schutzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde man keine Details nennen. Die Beurlaubung des mächtigen Werbechefs erfolgte im April nur kurz nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann. Mittlerweile ist auch Pius Strobl freigestellt worden. Alle drei Manager gehörten in der Vergangenheit zu den bestbezahlten Personen im ORF. 

WM-Experten von MagentaTV © Nadine Rupp
Dass MagentaTV die Fußball-WM auch in Österreich überträgt (und die Konkurrenz damit überrascht hat), hatten wir an dieser Stelle schon einmal ausführlich beleuchtet. Mittlerweile ist die Gruppenphase überstanden und mehr als die Hälfte aller Spiele gespielt. In Österreich nutzt MagentaTV das nun für eine Preissenkung, so macht man das WM-Angebot potenziellen Kundinnen und Kunden deutlich günstiger. So sinkt der Preis für das "MagentaTV WM Spezial"-Paket um die Hälfte auf 9,90 Euro. Gebucht werden kann es von allen Menschen in Österreich - unabhängig von ihrem Internetanschluss, auch das hatte der Anbieter vor WM-Start geändert (DWDL.de berichtete). Die Preissenkung erfolgt zudem kurz vor dem K.O.-Duell zwischen Österreich und Spanien, das mutmaßlich für große Aufmerksamkeit sorgen wird, das Spiel wird aber auch bei ServusTV zu sehen sein. Das Paket endet zudem automatisch eine Woche nach dem Finale und muss nicht extra gekündigt werden. 

ORF © ORF
Nachdem Clemens Pig zum neuen ORF-Generaldirektor ab 2027 gewählt wurde, sollten eigentlich auch seine Direktorinnen und Direktoren am 21. Juli bestellt werden. Daraus wird nun aber nichts, stattdessen will man sich für die Auswahl und Bestellung der Kandidatinnen und Kandidaten mehr Zeit lassen. Beim ORF spricht man von einer "erfreulich hohen Anzahl an hochkarätigen Bewerbungen", die die Verschiebung rechtfertigen, "um einen professionellen Auswahlprozess entsprechend aller gesetzlichen Vorgaben, insbesondere des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes, sicherstellen zu können". Einen neuen Termin gibt es noch nicht, die Bestellung soll aber voraussichtlich im August erfolgen. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 14. Juli. 

Österreich in Zahlen 

Einschaltquoten © DWDL.de
Das letzte Gruppenspiel der ÖFB-Elf ist am Sonntag im ORF zu sehen gewesen. Aufgrund des frühen Anpfiffs um 4 Uhr war aber schon klar, dass eher keine Rekordreichweiten erreicht werden. Trotz der ungünstigen Übertragungszeit lief es hervorragend: Halbzeit eins wurde von 695.000 Menschen gesehen, während den zweiten 45 Minuten sahen 903.000 Fans zu. Die Marktanteile beim Gesamtpublikum lagen bei 81 und 86 Prozent. Als Saša Kalajdžić um 5:57 Uhr den Ausgleich erzielte und Österreich so in die K.O.-Phase hievte, sahen sogar 963.000 Personen zu. Bei den 12- bis 49-Jährigen wurden mehr als 80 Prozent gemessen, bei den ganz jungen Zuschauerinnen und Zuschauern (12-29) lag der Marktanteil sogar bei über 90 Prozent. 

Fußball-WM 2026 © FIFA
Wie erwartet erzielte ServusTV damit in der Gruppenphase die höchste Reichweite: Mit dem Spiel zwischen Österreich und Argentinien erreichte man im Schnitt mehr als 2 Millionen Menschen (DWDL.de berichtete). Und auch für das anstehende Sechzehntelfinale gegen Spanien hat der Privatsender gute Karten: Das Spiel wird um 21 Uhr angepfiffen, hier dürfte die 2-Millionen-Marke ziemlich sicher wackeln - wenn nicht sogar deutlich übersprungen werden. TV-Formate oder Übertragungen mit mehr als 2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sind in Österreich, das etwas mehr als 9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt, eine echte Seltenheit.

Was noch zu sagen wäre…

"Das Wichtigste in so einer Situation ist, authentisch zu sein. Es war ein Gefühlsausbruch."
ORF-Kommentator Daniel Warmuth über seinen jetzt schon legendären "Bist du deppat!"-Spruch nach dem späten Ausgleich der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft im letzten WM-Gruppenspiel gegen Algerien (Komplettes Interview im "Standard" lesen Sie hier).