Sport1 schlägt sich in Sachen Brutto-Werbeeinnahmen weiterhin gut. Schon für die Monate Juni und Juli hatten die Marktforscher von Nielsen dem Sportsender, der in den zurückliegenden Jahren eine große inhaltliche Transformation durchgemacht hat, steigende Werbeeinnahmen bescheinigt (DWDL.de berichtete). Für den August weist Nielsen jetzt Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 15,4 Millionen Euro aus, das sind 22,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für Sport1 ist es die größte prozentuale Steigerung seit langer Zeit.
Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen einiges zu berücksichtigen. Sie basieren auf den Listenpreisen der Vermarkter, Rabatte und mögliche Gegengeschäfte sind hier nicht berücksichtigt. Insofern fallen die tatsächlichen Werbeeinnahmen in schöner Regelmäßigkeit (deutlich) geringer aus, aber die Zahlen geben einen guten Überblick über die Richtung, in die die einzelnen Sender bzw. Mediengattungen steuern. Im Falle von Sport1 hat tatsächlich eine Trendumkehr stattgefunden.
Für den gesamten TV-Markt gilt das jedoch nicht, hier lagen die Brutto-Werbeeinnahmen im August 4,9 Prozent unter denen aus dem August des Vorjahres. Auffällig: Nachdem es für die Ad Alliance in den zurückliegenden Monaten deutlich besser lief als für Seven.One Media, hat sich diese Entwicklung im achten Monat des Jahres umgekehrt. Die Kölner lagen da 6,0 Prozent im Minus, beim ProSiebenSat.1-Vermarkter waren es "nur" 4,4 Prozent. Auf Jahressicht steht die Ad Alliance (-2,4 Prozent) aber weiterhin besser da als Seven.One Media (-5,7 Prozent).
Mit den El Cartel Brothers lag auch der dritte große private TV-Vermarkter im August im Minus - angesichts von -6,9 Prozent stellte das Unternehmen sogar einen Tiefstwert für das laufende Jahr auf. Wachstumsraten im August verzeichneten unterdessen Visoon (+6,2 Prozent) und Disney (+12,6 Prozent).
Trotz des weiterhin schwächelnden TV-Werbemarktes lag der Gesamtmarkt im August leicht im Plus. Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 2,39 Milliarden Euro entsprachen einem kleinen Plus in Höhe von 0,9 Prozent. Besonders der Online-Bereich lief gut und steigerte die Brutto-Einnahmen um 14,7 Prozent. Beim Kino waren es sogar 54,7 Prozent, mit insgesamt nur 12,1 Millionen Euro spielt diese Gattung aber traditionell nur eine untergeordnete Rolle.
Die Außenwerber legten im August im 8,4 Prozent zu, die Zeitungen um 2,5 Prozent. Die Mediengattung Radio verlor dagegen Brutto-Einnahmen in Höhe von 5,5 Prozent. Auf das Gesamtjahr gerechnet weist Nielsen über alle Gattungen hinweg ein Wachstum in Höhe von 1,6 Prozent auf. Die TV-Vermarkter liegen in dieser Betrachtung bei -2,7 Prozent - nur für die Publikumszeitschriften (-4,1 Prozent) lief es zwischen Januar und August schlechter.
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